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Bedrohte Vielfalt – ein starker Widerstand gegen das Insektensterben

© NABU / T. Sauer

Ohne all die fliegenden und summenden Insekten würde unsere Welt um einiges ärmer sein. Doch noch ist es nicht zu spät, ihre Artenvielfalt zu erhalten und somit auch unser Leben zu schützen.

Für viele Menschen sind Insekten vor allem eins: lästige Störenfriede. Wespen ärgern beim Essen, Ameisen krabbeln durch die Wohnung und Fliegen nerven sowieso. Dabei sollten wir den kleinen Tieren dankbar sein. Sie sind unersetzlich für unser Ökosystem. Und ein Leben ohne sie ist nicht vorstellbar.

Warum? Ganz einfach: Insekten erbringen eine für uns ganz wichtige Leistung, sie bestäuben. Und das kann keiner besser als sie. Insekten besuchen Blütenpflanzen vor allem, um Nektar und Pollen zu sammeln. Durch ihre Berührungen bestäuben sie das weibliche Blütenorgan mit dem gesammelten Pollen.

Ein scheinbar kleiner und einfacher Vorgang. Aber einer mit großer Wirkung, denn auf diese Weise wird die Vermehrung von weltweit etwa 88 Prozent aller Pflanzen sichergestellt. Bis zu 75 Prozent unserer Nahrungsmittel sind auf die Bestäubung von Insekten angewiesen.

   Wusstest du, dass Erdbeeren und Kirschen, Raps, Kaffee oder Wassermelonen besonders reiche Ernte bringen, wenn sie von Wildbienen oder anderen Insekten bestäubt werden?

Ein weiterer wichtiger Punkt: Bestäuber ermöglichen es, dass andere Tiere Lebensräume wie Wiesen, Hecken oder Bäume zur Deckung, Fortpflanzung und natürlich als Nahrungsgrundlage haben. Ein Beispiel: Viele heimische Singvogelarten sind von Sämereien, Nüssen oder Obst abhängig. Sie sind allesamt Produkte, die ihre Entstehung meistens der Bestäubung von Insekten zu verdanken haben.

Wild- und Honigbienen sind besonders gefährdet. (© Sven Schulz)

Nicht nur Insekten sind Bestäuber

Das sind die wichtigsten Bestäuber im Tierreich:
Zur besseren Übersicht haben wir sie der Wichtigkeit nach geordnet.

  1. Wild- und Honigbienen
  2. Schmetterlinge
  3. Fliegen
  4. Wespen
  5. Fledermäuse
  6. Vögel
  7. Reptilien

Auf die Dienste des Windes als Bestäuber ist wenig Verlass. Windbestäubung funktioniert allenfalls bei Getreidesorten wie Mais oder Reis.

Bedrohte Vielfalt – das sind die Gründe

„Insekten sind unersetzbar. Sie bestäuben Wild- und Kulturpflanzen und sind so für eine intakte Natur und die Erzeugung vieler Lebensmittel unerlässlich. Sie sind Nahrungsgrundlage unzähliger Tierarten und dienen dem biologischen Pflanzenschutz in der Landwirtschaft“, betont Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des Naturschutzbundes Deutschland e.V. (NABU).

Aber dieser gut funktionierende Kreislauf ist in Gefahr. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Masse der Fluginsekten in Schutzgebieten um bis zu 75 Prozent zurückgegangen. Jede dritte Insektenart ist nach der roten Liste des Bundesamtes für Naturschutz gefährdet oder bereits ausgestorben. Das hat vor allem zwei Gründe: den Mangel an vielfältigen Strukturen und den massiven Einsatz von Pestiziden in unseren Agrarlandschaften. Intensiv bewirtschaftete Monokulturen bieten widrige Lebensbedingungen, in denen notwendige Nahrungs- und Nistmöglichkeiten großflächig fehlen.

Was können wir gegen das Insektensterben tun?

Aber es lässt sich etwas gegen das Insektensterben tun. Der NABU und sein langjähriger strategischer Partner REWE haben vor kurzem einen Insektenschutzfonds mit einer Startsumme von 300 000 Euro gegründet – ein Fundament, um bundesweit Maßnahmen zum Schutz von Insekten umzusetzen. Mit den bereitgestellten Mitteln sollen noch in diesem Jahr rund 6,5 Hektar Ackerflächen und Wiesen durch die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe angekauft und damit gesichert werden. Zusätzlich sollen auf insgesamt 16 Hektar artenreiche Blühflächen auf Ackerrandstreifen gepflanzt werden, bunt blühende Wiesen und Weiden angelegt sowie Hecken gesetzt werden. Zeitgleich wird ein Insektenmonitoring gestartet, um herauszufinden, wie sich die Insektenbestände auf den neuen Flächen entwickeln. Ein weiteres Ziel des Fonds ist es, die breite Öffentlichkeit über die wichtige Funktion von Insekten zu informieren.

„Wir müssen deutlich machen, was Insekten leisten!“

„Leider ist in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt, welche große Bedeutung die biologische Vielfalt für die Menschen hat und wie stark wir in der Landwirtschaft sowie der Produktion von Nahrungsmitteln von den Insekten abhängig sind. Der Insektenschutzfonds bietet die Gelegenheit, uns noch stärker für den Erhalt der Insekten zu engagieren und unserer Verantwortung weiter gerecht zu werden“, sagt Dr. Daniela Büchel, die als Bereichsvorstand bei der REWE Group für Nachhaltigkeit und Personal zuständig ist.

Sonnenblumen bieten ein tolles Nahrungsangebot für Insekten. (© NABU / P. Steuer)

REWE & der NABU – Einsatz für die Artenvielfalt

Bereits seit vielen Jahren engagiert sich REWE und der NABU zusammen für den Erhalt der Biodiversität. Los ging es 2010 mit einem Gemeinschaftsprojekt der REWE Group, regionalen Imkern, der Obst vom Bodensee Vertriebsgesellschaft mbH sowie der Bodenseestiftung.

Im Rahmen des PRO PLANET-Apfelprojekts wurden Nisthilfen aufgestellt, für blühende Hecken gesorgt und so innerhalb und rund um die Anbauflächen der Apfelbauern zusätzliche Nahrungs- und Nistangebote für blütensuchende Insekten geschaffen. Der unabhängige PRO PLANET-Beirat der REWE Group belohnt den Einsatz der Bodensee-Obstbauern für den Erhalt der biologischen Vielfalt mit dem PRO PLANET-Label.

Das PRO PLANET Label dient als Orientierungshilfe für einen nachhaltigeren Einkauf bei REWE.

Damit wird das Engagement auch für die Verbraucher sichtbar. Mit Unterstützung des NABU wurde das Projekt inzwischen auf ganz Deutschland ausgeweitet. Aktuell helfen bundesweit mehr als 250 Betriebe in 13 Anbaugebieten, die biologische Vielfalt im Rahmen des PRO PLANET-Apfelprojekts zu stärken.

Insgesamt wurden bereits fast 300 Hektar Blühflächen angelegt – das entspricht einer Fläche von 420 Fußballfeldern – und mehr als 5.500 blühende Büsche, Hecken, Sträucher und Bäume gepflanzt. Zudem stellten die „Überlebenshelfer“ mehr als 2.000 Nisthilfen für Insekten sowie über 6.000 Nistkästen für Vögel und Fledermäuse auf.

„Mit REWE haben wir einen wichtigen Partner an unserer Seite, um dem Ziel zur Schaffung flächendeckender insektenfreundlicher Lebensräume ein Stück näher zu kommen“, sagt Leif Miller.

Kaufe regionales Obst oder Gemüse in deinem REWE-Markt ein und hilf, die Bienen zu retten! (© REWE Group)

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