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Jetzt aber wirklich! Wie du es schaffst, öfter mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren

Mit dem Rad zur Arbeit fahren: So gelingt der Umstieg
Foto: C0 Public Domain / Unsplash – Ross Sneddon

Regelmäßig zur Arbeit radeln – das nehmen sich viele vor, es wirklich durchzuziehen ist aber nicht immer einfach. Unsere Rad-erfahrene Autorin zeigt dir, wie du es jetzt schaffen kannst.

Du hast schon öfter versucht, das Auto für den Weg zur Arbeit stehen zu lassen oder von den Öffis aufs Fahrrad umzusteigen? Aber irgendetwas kam immer dazwischen? Dann lies jetzt unbedingt weiter: Wir erläutern die drei häufigsten Knackpunkte, an denen das Projekt „Mit dem Rad zur Arbeit“ oft scheitert – und geben dir ganz konkrete Tipps und Ideen, wie dir der Umstieg ab jetzt gelingen kann.

Wenn erst einmal kleinere Investitionen nötig sind, lass dich bitte nicht abschrecken: Allein schon die gesundheitlichen Vorteile davon, häufig Fahrrad zu fahren, machen das schnell wieder wett. Und natürlich sparst du gegenüber Autofahrten auch einiges an Geld.

Knackpunkt 1: Dein Fahrrad

Dein Fahrrad ist logischerweise das zentrale Instrument, um dein Vorhaben, damit zur Arbeit zu fahren, in die Tat umzusetzen. Oft scheitert das Ganze aber genau daran: Du besitzt zum Beispiel ein altes Rad, es stand lange herum, die Kette ist verrostet, die Reifen sind platt und überhaupt. So eine Fahrradleiche wieder zum Leben zu erwecken erscheint aufwändig und kann dich daran hindern, dich an den Umstieg heranzuwagen.

Ein weiteres typisches Szenario ist, dass du zwar ein funktionierendes Rad hast, es aber nicht alltagstauglich ist. Ein Rennrad mit schmalen Reifen, ohne Licht, Schutzbleche und Co. macht zwar auf der schnellen Wochenendrunde Spaß, auf dem Weg zur Arbeit ist es aber meistens unbequem und kann sogar gefährlich werden – Stichwort Straßenbahnschienen. Ähnlich sieht es mit einem Fully, also einem vollgefederten Mountainbike, aus: Trails rauf- und runterheizen ist damit kein Problem, mit dem hohen Gewicht, breiten Reifen und ohne verkehrstaugliche Anbauteile durch den Großstadtdschungel aber keine gute Idee.  

Oder du hast aktuell überhaupt kein Fahrrad? Das macht den Umstieg auch nicht gerade einfacher.

Grundvoraussetzung um mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren: Ein vernünftiges Rad
Grundvoraussetzung um mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren: Ein vernünftiges Rad. (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay – ThorstenF)

So klappt es besser

Zuerst machst du eine Bestandsaufnahme.

Szenario 1: Wenn du kein (funktionstüchtiges) Rad hast: Bring entweder dein altes Fahrrad zur Fahrradwerkstatt deines Vertrauens und lass dich beraten, ob sich eine Instandsetzung lohnt. Oder bereite dich auf eine Neuanschaffung vor: Prüfe, wie weit dein Arbeitsweg ist und wie er beschaffen ist. Gibt es viele Steigungen, vielleicht Abschnitte auf schlecht befestigten Wegen? Dann checkst du dein Budget und suchst im entsprechenden Bereich nach einem Bike. Das sollte grundsätzlich folgende Eigenschaften erfüllen:

  • Du solltest bequem und aufrecht darauf sitzen, damit du auch längere Strecken absolvieren kannst und im Straßenverkehr immer den Überblick behältst.
  • Es sollte komplett funktionstüchtig sein.
  • Es sollte verkehrssicher sein – also unter anderem funktionierende Bremsen, Klingel, Lichter und Reflektoren haben.
  • Es sollte alle Anbauteile haben, die du für deine Fahrt zur Arbeit brauchst, dazu gehören zum Beispiel Schutzbleche, ein Gepäckträger, aber auch breite, gut abrollende, pannensichere Reifen (ab ca. 37 mm Breite) und ein ordentliches Schloss.

Extra-Tipp: Für viele, denen der Umstieg aufs Fahrrad bisher schwergefallen ist, könnte ein E-Bike eine interessante Lösung sein. Denn es macht die Fahrt zur Arbeit weniger anstrengend (besonders wenn du dabei Steigungen bewältigen musst), auch ein etwas weiterer Weg ist mit einem E-Bike leichter und schneller zu schaffen als mit einem normalen Rad. Und du kommst nicht so verschwitzt in der Arbeit an, da du mit einem E-Bike deutlich weniger in die Pedale treten musst. Es darf natürlich auch ein gebrauchtes E-Bike sein.

Szenario 2: Du hast ein Rad, aber für den Weg zur Arbeit eignet es sich momentan nicht? Dann überlege, ob du es mit einigen Anbauteilen und oder Umbauten zum Arbeitsbegleiter machen kannst. Dazu gehören:

  • Solide Reifen mit mindestens 37 mm Breite, guten Abrolleigenschaften und ordentlichem Pannenschutz (ein bewährter Klassiker wäre zum Beispiel der Schwalbe Marathon, zu kaufen bei Lucky Bike oder B.O.C.).
  • Alle Anbauteile, die du brauchst, um dein Rad verkehrssicher zu machen. Viele davon kannst du auch zum einfachen Aufstecken oder schnell wieder abmontieren kaufen, z.B. Licht, Klingel, Schutzbleche.
  • Schutzbleche und Gepäckträger sind sinnvoll, um dein Rad wetterfest und transporttauglich zu machen, ein gutes Schloss kann es vor Diebstahl schützen.

Wenn diese An- bzw. Umbauten für dich nicht in Frage kommen, kannst du gebraucht ein ordentliches „Arbeitsrad“ schon ab ca. 150-200 Euro auf Fahrradflohmärkten oder aus Privatverkäufen finden.

Knackpunkt 2: Deine Ausrüstung

Falsche oder unzureichende Ausrüstung kann dir die Radfahrt zur Arbeit ähnlich schnell vermiesen wie ein ungeeignetes Fahrrad. Dabei musst du zwischen Pflicht-Ausrüstung und sinnvollem Zusatzequipment unterscheiden.

Dein Rad muss, wenn du es im öffentlichen Straßenverkehr nutzt, verkehrssicher sein. Das dient deiner Sicherheit und der aller anderen Verkehrsteilnehmenden. Wirst du ohne Licht, funktionierende Bremsen oder Klingel erwischt, kostet dich das übrigens auch Geld. Beeinträchtigt man mit einem nicht verkehrssicheren Fahrrad wesentlich den Verkehr, können sogar 80 Euro fällig werden.

Schutzbleche, Gepäckträger und Fahrradständer sind keine Pflicht, erleichtern dir deinen Weg mit dem Rad zur Arbeit aber ungemein. Ohne Schutzbleche oder Regenkleidung bei Regen unterwegs zu sein und dann mit nasser und verdreckter Kleidung im Job anzukommen – ein solches Erlebnis kann schon reichen, um dein Rad als Option für den Arbeitsweg zukünftig auszuschließen.

Achte wenn du regeläßig zur Arbeit radeln willst auf die wichtige Ausrüstung für dein Rad
Achte, wenn du regeläßig zur Arbeit radeln willst, auf die richtige Ausrüstung für dein Rad. (Foto: CC0 Public Domain / Unsplash – Jacak Dylag)

So klappt es besser

Mache dein Rad verkehrssicher. Dann überlegst du, welche weiteren Anbauteile für dich wichtig sind. Mit guten Schutzblechen bist du für jedes Wetter gerüstet, auf einem Gepäckträger kannst du – in einem Korb oder geeigneten Packtaschen – dein Arbeitsequipment, eventuell Wechselkleidung etc. mitnehmen und auch unterwegs mal ein paar Einkäufe erledigen und diese gut verstauen. Ein Ständer ermöglicht es dir, dein Rad immer sicher abzustellen. Lehnst du es nur an eine Wand oder ein Straßenschild, kann es wegrutschen, unschöne Kratzer im Lack bekommen und zu einem Hindernis werden.

Ein gutes Fahrradschloss schützt dein Bike vor Diebstahl – das ist besonders wichtig, wenn du es an deinem Arbeitsplatz nicht in einem gesicherten Fahrradraum oder ähnlichem abstellen kannst. Schlösser können mitunter recht teuer sein, sind deshalb aber nicht unbedingt besser. (Dem preiswerten Kryptonite Keeper 785 bescheinigte die Stiftung Warentest eine „sehr gute“ Aufbruchsicherheit. Erhältlich für ca. 40 Euro bei Rose Bikes oder Amazon.)

Ebenfalls empfehlenswert ist ein kleines Multitool, so kannst du einfache Reparaturen auch unterwegs durchführen. (Gute Modelle gibt es zum Beispiel von Topeak, erhältlich für ca. 28 Euro bei Rose Bikes oder Amazon.)

Jetzt zur Kleidung: Investiere in ein paar gute Basics, dann schreckt dich schlechtes Wetter weniger. Wähle am besten Kleidung mit reflektierenden Elementen und in kräftigen Warnfarben wie rot, orange oder neongelb, so wirst du besser gesehen. Zu den wichtigsten Basics gehören:

  • Eine wasserdichte Regenjacke (achte darauf, dass die Nähte verschweißt sind, nur dann ist sie wirklich wasserdicht)
  • Wärmende und winddichte Fahrradhandschuhe, die dir genügend Grip bieten, um jederzeit sicher zu lenken und zu bremsen
  • Eine warme, winddichte Mütze – es gibt spezielle dünne Modelle, die gut unter den Helm passen
  • Für stärkeren Regen eine Regenhose, evtl. auch Überschuhe

Knackpunkt 3: Deine Strecke

Zu viel Verkehr, komplizierte Kreuzungen, schlechte Luft, im Nirgendwo verschwindende oder nicht vorhandene Radwege – die Wahl deiner Strecke kann entscheidend dazu beitragen, ob du es schaffst, regelmäßig mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren oder nicht. Denn nur wenn du dich sicher und wohl fühlst und nicht an jeder Ecke fürchten musst, übersehen zu werden, wirst du das Radfahren genießen und dauerhaft dabei bleiben.

Zur Arbeit radeln: Finde die beste Strecke
Zur Arbeit radeln: Finde die beste Strecke für dich. (Fotos: CC0 Public Domain / Pixabay – Catkin, alexkfm)

So klappt es besser

Schaue dir, bevor du das erste – oder das nächste – Mal mit dem Rad zur Arbeit fährst, mögliche Routen auf einer Karte an. So weißt du, wo es lang geht, wie lange du in etwa brauchst und worauf du achten musst. Ist der kürzeste Weg wirklich der sinnvollste, auch wenn er entlang stark befahrener Straßen führt?

Bei der Wahl der richtigen Strecke zum Arbeitsplatz können dir auch spezielle Fahrradnavigations-Apps wie Komoot, Naviki und Co. helfen. Denn dort kannst du explizit nach ruhigeren Nebenstraßen suchen – oder naturnahe Strecken mit einbinden. Die Apps zeigen dir auch, ob die Straßen und Wege asphaltiert sind und weitere für Radfahrende interessante Details.

Ein Plus an Motivation können sie dir übrigens auch liefern: Zeichne deine Strecken damit auf und sammle so Kilometer. Schon bei einem Arbeitsweg von fünf Kilometern pro Strecke, den du dreimal pro Woche hin und zurück fährst, kommen 30 Kilometer in der Woche zusammen. Du könntest dir zum Beispiel alle 100 Kilometer Meilensteine setzen, an denen du dich mit einer Kleinigkeit belohnst. Ob das dann eine schicke Klingel oder ein Eis ist, bleibt natürlich dir überlassen.

Noch ein wichtiger Tipp zum Schluss

Sei geduldig und nicht zu streng mit dir, denn niemand ist perfekt. Starte dein Projekt „Mit dem Fahrrad zur Arbeit“ langsam; fahre zum Beispiel erstmal nur einen Tag pro Woche mit dem Rad. Beginne am besten im Frühling, an einem schönen sonnigen Tag, das erleichtert dir die ersten Fahrten. Oder du suchst dir Mitstreitende oder Mitmach-Aktionen wie „Mit dem Rad zur Arbeit“. Letztere beginnt in diesem Jahr am 1. Mai. Denn der sogenannte Köhler-Effekt zeigt, dass man stärker und länger motiviert ist, etwas zu erreichen, wenn man sich dafür in Gruppen zusammenschließt.

Und wenn es ab und zu überhaupt nicht passt, sei es wegen schlechten Wetters, Zeitmangels oder was auch immer – dann ärgere dich nicht, sondern akzeptiere es und freue dich auf den nächsten Tag, an dem du das Rad nehmen wirst. Verschiedene Studien zeigen, dass es eine Weile dauert, bis man neue Gewohnheiten etabliert hat. Hält man aber diese Zeit (je nach Studie variieren die Angaben von ca. 21 bis zu ca. 66 Tagen) durch, so verankert sich deine neue Gewohnheit fest und es wird dir viel leichter fallen, so oft es möglich ist, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren.

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