WPC: Holz-Kunststoff-Gemisch für die Terrasse

Foto: CC0 / Pixabay / Counselling

WPC steht für Wood-Plastic-Composite und ist ein beliebter Baustoff für Terrassendielen. WPC-Dielen lassen sich wie herkömmliche Holzdielen verschrauben oder mit einem Klicksystem befestigen. Doch sind sie auch die besseren Dielen?

WPC ist ein Holz-Kunststoff-Gemisch, das vor allem für den Bau von Terrassen genutzt wird. Aber auch für den Bau von Möbeln und Holzverkleidungen kommt WPC zum Einsatz. Es handelt sich dabei um eine Mischung aus Plastik und Holz (zum Beispiel Holzspäne und Sägemehl, zunehmend aber auch andere zellulosehaltige Stoffe), meist im Verhältnis 60 Prozent Holz und 40 Prozent Plastik.

Oft kommt WPC dort zum Einsatz, wo sonst Tropenholz verwendet worden wäre. Die Verwendung von Tropenholz steht schon lange in der Kritik, da die Abholzung des Regenwaldes die Klimakrise verstärkt.

WPC: Herstellung des Materials

WPC lässt sich aus recycelten Kunststoffen herstellen.
WPC lässt sich aus recycelten Kunststoffen herstellen.
(Foto: CC0 / Pixabay / fotoblend)

Für die Herstellung von WPC vermischen die Hersteller Holzspäne, Sägemehl oder andere zellulosehaltige Materialien (wie etwa Gräser) mit einem speziellen Kunststoff. Anschließend erhitzen sie das Gemisch und pressen es durch eine Form. Heraus kommt eine endlose Terrassendiele, die in die gewünschte Form geschnitten wird. Es gibt auch noch andere Verfahren: Beim Spritzgussverfahren wird die erhitzte WPC-Masse in die gewünschte Form gespritzt, bei anderen Verfahren zwischen Platten gepresst oder in Hohlkörper gegossen.

In welchem Verhältnis Kunststoff und Holz zueinander stehen, unterscheidet sich je nach Hersteller. Der Holzanteil liegt fast immer zwischen 50 und 70 Prozent, der Kunststoffanteil nimmt den Rest ein. Als Kunststoff verwenden viele Herstellen Polyethylen (PE) oder Polyvinylchlorid (PVC). Aus diesen Kunststoffen sind auch oft Plastiktüten, Plastikflaschen und Plastikfolien gemacht. Oft recyceln Hersteller solche Materialien. Als Holz kommen viele Holzarten zum Einsatz, die auch bei uns in Deutschland vorkommen. Dazu gehören zum Beispiel Eiche, Ahorn, Fichte und Douglasie.

Vorteile und Nachteile von WPC

WPC oder Echtholz? Beides hat Vorteile.
WPC oder Echtholz? Beides hat Vorteile.
(Foto: CC0 / Pixabay / PatternPictures)

Vorteile:

  • pflegeleicht
  • keine Splitter
  • rutschfest
  • witterungsbeständig
  • Vielzahl an Farben und Formen
  • Lackieren/Ölen nicht nötig
  • kaum Ausbleichen, kein „Ergrauen“ wie bei Holz

Nachteile:

  • wird im Sommer heiß
  • typische Holzmaserungen, Astlöcher fehlen meist
  • hoher Energie- und Rohstoffverbrauch
  • schwer recycelbar

Wie nachhaltig ist WPC?

Wenn WPC, dann mit Siegel.
Wenn WPC, dann mit Siegel.
(Foto: Sven Christian Schulz / Utopia)

Die Herstellung von WPC ist im Vergleich zu normalen Holzdielen deutlich energieintensiver und es fallen mehr Rohstoffe (Kunststoffe) an. Dies lässt sich zum Teil durch recycelte Kunststoffe kompensieren. Allerdings werden WPC-Produkte oft nicht recycelt, da sich die Holz- und Kunststoffverbindungen nicht so einfach wiederverwerten lassen. Oft werden kleinere Mengen als Restmüll entsorgt, obwohl Hersteller sie offiziell zurücknehmen würden(„internes Recycling“).

Das WPC lässt sich zermahlen und zu neuem WPC verarbeiten, so das Fraunhofer Institut. Eine andere Verwertung ist schwieriger: Zumindest 70 Prozent der Rohstoffe von WPC können weiter genutzt werden, der Rest wird verbrannt. Denn einen Markt für Alt-WPC gibt es noch nicht: „Solange keine Nachfrage nach sekundären WPC besteht, werden ein getrennter Sortieraufwand und die anschließende Aufbereitung zum sekundären Rohstoff in einem offenen Kreislauf nicht stattfinden“, so das Fazit des Fachmagazins Holzkurier.

Nicht nur bei der Verwendung des Kunststoffes legen einige Hersteller Wert auf Nachhaltigkeit. Auch beim verwendeten Holz gibt es „bessere“ Hersteller: Sie verwenden Holz mit FSC-Siegel oder PEFC-Siegel, die eine nachhaltige Forstwirtschaft garantieren.

Ökologisch sinnvoller ist WPC dort, wo es statt Tropenholz und statt reinem Kunststoff eingesetzt wird. Vorausgesetzt, WPC besteht aus recycelten Kunststoffen. Zu diesem Ergebnis kommt etwa ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördertes Projekt. Beim Rohstoffeinsatz schneiden die Holzdielen besser ab, aufgrund der Langlebigkeit können die WPC-Dielen aber ebenso überzeugen.

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