EU-Parlament will Sommerzeit abschaffen

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Foto: CC0 Public Domain / Pexels

Die Umstellung auf Sommerzeit soll Energie sparen – für viele ist die Zeitumstellung aber eher unangenehm. Das EU-Parlament hat nun für die Abschaffung der Sommerzeit gestimmt. Die Vor- und Nachteile müssen jetzt genauer überprüft werden.

Im Frühling „verlieren“ wir eine Stunde, im Herbst können wir hingegen eine Stunde länger schlafen. Für viele von uns sorgt die Zeitumstellung zweimal im Jahr für Verwirrung – besonders empfindliche Menschen haben in den ersten Tagen sogar Schlafprobleme oder Konzentrationsschwierigkeiten.

Die Zeitumstellung ist für viele ein Ärgernis – und auch im EU-Parlament gibt es Widerstand, viele wollen endlich die Sommerzeit abschaffen.

In einem Votum haben nun 384 EU-Abgeordnete für die Abschaffung der Sommerzeit gestimmt, nur 154 waren dagegen. Damit ist die Sommerzeit allerdings noch nicht gleich abgeschafft. Die EU-Kommission wird nun zunächst Vor- und Nachteile der Zeitumstellung prüfen, bevor eine endgültige Entscheidung gefällt wird.

Zeitumstellung: Sommerzeit abschaffen?

Die Vorteile der Umstellung sind umstritten. Seit 1996 werden die Uhren in allen EU-Ländern am letzten Sonntag im März auf Sommerzeit umgestellt. Das soll Energie sparen: Durch die am Abend gewonnene Stunde soll das Tageslicht effektiver genutzt werden können und somit weniger künstliches Licht vonnöten sein – so zumindest die Theorie.

Analysen zufolge ist dieser Effekt allerdings nicht eingetreten. Das Bundesumweltamt meint: „Zwar wird durch die Zeitumstellung im Sommer tatsächlich abends weniger häufig das Licht angeknipst – im Frühjahr und Herbst jedoch wird in den Morgenstunden auch mehr geheizt. Das hebt sich gegenseitig auf. Die Zeitumstellung spart im Saldo daher keine Energie.“

Die EU will schon länger die Sommerzeit abschaffen

Außerdem bringt die Zeitumstellung den Bio-Rhythmus von Menschen und Tieren durcheinander, kritisieren Gegner der Regelung. Schon länger befasst sich die EU deshalb mit dem Thema.

Die Initiative zur Abstimmung im EU-Parlament stammte vom Verkehrsausschuss, berichtet RP online. Der Ausschuss ist der Ansicht, dass die Zeitumstellung auch zu mehr Verkehrsunfällen führt, weil die Menschen im Straßenverkehr übermüdet sind. Je nachdem wie die Untersuchung der EU-Kommission verläuft, könnte die Sommerzeit also bald ein Ende finden.

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(8) Kommentare

  1. wäre ja mal nicht schlecht, wenn sich diese künstliche zeitumstellung überholt hätte. aber das glaube ich erst, wenn es passiert ist. das thema hat doch sooo einen langen bart …

  2. Es steht jedem frei, eine Stunde eher aufzustehen und dann auch eine Stunde früher mit der Arbeit zu beginnen und aufzuhören. Deshalb müssen nicht alle Anderen zu dem gleichen Verhalten gezwungen werden.

  3. „Die Vor- und Nachteile müssen jetzt genauer überprüft werden.“
    Das hätte man lieber schon vorher getan, bevor es zu diesem Schnellschuss kam. Bei reiflicher Überlegung hätte man die Sinnlosigkeit und Überflüssigkeit einer „Sommerzeit“ bereits im Vorfeld erkennen müssen.

    Es gibt ja diese Redewendung: „Hinterher ist man immer schlauer“, aber selbst da frag ich mich doch, weshalb es ganze 22 Jahre dazu braucht, um zu der späten Einsicht zu gelangen, dass die Zeitumstellung ein Schuss in den Ofen war.
    Übrigens: Eine etwas seltenere Redensart lautet:
    „Die Mutter der Dummheit ist immer schwanger.“

    Beschlüsse sind schnell getroffen, was einmal in Gang gesetzt wurde, wird aber so schnell nicht mehr rückgängig gemacht, insbesondere wenn dies mit dem Eingeständnis verbunden ist, zuvor eine Fehlentscheidung getroffen zu haben.

  4. Ja, bitte, weg mit der Zeitumstellerei! Für Kinder und Tiere ist das eh nicht nachvollziehbar – die haben ihren eigenen Rhythmus mit Tag und Nacht und zwar nach dem Sonnenlicht! Der Rest versucht einfach nach der Uhr zu ticken – grausam ist der Tag an dem eine Stunde fehlt, die Kinder aus dem Bett gescheucht werden und launige Menschen sicht wieder eintakten müssen.

  5. Bereits wenige Jahre nach der Einführung stand fest, dass der erwünschte Einspareffekt kaum bemerkbar ist, aber dafür kostspielige Nachteile im Bereich Industrie, Dienstleistung und Landwirtschaft eintraten. Eine Stunde zu viel bzw. zu wenig Zeit ist in der heute so durchgetakteten Welt alles andere als wettbewerbsfreundlich. Auch dass Mensch und Tier für diese Mini-Jetlags nicht geschaffen sind, steht schon seit mindestens 3 Jahrzehnten fest. Und nun will man allen Ernstes „Vor- und Nachteile überprüfen“? Was will man bitteschön noch alles überprüfen, eigentlich weiß doch bereits jetzt schon jeder, dass die Zeitumstellerei wenig Sinn macht.

    Also weg mit der Normalzeit, Sommerzeit für alle und auf Dauer. Wenn schon eine weitere Runde Untersuchungen eingeläutet wird, dann kommt hoffentlich ein weiser Mensch darauf, auch diese Alternative zu überprüfen. Millionen Arbeitnehmer, die damit im Winter ein wenig mehr Tageslicht erhaschen könnten, würden es danken. Es gäbe sehr viele Winterdepressive weniger (Tageslicht ist nämlich das Einzige, was kostenlos hilft), was wiederum enorme Kosten sparen würde (im Gesundheitsbereich, aber auch bei den Arbeitgebern, die weniger Personalausfälle hätten). Leider fürchte ich, dass es in der Normalzeit enden wird und damit ade ihr schön langen Sommerabende und weiterhin Hallo zur Winterdepression.

  6. Sommerzeit für alle und auf Dauer ist richtig schlecht. Dann wird es im Winter ja erst um 9 Uhr hell. In Russland gibt es übrigens schon Sommerzeit das ganze Jahr mit der Folge, dass die Zahl der Depressionserkrankungen angestiegen ist.

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