Gemüse ohne Plastikverpackung: Rewe testet Laser-Etikettierung

Foto: © REWE Group

Beim Einkauf im Supermarkt bekommt man Bio-Obst und -Gemüse selten ohne Plastikverpackungen. Nun testet die Supermarktkette Rewe eine neue Methode, Gemüse zu etikettieren – ganz ohne Verpackung.

Beim „natürlichen Labeling“ wird das Label direkt auf das Produkt aufgebracht. Mit einem gebündelten Lichtstrahl kann das Gemüse mit einem Logo und zum Beispiel einem Bio-Siegel versehen werden. Hierzu werden lediglich Pigmente der äußersten Schalenschicht abgetragen.

Hier haben wir bereis ausführlich über diese neu entwickelte Methode berichtet:

Das Labeling findet mittels Laser nur an der Oberfläche statt und soll keinerlei Einfluss auf Geschmack, Qualität oder Haltbarkeit haben. Daher soll es sowohl bei Früchten möglich sein, bei denen die Schale entfernt wird, als auch bei solchen, bei denen sie mitgegessen wird.

Rewe testet Avocados und Süßkartoffeln mit Lichtlabel

In einem Pilotprojekt testet Rewe ab Mitte März, wie das Licht-Label bei den Kunden ankommt. Avocados und Süßkartoffeln sollen in rund 800 Rewe- und Penny-Märkten in Nordrhein-Westfalen mit dem plastikfreien Label verkauft werden. Laut Rewe Group ist je nach Akzeptanz der Kunden eine Ausweitung des Tests geplant.

Rewe Etikettierung
Beim „natürlichen Labeling“ werden lediglich Pigmente der äußersten Schalenschicht abgetragen. (Foto © Rewe)

Oft dienen Plastikverpackungen bei Obst und Gemüse lediglich dazu, Bio-Ware von konventioneller zu unterscheiden. Die neue Kennzeichnung von Bio-Obst- und -Gemüse könnte solche Plastikverpackungen überflüssig machen – und damit dazu beitragen, Plastikmüll zu reduzieren.

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(15) Kommentare

  1. Ich halte mich zwar öfter in österreichischen als in deutschen Supermärkten auf, aber ich bin sicher, dass es in beiden Ländern Steige gibt in denen Obst und Gemüse auch unverpackt angeboten werden (können). Klar, ein gelasertes Logo wirkt cool und ich könnte mir vorstellen, dass man damit ein paar „Mode-Bio-Käufer“ fängt, aber ökologisch sinnvoller wäre es trotzdem, die Produkte in eine Steige zu packen und vorne beim Preis das Bio-Siegel auszuweisen, als noch zusätzlich Energie in diese Logos zu stecken (die das Produkt dann nebenbei bemerkt noch teurer machen, als bio eh schon ist…).

  2. Ja ganz ohne wäre noch sinnvoller. Aber im Moment sieht die Rechtslage noch vor, dass Bio klar von nicht Bio unterscheidbar sein muss. Dafür finde ich das eine super Lösung. Und als Designer finde ich das Etikett auch noch ziemlich hübsch anzusehen. Hoffentlich beeinflusst es das Produkt wirklich nicht.

  3. Also ich verstehe nicht, warum das Gemüse ein REWE Label braucht! Verpackung weg, Label weg, fertig. Meines Erachtens ist das überflüssig UND verbraucht bestimmt auch ziemlich viel Energie (also wie umweltfreundliche ist es wirklich?).

  4. Als Bio-Käufer finde ich es nicht überflüssig, weil ich sicher gehen möchte, daß ich keinen Mehrpreis für konventionelles Bio bezahle.
    Aus diesem Grund kommt die Auflager zur Verpackung von der Bio-Kontrolle.
    Allerdings nur bei solchen Läden, die gemischt Bio / konventionell kaufen.
    Auch wenn ich selbst nur Bio-Gemüse und -Obst in reinen Bioläden (Ökokiste, Hofladen, Markt) kaufe, finde ich es gut, daß REWE diesen Versuch startet, wie man Bio-Gemüse auch ohne Verpackung vor absichtlicher oder versehentlicher Verwechslung mit konventioneller Ware schützen kann.

  5. Noch mal: Das Problem tritt nur in solchen Fällen auf, wo Bio und konventionelle Ware gemischt verkauft wird und hat mit Ironie nichts zu tun.
    Im Bioladen kann es nicht zur absichtlichen oder versehentlichen Verwechslung kommen.
    Die Verpackung bei REWE und ähnlichen Supermärkten die a u c h Bio-Gemüse verkaufen, ist eine Auflage der Öko-Zerifizierung / Kontrolle, weil andernfalls keinerlei Kontrolle und somit Schutz der Verbraucher möglich wäre.

    Aus dem Grund kaufe ich Bio-Obst und -Gemüse nicht in gemischten Läden.
    Gibt ja genug Alternativen mit ausschließlich Bio-Angebot.

  6. Plastik und die damit verbundenen Resourcen werden eingespart, dass ist gut.

    Aber wieviele Resourcen werden bei der Produktion und den Betrieb von Lasern ver(sch)wendet?

    Ich sehe es als Augenwischerei an.

  7. Du hast recht, daß man das untersuchen sollte.
    Aber deswegen muß man es nicht gleich Augenwischerei nennen.
    Die Umweltauswirkungen von Plastik sind nun mal gewaltig.
    Ich kann mir nicht vorstellen, daß beim Lasern so viel Energie verbraucht wird, wie bei der Produktion und Entsorgung von Plastik.
    Interessant ist ja dann auch, welche Rückstände bleiben. Und da schneidet Plastik sicher schlechter ab.

  8. Es kommt ja nicht nur auf die Energie an, die für die Produktion benötigt wird (die ist ja im Idealfall erneuerbar). Sondern beim Kunststoff ist ja der Müll ein viel größeres Problem, vor allem wenn er in die Umwelt gelangt, sich durch Reibung Mikropartikel lösen (wenn der Kunststoff im Meer landet) oder Tiere davon fressen. Daher würde ich persönlich den Energiebedarf eines Lasers in Kauf nehmen. Ich traue auch generell den Kunststoffverpackungen nicht, wenn es um Schadstoffe geht, die sich evtl. aus ihr lösen und vom Lebensmittel aufgenommen werden (da gab es mal einen Bericht zu, wie Händler Kunststoff auf China geordert haben, um damit Lebensmittel zu verpacken und dieser war alles andere als schadstofffrei). Also ein Weg in die richtige Richtung. Hoffe, das setzt sich durch.

  9. Man könnte auch einfach auf alle plastikverpackten nicht -bio waren *nicht bio* daraufetikettieren ..Und das gute bio mal gut bio sein lassen..Ohne Druck oder Zeichnung 😉 Ersteres würde natürlich Einfluss auf das Kundenverhalten haben ..
    Zu Gunsten der Bio- Artikel

  10. Auf die Plastikverpackungen mit nicht-bio brauchst Du gar nichts drauf drucken, weil jeder, der sich nur ansatzweise mit der Materie beschäftigt, weiß, daß kein BIO drinnen ist, wenn es nicht ausdrücklich erwähnt wird und das Siegel drauf ist.

    Der Aufreger ist ja der, daß häufig die konventionelle Ware nicht plastikverpackt ist, sondern n u r die BIO-Ware, damit diese nicht kontaminiert wird.

    „das gute bio mal gut bio sein lassen..Ohne Druck oder Zeichnung “
    Dafür mußt Du ja nur im Bioladen kaufen, da ist das so.

  11. Ja, da habe ich die Wortwahl des Spiegels zu unkritisch übernommen.
    Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, daß das gefährlich sein soll, außer man setzt sich selbst dem Laser aus, was ja nicht nötig ist.
    Jedenfalls sind die ganzen Plastikabfälle in der Nahrungskette sicher nicht gesünder.
    Trotzdem hätte man es evt. etwas länger testen können, bevor man in den Großversuch startet.

  12. An einer Stelle will Rewe Plastikverpackungen reduzieren, an anderer Stelle wird nun überflüssigerweise darauf zurückgegriffen. Die Kartoffeln der Marke „Rewe Beste Wahl“ werden neuerdings in Plastiktüten verkauft…

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