Weltraumschrott: Problematischer Weltraummüll

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Das erdnahe All vermüllt: Massive Mengen an Weltraumschrott machen es zu einer riesigen Mülldeponie. Obwohl wir Weltraumschrott nicht sehen können, ist er auch für uns problematisch – wir zeigen dir, warum.

Weltraumschrott: Was ist das?

Müll begegnet uns täglich, zuhause und außerhalb der eigenen vier Wände, in der Stadt und der Natur. Manchmal ist er so sichtbar wie angespülte Plastikflaschen am Strand, manchmal so unsichtbar wie Mikroplastik in den Flüssen. Eine Art von Müll, die uns im Alltag nicht wirklich beschäftigt, aber trotzdem problematisch ist, ist Weltraumschrott.

Millionen von Teilen an Weltraummüll kreisen in der erdnahen Umlaufbahn, die sich in Höhen von 200 bis 2000 Kilometern über uns erstreckt. Neben natürlichen Trümmern wie beispielsweise Meteoroiden, kleinen Gesteinsbrocken, besteht  ein Großteil des Weltraumschrotts aus von Menschen gemachten Objekten. Diese können in Form, Größe und Beschaffenheit sehr unterschiedlich ausfallen. Weltraumschrott umfasst beispielsweise:

  • ganze Teile von Weltraumfahrzeugen,
  • winzige Farbpartikel, die sich von Raumschiffen gelöst haben,
  • nicht mehr funktionale Satelliten, 
  • losgelöste Bolzen, Schrauben und andere Instrumente und Werkzeuge. 

Unweigerlich kollidieren einige dieser Teile irgendwann miteinander, wodurch der Weltraumschrott kleiner und mehr wird. Insgesamt befinden sich laut Schätzungen der US-Raumfahrtbehörde Nasa etwa 500.000 Teile in der erdnahen Umlaufbahn, die bis zu zehn Zentimeter groß sind, außerdem 21.000 größere Teile, sowie über 100 Millionen Teile, die kleiner als ein Zentimeter sind. Zusammen ergibt das eine Trümmermasse, die über 8.800 Tonnen wiegt, schätzt die europäische Raumfahrtagentur Esa.

Weltraumschrott: Darum ist er problematisch

Weltraumschrott kann Satelliten schwer beschädigen und Astronaut*innen gefährden.
Weltraumschrott kann Satelliten schwer beschädigen und Astronaut*innen gefährden.
(Foto: CC0 / Pixabay / WikiImages)

Dieser Weltraumschrott mag von der Erde aus betrachtet nicht sichtbar sein. Doch wie jede Art der Umweltverschmutzung bringt er viele Probleme mit sich. 

Vor allem ist Weltraummüll so gefährlich, dass er die Raumfahrt gefährden kann. Selbst die kleineren Partikel rasen laut Bayerischem Rundfunk (BR) mit einer Geschwindigkeit von mehreren zehntausend Kilometern pro Stunde durch die Umlaufbahn, wodurch sie zu gefährlichen Geschossen werden. Losgelöste Teile können Satelliten beschädigen und Astronaut*innen gefährden, die beispielsweise Reparaturen an Fahrzeugen vornehmen.

Es ist unvermeidlich, dass Kollisionen stattfinden – und dass es dadurch zu noch mehr Schrott kommt. Dann könnte laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) irgendwann das sogenannte Kessler-Syndrom eintreten: Es beschreibt die mögliche Situation, dass sich das erdnahe All unkontrolliert mit immer mehr Weltraumschrott füllt, weil immer mehr Trümmer aufeinanderprallen und neuer Schrott abgesprengt wird. Irgendwann könnte es so viel Weltraumschrott geben, dass weder Raumflüge möglich sind noch der Satellitenbetrieb aufrecht erhalten werden kann.

Das hätte erhebliche Konsequenzen auch für uns auf der Erde: Unter anderem wären die gesamte Informationstechnologie, Navigationssysteme, Telefonnetze und die Datenübertragung für das Internet gefährdet.

Wie kann Weltraumschrott reduziert werden?

Raumfahrtexpert*innen sehen daher dringenden Bedarf, das Problem des Weltraumschrotts anzugehen: Das erdnahe All muss sauberer werden. Das Problem ist, dass es keine internationale Gesetze gibt, die die Entsorgung von Weltraumschrott regeln. 

Ein Teil des Weltraumschrotts löst sich bereits von selbst auf: Er verglüht, wenn er langsam absinkt und in die Erdatmosphäre eintritt. Dies dauert allerdings seine Zeit, denn kleinere Bruchstücke drehen laut BR in den erdnahen Umlaufbahnen erst für etwa 100 Jahre ihre Runden, bevor sie abstürzen.

Daher gibt es verschiedene Strategien, Methoden und Forschungen, wie der Weltraumschrott am besten jetzt oder in naher Zukunft reduziert werden kann. Mit Radarsystemen können laut DLR beispielsweise Bruchstücke getrackt werden, wodurch Raumfahrzeuge und Satelliten Ausweichmanöver unternehmen können. Kollisionen werden dadurch vermieden und so auch die Entstehung neuen Weltraumschrotts. Außerdem forschen Wissenschaftler*innen an Methoden, die Trümmerteile einzufangen oder kontrolliert aus ihrer Umlaufbahn zu entfernen.

Ob diese Maßnahmen tatsächlich funktionieren, ist noch unklar. Füllt sich das erdnahe All weiter mit Müll, könnte dies für zukünftige Generationen unter Umständen die Raumfahrt blockieren.

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