Diese 5 Hausmittel ersetzen fast alle Putzmittel

Hausmittel statt Putzmittel
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Aggressive chemische Reiniger und Schränke voller Putzmittel braucht kein Mensch: Mit einfachen Hausmitteln wie Essig, Zitronensäure, Soda und Natron kannst du fast alle Reinigungsmittel ersetzen. Dabei sparst du Plastikmüll und Geld – und schonst gleichzeitig deine Gesundheit und die Umwelt.

Badreiniger, Glasreiniger, WC-Reiniger, Scheuermilch, Fliesenputzmittel, Teppichreiniger, Desinfektionsmittel, Kalkentferner, Weichspüler: die Werbung und die endlosen Reinigungsmittelregale in den Supermärkten vermitteln uns, man bräuchte für jede Anwendung ein extra Produkt. So sammeln sich schnell jede Menge mehr oder weniger giftiger Mittelchen in bunten Plastikflaschen in unserem Haushalt an. Die meisten davon sind überflüssig.

15 Dinge, die du nicht kaufen musst – sondern einfach selber machen kannst

Hausmittel statt industrielle Reinigungsmittel

Fast alles, was du zum Putzen wirklich brauchst, kannst du mit einfachen Hausmitteln ohne viel Aufwand selber machen. Das ist besser für deine Gesundheit und für die Umwelt, denn Hausmittel wie Essig, Zitronensäure, Soda und Natron sind nicht annähernd so aggressiv wie viele gekaufte Reiniger und zudem biologisch abbaubar.

Großes Plus: Du sparst jede Menge Plastikmüll. Wenn du beim Einkauf deiner Hausmittel gut aufpasst, bekommst du fast alles in (gut recycelbares) Glas oder Papier verpackt. Vor allem aber sind die hochkonzentrierten Hausmittel Essig, Soda, Natron und Zitronensäure viel ergiebiger als jedes Putz- oder Waschmittel in der Flasche. So fällt deutlich weniger Verpackungsmüll an. Nur ein Beispiel: Um einen verstopften Abfluss zu reinigen, brauchst du vier Esslöffel Soda und eine halbe Tasse Essig – auf herkömmlichen Rohrreinigern hingegen heißt es meist, man solle ein Viertel oder die Hälfte der Flasche auf einmal in den Abfluss kippen.

Beim Reinigen mit Hausmitteln kannst du nicht nur jede Menge Abfall, sondern auch richtig Geld sparen: Essig, Zitronensäure, Soda und Natron sind zum einen ergiebiger (und dadurch günstiger), zum anderen an sich deutlich preiswerter als die meisten fertigen Reinigungsmittel. (Anhand des obigen Beispiels gerechnet: ein Rohrreiniger kostet mindestens circa 1,50 Euro pro Liter – die halbe Flasche in den Abfluss zu kippen kostet also etwa 75 Cent. Soda und Essig bekommt man für jeweils rund 1 Euro pro 500 Gramm bzw. pro Liter. Damit landet man bei weit unter 20 Cent pro Abfluss-Reinigung.)

Viele der Hausmittel haben zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten in der Küche oder als Pflegeprodukte – einfach mal googeln!

Essig, Zitronensäure, Soda, Natron, Kernseife

Bereits mit Essig, Soda und Zitronensäure kannst du die meisten notwendigen Reinigungsmittel ersetzen. Fügst du deinem Hausmittel-Vorrat noch Natron und Kernseife hinzu, bist du eigentlich für alles gerüstet.

Essig bzw. Essigessenz und Zitronensäure eignen sich besonders gut zum Entkalken z.B. von Senseo-Kaffeemaschinen, aber auch zum Beispiel Allzweckreiniger, Weichspüler und WC-Reiniger kannst du daraus machen. Soda kannst du als Putz-, Spül- und Waschmittel verwenden, es entfernt Flecken und reinigt verstopfte Abflüsse. Spülmittel, Textilreiniger, Backofenreiniger, Fugenmittel und noch einiges mehr kannst du durch Natron ersetzen.

Für die Herstellung einiger einfacher Reinigungsmittel brauchst du zudem Kernseife. Am besten verwendest du dafür pflanzliche Bio-Kernseife (gibt’s im Bioladen oder Reformhaus, zum Beispiel von Sodasan, Sonett oder Klar).

Falls dir das alles jetzt doch zu kompliziert klingt (ist es nicht!), du keine Zeit hast fürs Selbermachen oder du industriell gefertigten Reinigungsmitteln mehr Vertrauen entgegenbringst: Verwende ökologische Putz- und Waschmittel. Die schonen die Umwelt durch den Einsatz von natürlichen Tensiden und Inhaltsstoffen und sind zudem weniger schädlich für deine Gesundheit als herkömmliche Produkte. In unseren Bestenlisten findest du eine Übersicht der besten Öko-Reinigungsmittel.

Hausmittel statt Putzmittel: Soda, Natron, Essig, Zitronensäure, Kernseife
Hausmittel statt Putzmittel: Soda, Natron, Essig, Zitronensäure, Kernseife (Foto: © Utopia)

Hier findest du Tipps und Anleitungen für Hausmittel:

Viele hilfreiche Infos, Ideen und Anleitungen gibt es auch bei smarticular.net.

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(16) Kommentare

  1. Ein sehr schöner Beitrag.
    Wenn man sich etwas mit Chemie beschäftigt, dann ist das alles klar & logisch.
    Schade, dass die chemischen Formeln nirgends auftauchen. Wäre einen touch wissenschaftlicher.
    Ansonsten: Statt chemische Keulen zu kaufen altbekannte Chemie sinnvoll einsetzen.

  2. Ich hatte vor Monaten mir mal Soda gekauft und dann vergessen wie ich es anwende.
    Es steht immer noch im Schrank, deshalb finde ich diese Seite so interessant.
    Nun die Frage: bei der Reinigung vom Abfluss mit Soda und Essig, muss man das noch mit Wasser verdünnen und mit wieviel?
    Danke Monika

    • Hallo Monika, nein, du gibst das Soda einfach in den Abfluss, leerst den Essig direkt hinterher (das blubbert dann ein bisschen) und lässt das Ganze ein paar Minuten stehen, erst dann spülst du mit viel heißem Wasser nach.

    • Soda und Essig zu vermischen ist völliger Blödsinn.

      Essig enthält Essigsäure (Ethansäure, Summenformel C2H4O2) und reagiert sauer (d.h., die Essigsäuremoleküle geben H+ Ionen ab). Soda hingegen reagiert basisch mit Wasser (nimmt also H+ Ionen auf) – und Säuren reagieren mit Laugen bekanntlich in einer Neutralisationsreaktion. Am Ende hat man also eine neutrale Lösung und ein paar im Wasser gelöste Salze. Unbedenklich, aber auch völlig wirkungslos! Wer auch immer dieses Rezept verbreitet hat, hatte von Chemie keinen Schimmer.

      Besser ist es, entweder Essigsäure ODER Soda zu verwenden – dann kann die Säure bzw. Base ihre Wirkung entfalten und den verstopften Abfluss (hoffentlich) wieder frei machen, ohne von vorneherein unschädlich gemacht worden zu sein.

      • Wenn ich Natron in den Ausguss schütte und dann Essig raufgiesse, blubbert etwas CO2 hoch, die chemische Keule aus dem Baumarkt wirkt ähnlich, nur etwas heftiger, bringt aber auch nix, wenn es richtig verstopft ist.

  3. Klar, da wären Anwendungstipps nicht verkehrt. Ich selbst nutze Essigessenz, Spiritus und eine kleine Menge Spülmittel mit Wasser in einer großen Sprühflasche als Allzweckreiniger, lasse mich aber gerne noch weiter auf dieses Thema ein. Mein Wissen habe ich übrigens hauptsächlich aus einem Buch das in den 50-er Jahren (neu) heraus kam und das ich antiquarisch erstanden habe..
    Es heißt: Chemie des Alltags und wurde von einem Hermann Römpp im anrüchigen Jahr 1939 zuerst veröffentlicht, nach dem Krieg im Kosmos Verlag weiter verlegt. Copyrights gibt es von 1939 und 1952. Es erklärt wie Reinigungsmittel, Cremes und andere Haushaltschemikalien wirken und wie man mit einfachen Experimenten ihre Zusammensetzung und Qualität testen kann. Das Sachregister am Ende des Buches geht über 8 Seiten von „Abakterin“ bis „Zündhölzer“ und bietet Hintergrundwissen über alle Bereiche von Chemie im Haushalt von Schuhcreme bis Brausepulver. Es gibt keine ISBN, dafür ist das Buch zu alt. Meine Ausgabe ist 1959 in der Franckh‘ schen Verlagsbuchhandlung, W. Keller&Co. , Stuttgart erschienen. Empfehlenswert.

    • Hallo kahalla,
      die Anwendungstipps finden sich unter dem Artikel unter „Hier findest du Tipps und Anleitungen für Hausmittel:“ – ich hatte das auch erst übersehen! (da stehen ja normalerweise nur Links zu anderen Themen).

      Das Buchtipp ist sehr interessant! (gibts bei Gebrauchtbuchhändlern noch in allerlei Varianten)

  4. Auf Grund meiner Chemie-Kenntnisse habe ich doch eine Frage. Wer erklärt mir den Unterschied zwischen Natron und Soda? Ich mache z.B. mit Kaiser-Natron mein Sodawasser und kann Soda oder Natron als Backtriebmittel verwenden! Bitte um eine Erklärung zu SODA/NATRON !

    • Natron ist der Trivialname für Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) und sollte auf keinen Fall mit der wesentlich reaktiveren Natronlauge (Natriumhydroxid, NaOH) verwechselt werden.

      Mit Soda hingegen bezeichnet der Volksmund Natriumcarbonat (Na2CO3).

      Alle drei Substanzen sind in wässriger Lüsung Laugen – das heißt auf Deutsch: löst man sie in Wasser auf, setzen sie OH- Ionen frei und „fangen“ so die H+ Ionen, die von Säuren abgegeben werden, ab. Das ist dann eine Neutralisationsreaktion.

    • Hallo Zusammen. Jeder Hersteller dieser Produkte hat auf seiner Homepage Anwendungsbeispiele und Verwendungsmöglichkeiten angegeben. Falls Lücken in eurem chemischen Grundverständnis vorhanden sind einfach die alten Schulordner aus dem Keller herauskramen oder sich in den unendlichen Weiten des Internets informieren. Universitäten haben auch Informationen hierüber. Generell es steht alles im Internet. Ihr müßt nur suchen, sonst läuft ihr Gefahr auf irgend ein Pseudohalbwissen hereinfällt und mit falscher Verwendung der Stoffe euch selbst und eure Sachen und Wohnung beschädigt. Viele Hersteller geben auch Empfehlungen direkt auf ihrer Homepage an, die die genannten fünf Reinigungsmittel miteinbeziehen. Generell INFORMIERT EUCH.

  5. Meine langjährigen Erfahrungen mit Abflussrohren sagen:
    Chemie bringt nix – mechanische Gewalt hilft
    a) Rohre richtig verlegen, wenn möglich – gut verlegte Rohre verstopfen kaum, wenn
    b) nicht soviele Sachen durch die Abflussrohre geschickt werden, die da nicht hingehören (man kann auch den Hausmüll im Klo runterspülen, dann braucht man den Müllbeutel nicht rauszubringen)
    c) Auseinanderschrauben, da wo es möglich ist – geht am schnellsten
    d) Durchspülen mit Rohrreinigungsschlauch (3m = 10€ Anschluss Wasserleitung, 15m = 25€ Anschluss Hochdruckreiniger – wegen der vielen 90° Bögen kriegt man 15m aber nur bedingt in das AbflussRohr)
    e) Spirale (da am besten eine Firma rufen – mit den Billigspiralen für 15€ wird man selten froh)
    Grüsse

  6. Ich lese immer wieder gern die Utopia Seiten und auch die Putztipps sind sehr gut! Ich habe das meiste schon im Haus. Leider muss ich zu der (Z)Citronensäure sagen, das diese mit den normalen Zitronen garnichts zu tun hat, denn sie wird aus dem Aspergillus Schimmel gewonnen. Es ist der gleiche Schimmel wie er an feuchten Wänden vorkommt. Leider wird diese (Z)Citronensäure auch als Konservierungsmittel in sehr vielen Lebensmitteln verwendet, was ich ekelhaft finde! Ich habe mir angewöhnt immer die Zutatenliste zu lesen, denn meistens wird die Zitronensäure auch deklariert. Man findet sie z.B. in Marmeladen, Brot, Keksen, konservierten Früchten, konserviertem Gemüse und in vielen anderen Produkten. Ich habe sie auch auf einer Dose BIO Gemüsebrühe entdeckt:-(

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