Nordic Ecolabel: Das skandinavische Umwelt-Siegel

© Nordic Ecolabel

Das Nordic Ecolabel ist das staatliche Nachhaltigkeits-Siegel der skandinavischen Länder. Das Siegel gibt es für die verschiedensten Produkte, darunter Kerzen, Computer, Investmentfonds und Supermärkte.

Hinter dem Nordic Ecolabel (auch „Nordic Swan“) stehen die Regierungen von Finnland, Norwegen, Schweden, Dänemark und Island. Seit 1989 zertifiziert es Produkte aus inzwischen über 60 Kategorien. Die Lizenzen vergeben die nationalen Ämter der fünf Länder selbst und beauftragen auch Prüfinstitute mit Audits. Der Schwerpunkt des Nordic Ecolabel liegt auf Umweltschutz sowie der Qualität und Unbedenklichkeit der Produkte.

  • Vergeben: weltweit
  • Vergeben von: Regierungen der skandinavischen Länder
  • Gelabelte Produkte: über 25.000
  • Utopia-Bewertung: empfehlenswert

Kategorien und Produkte:

  • Haushalt, z.B. Möbel, Sanitärprodukte, Spielzeug
  • Drogerie, z.B. Kosmetik, Wasch- und Reinigungsmittel, Toilettenpapier
  • Elektrogeräte, z.B. Fernseher, Beamer, Kühlschränke, Spülmaschine
  • Büro, z.B. Computer, Kopierpapier, Toner
  • Gebäude, z.B. Supermärkte, Schulen, Apartments, Hotels, Restaurants
  • Bauen, z.B. Farben und Lacke, Heizungspumpen, Fenster, Türen

Die Kriterien des Nordic Ecolabel

Auch wenn das Nordic Ecolabel sich auf über 60 Produktgruppen bezieht und dafür eigene Kriterien entwickelt hat, so gelten einige Anforderungen für fast alle Produkte:

  • Einhaltung der ILO-Kernarbeitsnormen und Verbot von Kinderarbeit,
  • Verbot von Weichmachern und halogenorganischen Verbindungen in Plastik, Klebstoffen und Metall,
  • Grenzwerte für Schwermetalle und andere Schadstoffe im Abwasser,
  • geringer Wasser- und Energieverbrauch,
  • bei Kosmetik-Produkten: keine Tierversuche in den letzten 5 Jahren,
  • bei Produkten mit Holz: teilweise aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

Der Schwerpunkt des Nordic Ecolabel liegt auf einer möglichst umweltschonenden Produktion und auf Endprodukten, von denen keine gesundheitliche Gefahr ausgeht. Im Detail können sich die Anforderungen zwischen den einzelnen Produktgruppen stark unterscheiden: So müssen Spielzeug-Hersteller den Verbrauchern inzwischen kein Recycling ihrer Produkte mehr anbieten, Computer-Hersteller dagegen schon. Dort ist beispielsweise auch vorgeschrieben, dass sich mindestens 90 % der verwendeten Kunststoffe und Metalle zurückgewinnen lassen.

Alle drei bis vier Jahre werden die Kriterien überarbeitet und dabei oft verschärft. Tritt eine neue Version der Kriterien in Kraft, müssen die Unternehmen ihre Produkte erneut zertifizieren lassen.

Die Kontrollen

Zunächst muss ein Unternehmen Dokumente einreichen, die die Einhaltung aller Kriterien nachweisen. In einem zweiten Schritt überprüft ein Gutachter vor Ort, ob die Kriterien bei der Produktion auch tatsächlich erfüllt werden. Das Siegel bleibt so lange gültig, bis die Kriterien überarbeitet werden. Dann muss das Unternehmen sein Produkt erneut zertifizieren lassen (und wird erneut kontrolliert).

Kritik am Nordic Ecolabel

Beim Nordic Ecolabel existieren je nach Produktgruppe unterschiedlich strenge Kriterien. So gibt es bei manchen Produkten nur hohe Anforderung hinsichtlich des Umweltschutzes, aber nicht bei den Arbeitsbedingungen. Das Verbraucherportal Siegelklarheit der Bundesregierung kritisiert etwa, dass für die Herstellung von Reinigungs- und Waschmitteln keine umfassende Arbeitnehmerrechte vorgeschrieben werden. So müssen die ILO-Kernarbeitsnormen von den Unternehmen nicht eingehalten werden. Trotz dieser Kritik stuft das Portal das Nordic Ecolabel als empfehlenswert ein.

Alternativen zum Nordic Ecolabel

Ein ähnlich breites Produktspektrum und vergleichbare Anforderungen haben das EU-Ecolabel und der Blaue Engel. Es gibt aber in einzelne Produktgruppen auch durchaus Siegel-Alternativen mit strengeren Kriterien:

  • Elektronik: Das TCO-Siegel hat höhere soziale Anforderungen an die Herstellung von IT-Produkten wie Computer, Displays und Tablets. Beim Umweltschutz sind die Kriterien ähnlich wie beim Nordic Ecolabel.
  • Wasch- und Reinigungsmittel: Ökologische Wasch- und Reinigungsmittel können das Siegel Ecocert erhalten. Bei diesem Label sind die Kriterien strenger als beim Nordic Ecolabel.

Utopia-Bewertung

Mit dem Nordic Ecolabel erhalten Verbraucher eine gute Orientierung, welche Produkte besonders umweltschonend hergestellt wurden und nicht gesundheitsschädlich sind. Das Siegel wird von einem staatlichen Institut vergeben, das auch die Audits durchführt. So kann ausgeschlossen werden, dass ein kommerzielles Interesse des Prüfinstituts vorliegt.

Aus diesem Grund gilt das Nordic Ecolabel auch als besonders vertrauenswürdig und genießt einen guten Ruf. Allerdings sind die Kriterien nicht so streng wie bei anderen Nachhaltigkeitssiegeln.

Weiterlesen bei Utopia.de:

Externe Info-Seiten zum Nordic Ecolabel:

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