Wallbox: Das solltest du zur Wandladestation für Elektroautos wissen

Foto: CC0 / Pixabay / Joenomias

Eine Wallbox ist eine Wandladestation für Elektroautos, die du in einer Garage oder am Haus anbauen lassen kannst. Allerdings gibt es unterschiedliche Wallbox-Typen und es ist nicht immer leicht, eine solche Ladestation anzubringen.

Die wichtigste Frage zuerst: Was ist eine Wallbox?

  • Bei einer Wallbox handelt es sich um eine Wandladestation, die das Elektroauto mit dem Stromnetz des Hauses verbindet. Daher wird die Ladestation auch Wall Connector genannt.
  • Der Vorteil: Aufgrund der deutlich höheren Ladeleistung ist das E-Auto viel schneller aufgeladen, als wenn du es an einer normalen Haushaltssteckdose lädst.
  • Das Ladekabel ist fest in der Wallbox installiert, ähnlich wie der Tankschlauch einer Zapfsäule.
  • Eine Wallbox kannst du im Haus anbringen (zum Beispiel in der Garage), aber auch außen am Haus befestigen (zum Beispiel beim Carport oder an der Auffahrt). Voraussetzung ist lediglich ein Stromanschluss.
  • Es gibt auch Wandladestationen mit zwei Ladepunkten, diese sind für einen Haushalt mit zwei Elektroautos praktisch.

Wallbox: Warum brauche ich eine Ladestation?

Wallbox im Test: Das Heidelberg-Modell ist Testsieger beim ADAC.
Wallbox im Test: Das Heidelberg-Modell ist Testsieger beim ADAC.
(Foto: © Heidelberger Druckmaschinen AG / Presse)

Wer ein Elektroauto kaufen will, sollte unbedingt auch über die Anschaffung einer Wallbox nachdenken. Denn egal, ob es sich um ein günstiges Elektroauto oder ein hochpreisiges Modell handelt: Die Elektroauto-Ladestationen in Deutschland und Europa sind noch rar und wer will schon jeden Abend zum Supermarkt fahren, nur weil es dort oft noch eine freie Ladesäule gib? Eine eigene Ladestation sorgt für Zuverlässigkeit, da du so die Batterie des Elektroautos über Nacht sicher aufladen kannst und der volle Akku am nächsten Morgen zur Verfügung steht.

Natürlich könntest du das E-Auto auch an einer normalen Haushaltssteckdose aufladen. Doch für ein langes Laden unter hoher Last eignen sich diese einfachen Steckdose nicht. Laut ADAC besteht die Gefahr, dass Kabel oder Steckdosen überhitzen und brennen. Eine Wallbox hat dagegen Schutzvorkehrungen gegen Gleich- und Wechselstromfehler, einen eigenen Stromkreis und ist auf eine höhere Ladeleistung ausgelegt: Statt 2,3 Kilowatt an der Haushaltssteckdose kannst du das E-Auto mit bis zu 22 Kilowatt laden. Der Akku des Elektroautos ist also viel schneller aufgeladen.

Vor- und Nachteile der Wallbox

Eine Wallbox kann auch im Außenbereich angebracht werden.
Eine Wallbox kann auch im Außenbereich angebracht werden.
(Foto: © Heidelberger Druckmaschinen AG / Presse)

Die Vorteile:

  • Schnelleres Laden des E-Autos: Ein BMW i3 zum Beispiel lädt mit 2,3 Kilowatt über 15 Stunden, mit elf Kilowatt dauert es nur circa 3,5 Stunden.
  • Mehr Sicherheit als eine Haushaltssteckdose.
  • Geringes Gewicht: Etwa vier Kilogramm wiegt die Ladestation und eignet sich so für die meisten Wände.
  • Aufladen zu gewünschten Zeiten: Zum Beispiel bieten einiger Versorger einen günstigen Nachttarif an, die Wallbox dient dann auch als separater Stromzähler.
  • Strommix kennen: Zuhause bestimmst du, welchen Strom du tankst.
  • Strompreis: An öffentlichen Ladepunkten ist das Aufladen fast immer teurer als zuhause.
  • Selbstversorgung: Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und einen Stromspeicher hat, kann sein E-Auto damit auftanken.
  • Integration ins Smart Grid: Wallboxen lassen sich über eine Software steuern und somit in ein intelligentes Stromnetz integrieren (nicht bei allen Wallbox-Modellen verfügbar).

Nachteile:

  • Hoher Anschaffungspreis.
  • Baulicher Eingriff nötig und daher nur im Eigenheim möglich.
  • Parkplatz nötig und daher in Großstädten kaum realisierbar.

Wallbox-Typen im Überblick

Es gibt verschiedenen Typen von Wallboxen, die du kennen solltest. Sie unterscheiden sich neben dem Bedienkomfort vor allem in Ladeleistung und Ladedauer:

  • 230 V, 16 Ampere (3,7 kW Leistung) – Elektroauto ist nach ca. 11 Stunden aufgeladen
  • 230 V, 20 Ampere (4,6 kW Leistung) – Elektroauto ist nach ca. 9 Stunden aufgeladen
  • 400 V, 3×16 Ampere (11 kW Leistung) – Elektroauto ist nach ca. 3,5 Stunden aufgeladen
  • 400 V, 3×32 Ampere  (22 kW Leistung) – Elektroauto ist nach ca. 2 Stunden aufgeladen

Beachte: Die Akkus mancher Elektroautos können gar nicht elf Kilowatt oder 22 Kilowatt laden, sondern sind auf 4,6 Kilowatt begrenzt. Eine bessere (und teurere) Wallbox bringt dir dann gar nichts. Hierzu zählen zum Beispiel die erste Generation vom BMW i3 und e-Golf, der Opel Ampera E und der Nissan Leaf. Ladestationen mit weniger als elf Kilowatt Leistung eignen sich vor allem für Plug-In-Hybride und E-Autos mit kleinerer Batterie.

Die meisten Elektroautos in Europa benötigen zum Aufladen einen Typ-zwei-Stecker (auch Mennekes-Stecker genannt). Asiatische und amerikanische Modelle laden dagegen mit Typ eins. Es gibt zwar Adapter-Anschlüsse („Euro-Stecker“), aber am besten achtest du beim Kauf schon auf den richtigen Steckertypen.

Es gibt ungesteuerte Wallboxen und intelligente Wallboxen: Während die ungesteuerten Wallboxen lediglich darauf ausgerichtet sind, das E-Auto aufzuladen, kannst du eine intelligente Wallbox ins Smart Grid integrieren und besser steuern. Sie verfügen über einen eingebauten Stromzähler, zum Beispiel zur Abrechnung von günstigem Nachstrom, und die Ladezeit lässt sich programmieren. Auch kann überschüssiger Strom aus der Photovoltaikanlage ins E-Auto fließen oder das E-Auto als Zwischenspeicher für Strom genutzt werden.

Der ADAC hat verschiedene Wallboxen getestet:

Kosten der Wandladestation

Je nach Wallbox-Typ (siehe oben) kostet eine solche Ladestation für zuhause zwischen 450 und 2.500 Euro:

  • Wallbox 11 kW und weniger: ca. 450 bis 800 Euro
  • Wallbox 22 kW: ca. 1.200 bis 2.500 Euro.

Auch bei der Ausstattung gibt es Unterschiede, die höhere Kosten verursachen können. Wenn die Wallbox über einen integrierten Fehlerstromschutzschalter (FI-Schalter) verfügt, sparst du dir das Nachrüsten durch den Elektriker (circa 300 Euro). Ein FI-Schalter ist in Deutschland Pflicht.

Allerdings gibt es viele Zuschüsse: Viele lokale Stromversorger, Gemeinden und Bundesländer fördern eine Wallbox. Oft ist der Zuschuss an Bedingungen geknüpft, wie der Bezug von Ökostrom. Die staatliche Förderbank KfW hilft mit zehn bis 30 Prozent weiter, die auch die Baukosten miteinschließen (Zuschuss 430).

Installation der Wallbox und Rechtslage

Rechtslage

  • Eine Wallbox mit mehr als 11 kW Leistung muss der Netzbetreiber genehmigen. Außerdem musst du deine Wallbox immer beim Netzbetreiber anmelden.
  • Als Mieter benötigst du das Einverständnis des Vermieters, als Wohnungseigentürmer das Einverständnis der Eigentümergemeinschaft.
  • Eine EU-Konformitätserklärung muss jede Wallbox haben, die in Deutschland angeschlossen wird. Bei den meisten in Deutschland erhältlichen Modellen ist das der Fall und an der CE-Kennzeichnung ersichtlich. Wer im Ausland eine Wallbox kauft, muss aber darauf achten.

Installation:

  • Du benötigst einen Drehstromanschluss, der in den meisten Fällen erst noch verlegt werden muss. Einen Starkstromanschluss hast du wahrscheinlich bereits, da er für einen E-Herd nötig ist. Baumaßnahmen wie Wanddurchbrüche und neue Leitungen sind also in der Regel nötig, auch weil die Leitungen direkt bis zum Verteilerkasten verlegt werden müssen.
  • Die Installation darf nur ein Elektriker eines Fachbetriebs durchführen. Er haftet auch bei Schäden und nimmt die Anmeldung beim Netzbetreiber vor.
  • Je nach Aufwand der Baumaßnahmen liegen die Kosten für die Installation zwischen 750 und 1.500 Euro.

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