Dieses visionäre Dorf wird sich komplett selbst versorgen

ReGen Villages: das autarke Dorf der Zukunft
Bild: © EFFEKT

Ist das die Zukunft des Wohnens? In den Niederlanden entsteht ein Modell-Dorf, das dank modernster Architektur vollständig autark sein wird – von der Stromproduktion bis zur Lebensmittelversorgung. Wir zeigen, wie das Öko-Dorf aussehen soll.

ReGen Villages heißt das Projekt, entwickelt wurde das selbstversorgende Dorf von dem US-amerikanischen Unternehmer James Ehrlich und dem dänischen Architektenbüro EFFEKT. Der Pilotversuch, das erste ReGen Village, soll bei Almere in den Niederlanden mit 25 Wohnhäusern auf rund 15.000 Quadratmetern starten.

ReGen steht für regenerativ, d.h. für ein geschlossenes Kreislaufsystem. Zur Versorgung der Bewohner kommen hochmoderne Technologien zur Anwendung und bilden gemeinsam ein komplett autarkes System: Gebäude, die mehr Energie produzieren als verbrauchen, erneuerbare Energien und Energiespeicher, vertikale Gärten, Aquaponics, Wassermanagement- und Recyclingsysteme. Das effektive Zusammenspiel dieser Technologien, so glauben die Erfinder, könnte einige der Probleme lösen, die Bevölkerungwachstum, Urbanisierung und Ressourcenknappheit in Zukunft mit sich bringen werden.

So funktioniert das Dorf der Zukunft

Für die Lebensmittelversorgung der Dorf-Gemeinschaft soll es saisonal bewirtschaftete Gärten geben, Gewächshäuser mit vertikalem Anbau, Tierhaltung sowie Aquaponics, eine flächensparende Kombination aus Fisch- und Pflanzenzucht. Die Wohngebäude werden von Glashäusern umgeben, welche den Anbau von Lebensmitteln direkt vor der Haustür – oder auf der Terasse – das ganze Jahr über ermöglichen sollen.

Die Bioabfälle des Dorfes sollen zur Ernährung des Viehs genutzt werden, der restliche Müll mittels Verbrennung zur Energiegewinnung dienen. Darüber hinaus wird der Energiebedarf durch Solar- und Biogasanlagen gedeckt – plus Speichermöglichkeit für den Strom. Zur Wasserversorung wird Regenwasser gesammelt und bei Bedarf als Trinkwasser gefiltert.

Das Dorf ist so angelegt, dass Wohnbereiche und jene, die die zur Versorgung genutzt werden, unmittelbar in Berührung stehen – anders als heute in Städten üblich, wo Wohnen und Produzieren weit voneinander entfernt stattfinden. Die 25 unterschiedlich großen Wohnhäuser des Modell-Dorfs werden im Kreis angeordnet, während Gewächshäuser, Gärten, Weiden und Aquaponics im Zentrum liegen – umgeben von Gemeinschaftseinrichtungen wie einem Spielplatz, einem Park und einem Schwimmbad. Auch mit selbst produziertem Ökostrom geladene Elektroautos soll es geben.

Utopia meint: ReGen Village ist ein cleverer Versuch, bestehende Technologien so zu kombinieren, dass umweltfreundliches Wohnen unabhängig von etablierten Versorgungssystemen und Konzernen möglich wird. Das autarke Dorf hat das Potenzial, unsere Konzepte von Wohnen, Zusammenleben, Konsum und Versorgung nachhaltig zu verändern. Das Pilotprojekt in den Niederlanden ist es auf jeden Fall wert, dass wir es genau im Auge behalten und aus seiner Entwicklung lernen.

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(13) Kommentare

  1. Es gibt ein Projekt in Hamburg Jenfeld Hamburg water Cycle.
    In Hannover entstand vor ca. 10 Jahren ein Projekt mit dezentraler Wassernutzung, leider wurde es nicht von den Anwohnern nicht angenommen und liegt leider brach. Es soll aber keine abschreckendes Beispiel sein, wir müssen lernen mit den Ressourcen schonend umzugehen.

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