Lippenstifte bei Stiftung Warentest: Alle mit Schadstoffen belastet

Lippenstifte bei Stiftung Warentest
Foto: © Stiftung Warentest

Stiftung Warentest hat 17 Lippenstifte untersucht – und fand in allen kritische Inhaltsstoffe. Kein Lippenstift schnitt besser als „befriedigend“ ab.

Wer jeden Tag die Lippen schminkt, isst umgerechnet bis zu 5 Lippenstifte im Jahr, schreibt Stiftung Warentest. Deshalb ist es wichtig, dass die Inhaltsstoffe möglichst unbedenklich sind. Der aktuelle Test von Lippenstiften in „Rosenholztönen“ zeigt, dass das aktuell nicht der Fall ist.

Lippenstift-Test: Neuer Problemstoff Titandioxid

Die Tester:innen bemängeln vor allem, dass alle Stifte Titandioxid enthalten. Die Substanz wird als aufhellendes Farbpigment eingesetzt. Ihre Sicherheit ist aber umstritten; seit Mai 2021 bewertet die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Titandioxid als „nicht sicher“. Eine erbgutschädigende Wirkung könne bei oraler Aufnahme nicht ausgeschlossen werden. Das bedeutet: Das genetische Material von Zellen kann geschädigt werden und so möglicherweise sogar Krebs entstehen.

Allerdings bezieht sich die Bewertung der EFSA auf Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff, nicht als Farbpigment für Kosmetika – ob sie auf das Pigment übertragbar ist, ist unklar, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Lippenpflege-Test: Die beste Lippenpflege ist Naturkosmetik
Der Test zeigt: Lippenstifte enthalten oft bedenkliche Inhaltsstoffe. Naturkosmetik ist immerhin etwas besser. (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash – Jessica Felicio )

Stiftung Warentest jedenfalls bewertete das Farbpigment nun erstmals als Schadstoff, deshalb schnitt kein Lippenstift im Test gut ab.

An Deckkraft und Pflegewirkung hatten die Tester:innen zwar wenig auszusetzen. Doch „aus Sicht des vorsorgenden Verbraucher­schutzes empfehlen wir keinen Lippen­stift im Test uneinge­schränkt“, heißt es im Testbericht.

Mineralölbestandteile im Lippenstift

Von den 17 untersuchten Lippenstiften in Rosenholztönen enthielten nicht nur alle Titandioxid, zwei fielen wegen weiterer Schadstoffe durch: Sie waren laut Testinstitut mit Mineralölbestandteilen (MOSH) und mineralölartigen Substanzen belastet, die sich in Organen anreichern können.

  • „Mangelhaft“ waren im Test der besonders teure Lippenstift von Chanel (38 Euro), sowie ein günstiger Stift der Marke Catrice (4 Euro).
  • Relativ wenig Titanoxid und keine weiteren bedenklichen Substanzen enthalten dagegen unter anderem die Lippenstifte der Naturkosmetik-Marken Dr. Hauschka und Lavera.

Tipp: Wer Titandioxid vermeiden möchte, kann beim Kauf auf die Angabe „CI 77891“ (mitunter auch „Titanium Dioxide“) in der Ingredients-Liste achten – und gegebenenfalls auf einen anderen Farbton ohne Titandioxid ausweichen. Um Mineralöl zu meiden, kann man mindestens Produkte mit den Begriffen Paraffin, Petrolatum, Cera Microcri­stallina oder Ozokerite auf der Inhalsstoffliste meiden. In Naturkosmetik dürfen diese gar nicht vorkommen.

Utopia meint: Auch wenn die Wirkung von Titandioxid als Farbpigment nicht restlos geklärt ist, macht der Verzicht bei Lippenstiften, Zahnpastas und anderen Produkten, die man oft versehentlich verzehrt, Sinn. Wir empfehlen grundsätzlich den Kauf von Naturkosmetik – zwar wird Titandioxid auch hier eingesetzt, doch viele andere potenziell bedenkliche Substanzen wie etwa Mineralölbestandteile sind nicht erlaubt. Noch 2018 schnitten bei Öko-Test alle Naturkosmetik-Lippenstifte gut ab und auch Stiftung Warentest bemängelte in einem Test 2020 Mineralölrückstände nur bei konventionellen Lippenstiften.

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