Reinigungsmittel selber machen: Dieses Start-up zeigt, wie nachhaltiges Putzen geht

Sauberkasten: Reinigungsmittel selbermachen
Foto: © Sauberkasten

Sommerregen, Tropenfrüchte, Bergwiesen – oft riechen Waschpulver, Fensterreiniger und Co. nicht nur ausgefallen, sondern enthalten auch Mikroplastik und andere Schadstoffe. Das Start-up „Sauberkasten“ zeigt, wie man stattdessen umweltfreundliche und nachhaltige Putzmittel einfach zu Hause herstellen kann.

Kernseife löst Fett, Natron bindet Gerüche, Zitronensäure lässt Kalk verschwinden – Putzen könnte so einfach sein. Doch die meisten Reinigungsprodukte übertrumpfen sich mit extravaganten Düften, sind mit Mikroplastik versetzt und aufwändig verpackt. Umweltschonende Hausmittel sehen dagegen oft blass aus.

„Meine Oma verwendete die noch ganz selbstverständlich, aber seitdem hat sich dieses Wissen verloren“, sagt Jeanette Schmidt. Das Ziel der 27-Jährigen: Sie will die Hausmittel wieder populär machen. Während ihres Designstudiums in Dessau entwickelte sie den Prototyp des „Sauberkastens“ als Beitrag zu einem nachhaltigeren Alltag. Das Social Impact Lab Leipzig unterstützte das Projekt ab August 2016 mit einem Stipendium.

Zutaten und Rezepte für DIY-Reinigungsmittel

Nun bringt Schmidt gemeinsam mit ihrer gleichaltrigen Mitstreiterin und Pädagogin Jette Grewling das Do-it-yourself-Reinigungsset auf den Markt: Eine Holzkiste mit sechs Zutaten, zehn Rezepten und passenden Messutensilien, mit denen man Reinigungsmittel für den ganzen Haushalt herstellen kann: Fensterputzmittel, Waschpulver, WC-Reiniger. Denn eigentlich ist alles ganz einfach: Aus Kernseife, Natron, Wasser kann man etwa ein Spülmittel herstellen, das dank ein paar Tropfen ätherischem Öls sogar auch ein bisschen duftet. Nach Melisse.

Sauberkasten: Reinigungsmittel selbermachen
Mit nur wenigen Hausmitteln kann man viele Reinigungsmittel ersetzen. (Foto: © Sauberkasten)

Solche und andere traditionelle „Hausfrauen-Tipps“ hat das Team mit einer Biochemikerin überarbeitet und ihre Wirksamkeit ausgiebig getestet. Dabei entwickelten Schmidt und Grewling ein Gefühl für die Reinigungskraft von Essig, Soda und Co. – das vermitteln sie nun auch in Workshops an Schulen. Ihr Lockmittel: „Putzen macht mit dem Selbstgebrauten einfach mehr Spaß“, sagt Schmidt. Denn wenn Soda und Essig den Abfluss zum blubbern bringen, dann wird der Wohnungsputz zur Spielwiese für Hobby-Chemiker.

Diese Freude anderen zu vermitteln, das ist die Hauptaufgabe der Gründerinnen. Denn die Putz-Prägung durch handelsübliche Reiniger ist sehr stark: „Viele Leute glauben, dass Spülmittel ohne Schaum nicht funktioniert“, sagt Jette Grewling. Das Gefühl von Sauberkeit sei bei fast allen Menschen stark von Aussehen und Duft der Putzmittel geprägt. „Da müssen wir noch viel Aufklärungsarbeit leisten“, sagt sie. Dabei hilft dem Sauberkasten-Team, dass die selbstgemachten Reinigungsmittel mit wenigen Handgriffen hergestellt werden können, kaum Müll verursachen und langfristig günstiger als Bio-Reiniger sind.

„Sauberkasten“ per Crowdfunding unterstützen

Neigen sich die Zutaten im Sauberkasten dem Ende, wollen Schmidt und Grewling in Zukunft günstigen Nachschub anbieten. Sie bauen dafür im Moment einen Online-Shop auf, über den die Reinigungssets und Nachfüllpackungen der Zutaten erhältlich sein werden. Darüber hinaus sind die Gründerinnen im Gespräch mit Einzelhändlern in der Region Leipzig, um auch offline Sauberkästen anbieten zu können. Wichtig ist Grewling und Schmidt dabei, dass der Sauberkasten-Inhalt so regional wie möglich hergestellt wurde und keinen langen Anfahrtswege hinter sich hat.

Aktuell sammeln die Putz-Aktivistinnen per Crowdfunding-Kampagne Geld für ihre erste serienmäßige Produktion. 211 Sauberkästen sind auf diesem Weg in den letzten zwei Wochen vorbestellt worden. Die Hälfte ihres Fundingsziels haben Jeanette Schmidt und Jette Grewling damit bereits erreicht – bis zum 23. August kann man das Startup noch bei Startnext unterstützen.

GASTBEITRAG vom Greenpeace Magazin.
TEXT: Julia Lauter

Das Greenpeace Magazin erscheint unabhängig, 100% leserfinanziert, frei von Werbung und ist digital und gedruckt erhältlich. Es widmet sich den Inhalten, die wirklich zählen: Das Thema heißt Zukunft und gesucht wird nach neuen Lösungen, kreativen Auswegen und positiven Signalen. Utopia.de präsentiert ausgewählte Artikel aus dem Greenpeace Magazin.
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