PEFC-Siegel (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes)

Foto: PEFC

Das PEFC-Siegel („Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“) zertifiziert weltweit nachhaltige Waldwirtschaft und Produkte aus nachhaltiger Waldwirtschaft.

  • Vergeben in: weltweit
  • Vergeben von: unabhängigen Zertifizierern, die eine Zulassung bei der nationalen Akkreditierungsstelle haben
  • Kategorie: Papier und Holz
  • Gelabelte Produkte: unter anderem Holz, Holzprodukte wie Möbel, Spielzeug und Schreibwaren, Papier und Papierprodukte wie Druckerzeugnisse, Servietten und Toilettenpapier

Das PEFC-Siegel: Das steckt dahinter

Der PEFC wurde 1999 ursprünglich als pan-europäische Initiative gegründet und ist heute nach eigenen Angaben die weltweit größte Waldschutzorganisation. Neben 29 europäischen Staaten sind zum Beispiel auch Argentinien, Brasilien, China und die USA Mitglied. Der PEFC Deutschland e.V. besteht ebenfalls seit 1999.

PEFC nennt die Dokumentation und Verbesserung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung als sein Hauptziel. Dabei sollen ökonomische, ökologische und soziale Standards berücksichtigt werden.

In Deutschland sind nach eigenen Angaben 7,6 Millionen Hektar Wald PEFC-zertifiziert. Das entspricht rund zwei Dritteln der deutschen Wälder. Weltweit sind es mehr als 265 Millionen zertifizierte Hektar Wald.

Die Kriterien des PEFC: Das wird zertifiziert

PEFC bildet den internationalen Rahmen und definiert Mindestanforderungen für nationale und regionale Waldzertifizierungssysteme und Standards. Ein nationales Zertifizierungssystem muss unter anderem internationale Konventionen und nationale Gesetze einhalten, alle Interessensgruppen bei der Standardsetzung beteiligen und die einheitlichen Leitlinien für nachhaltige Waldbewirtschaftung einhalten.

In Deutschland sind zudem beispielsweise Kahlschläge grundsätzlich verboten, der Pestizideinsatz ist zu vermeiden und beim Einsatz von Maschinen ist der Boden zu schonen.

PEFC-Waldzertifizierung

Für eine PEFC-Zertifizierung erstellt zunächst eine regionale Arbeitsgruppe einen Waldbericht, der von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle auf Konformität mit den Anforderungen des PEFC geprüft wird. Anschließend erhalten die Waldbesitzer ein regionales Zertifikat. Wenn die Waldbesitzer anschließend eine Selbstverpflichtungserklärung zur Einhaltung der PEFC-Standards unterzeichnen und eine entsprechende Gebühr zahlen, erhalten sie eine PEFC-Urkunde und dürfen das PEFC-Siegel für ihren Wald verwenden.

PEFC-Produktkettenzertifizierung (CoC)

Holz und Holzprodukte können nur mit dem PEFC-Siegel gekennzeichnet werden, wenn ein glaubwürdiger Produktkettennachweis (Chain-of-Custody) sichergestellt ist. Der erste Schritt dabei sind zertifizierte Wälder, aus denen das Holz stammt.

Auch die holzwirtschaftlichen Betriebe in der Produktkette müssen deshalb zertifiziert sein. In Deutschland sind beispielsweise aktuell 1.709 Holz- und Papierverarbeitungsbetriebe PEFC-zertifiziert. Dazu zählen Sägewerke, Holzhändler, Holz- und Papierwerkstätten, Parketthersteller und Spielzeugfabriken.

Das sogenannte „Chain-of-Custody-Zertifikat“ (CoC-Zertifikat) wird von unabhängigen, akkreditierten Zertifizierungsstellen vergeben. Es ist an bestimmte Sozialstandards geknüpft. So muss ein CoC-zertifiziertes Unternehmen zum Beispiel auf Zwangsarbeit und Kinderarbeit verzichten sowie die Organisationsfreiheit der Arbeiter*innen und Gleichbehandlung garantieren. Außerdem müssen Arbeitsbedingungen herrschen, die die Arbeitssicherheit und Gesundheit nicht gefährden.

Generell gilt: Alle am Produkt beteiligten Unternehmen, die den aus einem PEFC-zertifizierten Wald stammenden Rohstoff weiterverarbeiten, müssen zertifiziert sein, damit das Produkt am Ende auch mit dem PEFC-Siegel verkauft werden darf.

PEFC-Warenzeichen

Das PEFC-Siegel gibt es in drei Varianten:

  • PEFC zertifiziert: Das Produkt enthält mindestens 70 Prozent PEFC-zertifiziertes Material aus zertifizierten oder von PEFC anerkannten Wäldern oder aus Recycling-Material. Der Recycling-Anteil liegt dabei unter 85 Prozent.
  • PEFC recycelt: Das Produkt enthält mindestens 70 Prozent PEFC-zertifiziertes Material aus Recycling-Quellen.
  • PEFC regional: Dieses Label ist eine Spezifikation des PEFC-Siegels. Damit können Unternehmen nachweisen, dass sie zusätzlich zur PEFC-Zertifizierung Holz aus einer geografisch abgrenzbaren Region innerhalb Deutschlands verwenden. Die korrekte Beschriftung des Produkts heißt dann: „Heimisches Holz aus [Region]“. Um das Regional-Siegel nutzen zu können, muss das verwendete Holz eindeutig rückverfolgbar sein, also im gesamten Produktionsprozess identifizierbar bleiben. Derzeit gibt es das PEFC-Regional-Siegel zum Beispiel für das Allgäu, Baden-Württemberg, Oberbayern, Niederbayern und Franken.

Kontrollen bei PEFC

Nach Angaben des PEFC kontrollieren unabhängige Gutachter jährlich eine repräsentative Anzahl an zertifizierten Wäldern. Verstöße gegen PEFC-Standards können Korrekturmaßnahmen, ein Re-Audit oder den Entzug der Urkunde zur Folge haben. In den zertifizierten Unternehmen der Produktkette (CoC) Holz und Papier finden jährliche Kontrollen statt.

Kritik am PEFC-Siegel

Umweltverbände wie Greenpeace und NABU raten vom weit verbreiteten PEFC-Siegel ab. Greenpeace kritisiert fehlende unabhängige Kontrollen zum Waldschutz. Für den NABU stellt das PEFC-Siegel keinen ökologischen Mehrwert dar, außerdem werden ein schwaches Kontrollsystem, der Pestizideinsatz und die fehlende Ausweisung von besonders naturschutzrelevanten und nicht bewirtschafteten Flächen bemängelt.

Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt das PEFC-Siegel – ebenso wie FSC – als „Top-Siegel“ für Holzprodukte, kritisiert aber gleichzeitig die wenigen Kontrollen. Bei Papierprodukten bezeichnet das UBA das Siegel als „irreführend“, da es nur auf Frischfasern-Produkten abgedruckt ist – laut UBA ist Recyclingpapier diesem vorzuziehen.

Alternativen zum PEFC-Siegel

Neben dem PEFC-Siegel gibt es international das FSC-Siegel, das vom Umweltbundesamt und von Umweltverbänden wie NABU und Greenpeace empfohlen wird.

In Deutschland gibt es zudem das Waldzertifizierungssystem nach Naturland, das im Einzelfall strenger ist als die des FSC und PEFC. Bei Papier sind zudem Recycling-Produkte mit dem Siegel Blauer Engel empfehlenswert.

Utopia-Fazit

Utopia meint: Bei Holz- und Papierprodukten ist ein Siegel auf jeden Fall besser als keines. Deshalb bietet das PEFC-Siegel beim Einkauf eine gute Orientierung. Speziell das PEFC-Regional-Zeichen finden wir spannend, die Bleistifte der Firma Staedtler beispielsweise tragen dieses Logo. Zusätzlich zu einem Gütesiegel empfehlen wir, auf Bio-Qualität zu achten und Recycling-Papier vorzuziehen.

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