7 häufige Winterfehler – und wie du sie vermeidest

Fotos: Colourbox.de, Utopia.de

Warm einpacken, nicht dem Winterblues verfallen und gesund bleiben: Die kalte Jahreszeit verlangt uns einiges ab. Wir müssen an unser Wohlbefinden denken – aber natürlich auch an die Umwelt. Folgende Winterfehler solltest du deshalb besser vermeiden.

Es sind lange und dunkle Monate bis zum Frühling – Grund genug, sie so angenehm wie möglich zu gestalten. Doch sei es bei der Auswahl der Wintermode, dem Lebensmittelkauf, dem Weg zur Arbeit oder der eigenen Gesundheit: Viele schaden mit ihrem Verhalten sich selbst oder der Umwelt. Wir zeigen dir die häufigsten Winterfehler und wie du sie vermeidest.

1. Erkältungen falsch vorbeugen

Hagebuttentee hilft bei der Abwehr von Viren, die beispielsweise eine Erkältung hervorrufen können
Wer keine Erkältung bekommen möchte, sollte nicht auf die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln vertrauen. (Foto: CC0 / Pixabay / Mojpe)

Auch wenn der Name des Leidens etwas anderes vermuten lässt: Die Kälte im Winter ist nicht die eigentliche Ursache für eine Erkältung – sondern Viren. Großmutters Rat, sich nur ja immer schön warm anzuziehen, hat trotzdem seine Berechtigung: Denn wenn sich der Körper ohnehin schon mit Krankheitserregern herumschlägt, belasten die eisigen Temperaturen zusätzlich das Immunsystem.

Zur Vorbeugung von Infekten greift manch eine:r zu Nahrungsergänzungsmitteln wie Vitamin C- oder Zink-Tabletten. Doch laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) fehlt der wissenschaftliche Beweis dafür, dass diese Mittel dazu beitragen, Erkältungen zu verhindern oder gar zu heilen: Zwar kann eine unzureichende Versorgung mit diesen Nährstoffen anfälliger für Infekte machen, doch der Umkehrschluss – extra viel in Form von Tabletten zuführen beugt vor – stimmt nicht.

Eine Analyse von 2011, die Daten von mehrere Studien zu Zink-Tabletten auswertete, kam zwar zu dem Ergebnis, dass die Präparate bei Erkältungskrankheiten helfen. Das Verbraucherschutzmagazin Öko-Test schreibt dazu: „Der Teufel steckt jedoch im Detail. Zum einen sind die beobachteten Effekte bescheiden: Die Dauer der Erkältung verkürzte sich im Mittel gerade einmal um einen Tag. Zudem war man bei der Dosierung nicht zimperlich: Die Erwachsenen nahmen täglich 30 bis 160 Milligramm Zink ein.“ Hierzulande enthielten Arzneimittel gegen Zinkmangel gerade einmal bis zu 25 Milligramm Zink in einer Tagesdosis. „Da wundert es nicht, wenn in den ausgewerteten Studien immer wieder Nebenwirkungen beschrieben werden“, so Öko-Test. Die Studienleiter selbst verwiesen darauf, dass die Daten nicht ausreichen, um Zink allgemein gegen Erkältungen empfehlen zu können.

Um genügend Vitamin C und Zink zu sich zu nehmen, reicht eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Wintergemüse wie Grünkohl, Rosenkohl oder Weißkohl sind in der kalten Jahreszeit zum Beispiel gute Vitamin C-Quellen, Lebensmittel wie Vollkornprodukte oder Hülsenfrüchte liefern Zink (in Maßen genossen: auch Bio-Milch, Bio-Käse und Bio-Eier).

Wer einer Erkältung wirklich effektiv vorbeugen möchte, sollte neben der Ernährung vor allem folgende Dinge beachten: Es ist wichtig, ausreichend zu schlafen, denn Studien haben gezeigt, dass weniger als sechs Stunden erholsamer Schlaf das Risiko für einen Infekt steigern. Vermeide außerdem chronischen Stress und Alkohol, denn beides bremst die Immunabwehr.

2. Winterliche Modesünden

Der Wunsch, sich mit der richtigen Kleidung vor der Kälte zu wappnen, ist mehr als verständlich. Doch beim Kauf deines Wintermantels solltest du nicht den Fehler machen, unnötiges Tierleid zu unterstützen.

So sind viele Jacken und Mäntel mit modischem Pelzbesatz am Kragen, an den Ärmel oder in Form von Zierbommeln versehen. Und dabei handelt es sich nicht immer um Kunstpelz – selbst wenn die Deklarierung anderes behauptet. Zu diesem Ergebnis kam unter anderem die Stiftung Warentest. Echter Pelz aus China ist oft billiger als die synthetische Alternative, was nur dadurch möglich ist, dass bei der Produktion nicht auf Tierschutz, gerechte Löhne und Umweltschutz geachtet wird. Da eine falsche Kennzeichnung bislang kaum Konsequenzen nach sich zieht, hilft nur: die Produkte selbst zu untersuchen, zum Beispiel durch Pusten oder Auseinanderziehen.

Auch Daunenjacken sind ethisch fragwürdig, weil die weichen Federn oftmals durch Lebendrupf gewonnen werden. Das ist für die Tiere mit großer Qual verbunden. Doch es gibt einige Hersteller in der Mode- und Outdoor-Branche, die bei Daunen auf Lebendrupf und Stopfmast verzichten und vorbildliche Lieferketten vorweisen können. Nachhaltige Daunenjacken zu kaufen ist also durchaus möglich.

3. Essen wie im Sommer

Zu den ballaststoffreichsten Obstsorten gehören Äpfel, Birnen und zahlreiche Beerenarten.
Winterfehler: Ein frischer Obstsalat liefert zwar viele Vitamine, aber im Winter sollte man zu anderen Sorten greifen. (Foto: CC0 / Pixabay / silviarita)

In der kalten Jahreszeit schrumpft das Angebot an regionalen Obst- und Gemüsesorten – jedoch nicht das der üppigen Auslagen im Supermarkt. Nach nichts schmeckende Erdbeeren und wässrige Tomaten landen zwar selten im Einkaufskorb, aber wie sieht es mit dem Sommergemüse Zucchini für die Gemüsepfanne aus? Oder mit den Weintrauben, die seit November nicht mehr aus Deutschland kommen, sondern zum Beispiel aus Brasilien eingeflogen werden?

Wer sich selbst dabei ertappt, im Winter öfters danebenzugreifen, der sei noch einmal daran erinnert: Wenn wir nicht saisonal einkaufen, nehmen wir die Abhängigkeit von Importen und die Klimabelastung durch den weiten Transport in Kauf. Es lohnt sich daher auf jeden Fall, den kulinarischen Horizont zu erweitern und neue Rezepte mit schmackhaftem Wintergemüse aus der Region auszuprobieren. Einen Überblick, welche Obst- und Gemüsesorten zurzeit gerne auf den Tisch kommen dürfen, gibt der Utopia-Saisonkalender.

4. Schnee-Fehler

Frisch gefallener Schnee lässt sich noch leicht wegschippen.
Frisch gefallener Schnee lässt sich noch leicht wegschippen. (Foto: CC0 / Pixabay / Bru-nO)

Schnee zu schippen ist lästig, aber nötig, um Unfälle vor der eigenen Haustür zu verhindern. Eine praktischer anmutende, aber problematische Maßnahme gegen Glätte ist dagegen der Einsatz von Streusalz – denn das schadet der Umwelt und den Tieren. Das aggressive Salz schädigt Pflanzen im Boden, kann mit dem Schmelzwasser in Gewässer gelangen und bei Vierbeinern für Entzündungen in den Pfoten sorgen. Wenn es unbedingt Streumittel sein sollen, dann also besser solche ohne Salz und mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“. Am ökologischsten ist und bleibt aber frühzeitiges Räumen.

Ein Schnee-Fehler, den vor allem Kinder begehen, ist, selbigen zu essen. Sogar frischgefallene Flocken sollte man nicht unbedingt in größeren Mengen auf der Zunge zergehen lassen, weil Schnee – genau wie Regen – Schadstoffe aus der Luft aufnehmen kann. Am Boden verschmutzt er schließlich weiter durch Abgaspartikel, Tierexkremente oder Streusalz. Also lieber Schneebälle und Schneemänner formen, und zu Hause einen warmen Tee trinken – der schmeckt nämlich sowieso viel besser.

5. Falsch heizen

Das Zuhause wird dieser Tage zum Rückzugsort, das Bett zur wärmenden Höhle. Aber wenn wir uns mithilfe der Heizung ein behagliches Raumklima schaffen wollen, machen wir dabei oft einige Fehler – und die verschwenden unnötig Geld und Energie.

So ist es zum Beispiel aus Sicht des Energieverbrauchs kontraproduktiv, die Heizung für längere Zeit auszuschalten und dann wieder aufzuwärmen – das Heizkörper-Thermostat etwas herunterzudrehen, genügt. Anhänger des anderen Extrems, nämlich dem, die Heizung voll aufzudrehen, sind ebenfalls auf dem Holzweg. Denn das verursacht pro Grad Celsius mehr etwa sechs Prozent höhere Heizkosten und kostet noch dazu enorm viel Energie.

Um das Heizen des Raumes nicht zu behindern, solltest du den Heizkörper nicht mit Möbelstücken oder anderen Gegenständen verdecken. Auch nasse Wäsche auf der Heizung zu trocknen, stört die Wirkung des Heizkörpers. Zudem bildet sich durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit leichter Schimmel.

6. Falsch lüften

So schön ein warmes Zimmer auch ist: Ab und zu muss gelüftet werden, um frischen Sauerstoff hineinzulassen und Schimmelbildung zu vermeiden. Viele begehen jedoch den Fehler, dass sie im Winter zu selten und zu kurz das Fenster öffnen: zwei bis vier Mal täglich für fünf bis maximal zehn Minuten Stoßlüften ist ideal – so entsteht kein Schimmel und der Raum kühlt auch nicht zu sehr aus.

Woran viele im Alltag nicht denken: Es ist wichtig, beim Lüften die Heizung vollständig abzudrehen. Sonst heizt man „zum Fenster hinaus“ und verschwendet Energie. Hinterher ist es im Übrigen nicht nötig, die Heizung noch stärker aufzudrehen als zuvor, weil der Thermostat die Temperatur von selbst schnell wieder anpasst.

7. Das Auto nehmen

Endlich hast du dich aus dem molligen Bett gequält, obwohl es draußen noch dunkel und unsäglich kalt ist. Die Versuchung, ins Auto zu steigen und die kurze Strecke zur Arbeit zu fahren, ist groß. Doch gerade kurze Distanzen verbrauchen viel Kraftstoff und verschleißen einzelne Fahrzeugteile schneller – und das gilt leider für jede Jahreszeit.

Fahrrad Winterreifen
Auch im Winter kannst du weiter dein Fahrrad nutzen – aber mit Winterreifen. (Foto: CC0 / Pixabay / brisch27)

Auch wenn es schwerfällt: Besser für die Umwelt – und dank der Extraportion frischer Luft auch für dich – ist es, (warm eingepackt) zu laufen oder aufs Rad zu steigen. Das Fahrrad lässt sich mit Winterreifen auch für den Einsatz in Schnee und Eis rüsten.

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(7) Kommentare

  1. Ein wenig inkonsequent:
    -„Um genügend Vitamin C und Zink zu sich zu nehmen, reicht eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Rote Paprika, Kiwis oder Brokkoli sind zum Beispiel gute Vitamin C-Quellen.“
    -„Wenn wir nicht saisonal einkaufen, nehmen wir die Abhängigkeit von Importen und die Klimabelastung durch den weiten Transport in Kauf.“

    Verlinkt doch einfach im ersten Beispiel den Saisonkalender oder nennt gleich Vitamin C-Lieferante mit Saison im Winter: Grünkohl, Weißkohl, Wirsing

  2. Kiwis werden bei uns im November (allerfrühestens!) bis in den Januar geerntet. Sie können Frost vertragen, aber nicht zu viel und zu lange. Daher haben sie jetzt Saison und sind eine tolle Vitamin-C-Quelle!
    Ich habe im Dezember und Anfang Januar von meiner (einzigen weiblichen) Kiwipflanze mehrere hundert Früchte geerntet, die größtenteils noch sehr fest, also unreif sind und die ich jetzt lagere und nach und nach verzehre bzw. in großen Mengen verschenke.
    Kiwis sind überall in Deutschland leicht anzubauen. Es wird eine männliche und eine weibliche Pflanze oder nur eine hermaphroditische Pflanze benötigt und eine Klettermöglichkeit, da es sich Rankpflanzen handelt.

  3. Wir heizen und lüften völlig falsch.
    Tagsüber ist die Heizung an, nachts ist sie komplett aus.
    Tagsüber sind die Fenster zu (geht leider nicht anders, da die Brikett und Holzheizer den ganzen Tag die Luft verqualmen) und nachts von 24 bis 6 Uhr sind die Fenster auf.
    Wir zahlen für 160 qm etwa 1200 € Öl – unser Nachbar (etwa gleiche Hausgrösse) heizt und lüftet richtig und zahlt über 2000 €.
    Unsere Temperatur von 20 Grad sorgt nicht nur für einen niedrigen Ölverbrauch sonder schützt auch vor Infektionen – in der trocknen Luft fliegen die Viren besser.

  4. 1. Nahrungsergänzungmittel sollen nicht hilfreich sein? Dann ist es also purer Zufall, dass ich seit 10 Jahren, exakt als ich mit der regelmäßigen Einnahme von Vitamin D begann, keine Erkältung mehr hatte, während es mich früher oft ein paar Mal jeden Winter erwischte?
    2. Aus Sicht des Energieverbrauchs soll es kontraproduktiv sein, die Heizung zwischendurch ganz auszuschalten? Das erscheint mir nicht logisch. Natürlich braucht es eine Menge Energie, eine kalte Wohnung aufzuheizen, aber das ist ganz sicher nicht mehr als die Energie, die Wohnung konstant lauwarm zu halten. Im übrigen entschwindet umso mehr Wärme nach draußen, je größer der Temperaturunterschied zu drinnen ist. Das wird jeder Physiker bestätigen.

  5. „Zwar kann eine unzureichende Versorgung mit diesen Nährstoffen anfälliger für Infekte machen, doch der Umkehrschluss – extra viel in Form von Tabletten zuführen beugt vor – stimmt nicht“

    Alles, was extrem ist, ist falsch. Gerade Allergiker können sich nicht problemlos mit allem versorgen. Oder manche können Nährstoffe nicht so gut über den Darm aufnehmen. Da ist es in Maßen sinnvoll, seine Nahrung zu ergänzen.

    Der Hinweis, dass man ausreichend schlafen soll, ist nicht hilfreich. Denn Menschen, die es können, schlafen meistens ohnehin genug. Und die, die es nicht können, wissen, dass das schlecht ist. Was für ein Tipp soll das denn sein !