Scheinheiliger Umweltschutz-Appell: Influencerin löst auf Instagram einen Shitstorm aus

Foto: Instagram/ nazjuju

„Let’s save the planet!“, schrieb die Influencerin nazjuju gestern unter einen Instagram-Post. Doch der Ort, an dem sie das Foto aufgenommen hat, sorgte bei Fans und Umweltschützern für Entrüstung.

Ebru ist auf Instagram für ihren Mode-Geschmack bekannt: Sie postet regelmäßig Bilder von sich in luxuriöser Kleidung und wirbt für Uhren oder andere LifestyleProdukte. Am Donnerstag lud die Influencerin, die sich auf Instagram nazjuju nennt, ein Bild von sich in einem Pullover mit der Aufschrift „Save our planet“ hoch. Darunter schrieb sie: „hey, let‘s save our planet“ – eine grüne Message an ihre 282.000 Abonnenten.

Das Problem: Im Hintergrund ihres Fotos ist der Stuttgarter Flughafen zu sehen – und ihren Post versah die Livestyle-Bloggerin mit dem Hashtag „#nurkurznachhamburg“. Dass es alles andere als nachhaltig ist, innerhalb von Deutschland das Flugzeug zu nehmen, war auch der Instagram-Community klar. Unter nazjujus Post hagelte es bald wütende Kommentare.

Shitstorm läuft aus dem Ruder

Ebrus Instagram-Bilder zeigen die Influencerin in Paris, Mailand und anderen europäischen Großstädten. Dass sie auch für innerdeutsche Reisen das Flugzeug nimmt, lasten ihr ihre Fans aber schwer an. Ein Nutzer kommentiert:

@nazjuju vielleicht das nächste Mal überlegen, ob du auch tatsächlich hinter der Message stehst, die auf deinem Pulli abgedruckt ist … und sollte dies bei deinem „Save the planet“-Pullover der Fall sein, wundern mich nicht nur der Inlandsflug, sondern auch deine Fotos mit To-Go-Becher von Starbucks samt Strohhalm…“

Neben sachlicher, manchmal auch lauter Kritik, schrieben einige Nutzer aber auch geschmacklose Hasskommentare unter Ebrus Bild. Ein Kommentar lautet nur „Amazon –> Seil –> Benutzen“, ein anderer „Steig auf dein Ego und spring auf deine Intelligenz – solltest du suizidal sein“.

Inzwischen hat sich auch Ebru selbst zu den Vorwürfen geäußert. In ihrer Instagram-Story bittet die Influencerin für ihren Fauxpas um Verzeihung: „Mir ist bewusst, was das Problem ist und hierfür möchte ich mich auch aufrichtig entschuldigen.“ Allerdings kritisiert sie, dass auch „Lehrer“ Hasskommentare unter ihrem Post hinterlassen hätten. Ihre Kinder wolle sie nicht von solchen Menschen unterrichten lassen, denn: „(…) so verlernen sie, Mensch zu sein, mit Liebe vorzugehen, wenn jemand falsch liegt, ihn auf eine angemessene Weise darauf hinzuweisen, denn nur so klappt ein Miteinander“.

Zu den Hasskommentaren schreibt sie folgendes: „Ich soll Selbstmord begehen? Irgendwo runterspringen? Mich aufhängen? Wer tut hier wirklich einen auf ‚Ich bin ein guter Mensch, ich lebe #immergruen und schade meiner Umwelt nicht‘ und schreibt dann solche missbilligenden und entwürdigenden Nachrichten? Ich nicht.“

Auch andere Nutzer sind von den hasserfüllten Kommentaren unter dem Bild schockiert. Ein Nutzer schreibt:

„(…) Es sind hier sogar Lehrer/innen unterwegs, die meinen irgendwelche Kommentare abgeben zu müssen, die echt unter der Gürtellinie sind. Leute, sie hat es doch verstanden. Warum muss man dann so sein und noch weiter in der Wunde herumstochern?“

Besser Reisen: Mit Bus und Bahn

Fliegen ist, nach Kreuzfahrten, die klimaschädlichste Art zu reisen. Bei 1600 Kilometer Flugreise nach Mallorca fallen samt Rückflug 0,7 Tonnen CO2 an, bei einem Flug nach Australien schon über 12 Tonnen. Doch auch wer kleine Strecken mit dem Flugzeug zurücklegt, sorgt für große Mengen an CO2-Emissionen: Laut dem Umweltbundesamt stößt eine Person auf einer Flugreise 214 Gramm Treibhausgase pro Kilometer aus – mit der Bahn sind es nur 63 Gramm. Reisebusse sind besonders emissionsarm: Hier entstehen nur 32 Gramm pro Personenkilometer.

Wer klimafreundlich reisen will, sollte also nach günstigen Angeboten der deutschen Bahn und von Busunternehmen Ausschau halten. Stiftung Warentest und Utopia haben einige Tipps zusammengefasst, wie man bei Bahn-Reisen Geld spart. Wer für einen Langstreckenflug doch ins Flugzeug steigt, kann einen CO2-Ausgleich dazu buchen. Mit dem Preisaufschlag werden Klima-Projekte, wie Aufforstung und Forschungsprojekte rund um erneuerbare Energien, unterstützt.

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(6) Kommentare

  1. Kein direkter Beitrag zum Thema, aber ich muss das los werden:
    „Influencerin“? Ernsthaft? Ich zähle mich eigentlich noch zu den „jungen Leuten“, aber so langsam wird’s echt affig. 😀
    Oder gibt es diesen Begriff schon lange und ich hab’s einfach verpasst, weil ich mich nicht für Mode interessiere? Kann natürlich auch sein…

  2. Also ich bin schon etwas älter, interessiere mich allerdings auch nicht für Mode, hab den Begriff schon mal gehört und mich erinnert er stark an eine Krankheit – Influenza.
    Und ich vermute die Ähnlichkeit betrifft nicht nur die Benennung 😉

  3. schatzis,das ist mittlerweile ein“beruf“ um uns „unwissende“ aufzuklären über die wichtigsten dinge im leben.z.b.:was ziehe ich wann kombiniert womit an…tolles bitterböses kästner gedicht!! „gefällt mir“

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