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Warum wir gerade jetzt zu Fairtrade-Produkten greifen sollten

© Christoph Koestlin / Fairtrade

Unter dem Hashtag #Supportyourlocal rufen Menschen dazu auf, regionale Cafés, Restaurants und Läden in der Corona-Krise zu unterstützen. Doch wie sieht es über die eigene Stadt- oder Landesgrenze hinaus aus? Welche Auswirkungen hat die Pandemie im globalen Süden und was kann der faire Handel dagegen tun?

Ob Bananen, Kaffee oder Kakao – der Großteil der Produzenten ist doppelt von der Corona-Krise bedroht. In vielen Anbauländern gibt es keine ärztliche Grundversorgung – vor allem in ländlichen Gebieten sind die Menschen auf sich allein gestellt. Hinzu kommt die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie. Die Wenigsten haben finanzielle Rücklagen und können Ernte- oder Verdienstausfälle auffangen.

Kommt der Warenfluss ins Stocken, dauert es längere Zeit, bis die Logistik wieder funktioniert und die Menschen eine Erwerbsgrundlage haben. Um die Produzenten stärker zu unterstützen, sollten Verbraucher daher gerade jetzt zu fair gehandelten Produkten greifen.

Corona-Krise: Der Kaffeemarkt reagiert mit Preisschwankungen

Fairer Kaffee ist eines der Produkte, das durch die Hamsterkäufe der vergangenen Wochen stärker nachgefragt wird. Die Kaffeebohnen aus Mittelamerika und Mexiko sind bereits geerntet. In Peru, Kolumbien und Brasilien hat die Ernte dagegen gerade erst begonnen. Sollten die Reisebeschränkungen für Lateinamerika aufgrund der Corona-Pandemie anhalten, könnte es dort zu Ernteengpässen kommen. Ohne Erntehelfer stehen viele Kaffeebauern vor einem großen Problem. Hinzu kommt die Angst vor einem drohenden Preiseinbruch; Kaffee wird an der Börse gehandelt. Aufgrund der aktuellen Situation schwankt der Weltmarktpreis gerade besonders stark.

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Im Supermarkt findest du Fairtrade-Kaffee. (© Fairtrade)

Obwohl Schiffscontainer in Peru und Brasilien knapper werden, ist der Export von Kaffee nach wie vor möglich. Dass Häfen flächendeckend geschlossen werden, ist aktuell nicht zu erwarten. Wir müssen also auch in Zukunft nicht auf die tägliche Tasse Fairtrade-Kaffee verzichten.

Einkaufstipp während der Corona-Krise: Wer auf der Suche nach fairem Kaffee ist, wird im Supermarkt, Discounter, Bioladen oder im Onlineshop fündig. Die Auswahl reicht von ganzen Bohnen über gemahlenen Kaffee bis hin zu Kaffeepads, Bio- oder entkoffeinierten Kaffee.

Erfahre mehr über fairen Kaffeeanbau

Bananenernte läuft auf Hochtouren

Trotz der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus läuft die Bananenernte auf Hochtouren – wenn auch unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen. Aktuell können Bananen ohne größere Probleme exportiert werden. Bananenproduzenten melden allerdings steigende Personalkosten durch Krankheitsausfälle. Auch Hygienemaßnahmen wie Masken, Handschuhe und antibakterielle Seifen bedeuten Mehrkosten für die Produzenten. Verpackungsmaterialien wie Kartons, Sticker und Banderolen werden durch Grenzschließungen knapper – ein weiterer Kostenfaktor. Solange die Häfen geöffnet bleiben, ist der Export von Bananen allerdings nicht in Gefahr.

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Faire Bananen und oftmals auch in Bio-Qualität – achte bei deinem nächsten Einkauf auf das Fairtrade-Siegel! (© Wasserbauer / Fairtrade Österreich)

Einkaufstipp: Fairtrade-Bananen gibt es in den meisten Supermärkten, Bioläden und Discountern – oft sogar in Bio-Qualität.Mehr Infos zu fairen Bananen

Die Kakaobranche steckt in der Krise – auch ohne Corona-Pandemie

Ähnlich wie bei Kaffee ist auch die Nachfrage nach fairer Schokolade in den letzten Wochen eher gestiegen als gesunken. In der Krise steckt die Kakaobranche trotzdem. Viele Produzenten konnten schon vor der Pandemie kaum von ihren Einkünften leben.

Corona verstärkt diese Probleme: Vor dem Ausbruch des Virus lag der Preis für eine Tonne Kakao bei etwa 2.600 US-Dollar; mittlerweile liegt er bei rund 2.200 US-Dollar. Sollte der Weltmarktpreis für Kakao weiter sinken, drohen Kakaobauern größere finanzielle Schwierigkeiten.

Da die Kakaoernte in Westafrika seit Ende März abgeschlossen ist, halten sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Kakaoexport in Grenzen. Sollte die Krise anhalten, könnte sie allerdings die Ernte im kommenden Herbst gefährden.

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Die Nachfrage nach fairer Schokolade ist stark gestiegen. (© Fairtrade)

Mit dem Kauf von fair gehandelten Schokoladenprodukten schützen Verbraucher Produzenten vor Preisschwankungen. Für Fairtrade-Verkäufe erhalten die Bauern pro verkaufter Tonne Kakao einen festen Mindestpreis von 2.400 US-Dollar sowie eine Prämie in Höhe von 240 US-Dollar pro Tonne.

Wo gibt es faire Schokolade?

Faire Schokoladenprodukte wie Tafelschokolade und Pralinen gibt es in Supermärkten, Bio- und Weltläden oder im Discounter. Viele der Produkte tragen zusätzlich ein Bio-Siegel, einige sind vegan.Darum macht fairer Kakao den Unterschied

Faire Blumen statt Toilettenpapier

Um die Kapazitäten für die Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen, haben einige europäische Länder wie Italien, Frankreich, Spanien und die Schweiz den Verkauf von Schnittblumen vor einigen Wochen untersagt. In Deutschland ist der Verkauf nach wie vor erlaubt. Durch die Einschränkungen im internationalen Flugverkehr gestaltet sich der Export allerdings schwierig. Blumen werden häufig per Passagiermaschine im Frachtraum transportiert. Mit dem Wegfall der Linienflüge gibt es kaum noch Transportkapazitäten.

Fairtrade Rosen
Kaufe auch in der Krise fair gehandelte Rosen. So unterstützt du die Arbeiter vor Ort. (© Remo Naegeli / Fairtrade)

Die wichtigsten Exportländer für Rosen – Kenia und Äthiopien – verzeichnen Umsatzverluste von 70 bis 80 Prozent. Viele Blumenfarmen haben ihre Mitarbeiter nach Hause geschickt. Sollte sich die Situation zuspitzen, könnten 66.000 Arbeiter ihre Jobs verlieren. Um das zu verhindern, sollten Verbraucher auch in der Krise zu fair gehandelten Blumen greifen.

Fairtrade-Blumen einkaufen

Fairtrade-Partner wie FloraPrima, Valentins, 123Blumenversand, Aldi und Lidl bieten faire Rosen im Online-Versand an. Darüber hinaus gibt es Fairtrade-Rosen in Supermärkten wie Rewe, Edeka oder bei Floristen.Alles über Fairtrade-Rosen

Corona-Pandemie legt Textilindustrie lahm

Seitdem viele Läden schließen mussten, bricht Modeketten weltweit der Umsatz weg. Immer mehr Unternehmen stornieren oder verschieben ihre Vorbestellungen für die neue Saison. Textilhersteller im globalen Süden beklagen Auftragsstornierungen in Milliardenhöhe – allein in Bangladesch sind über eine Million Beschäftigte arbeitslos. In Indien mussten Nähfabriken zur Eindämmung der Corona-Krise wochenlang schließen. Langsam soll der Betrieb wieder aufgenommen werden.

Fairtrade-Partner wie Armedangels stehen zu ihrer Verantwortung und stornieren die Bestellungen vorerst nicht. Ewig können die Unternehmen aber nicht auf ihren Waren sitzen bleiben. Umso wichtiger ist es, dass Verbraucher solche Unternehmen unterstützen und verantwortungsbewusst einkaufen. Sieh dir dazu eine Übersicht von Fairtrade-Partnern an.

faire Mode Fairtrade Produkte
Verantwortungsbewusst einkaufen, für einen fairen Kleiderschrank. (Foto: CC0 / Unsplash / Shanna Camilleri)

Vom 20. bis 24. April findet die Fashion Revolution Week statt. Dabei machen Menschen weltweit auf die Probleme im Textilsektor aufmerksam und rufen zum Boykott von Fast Fashion auf. Weshalb aus Fast unbedingt Fair Fashion werden muss, erfährst du im Fairtrade Fashion Magazin und im Fairtade-Podcast – neben Tipps für einen nachhaltigen Konsum und einer Menge Fair-Fashion-Styles.

So erkennst du faire Produkte

Egal ob online, im Super- oder Biomarkt, im Discounter oder im Weltladen: Produkte mit dem Fairtrade-Siegel gibt es überall. Das bekannteste ist das klassische grün-blau-schwarze Siegel. Alle Zutaten, die es fair gehandelt gibt, müssen dabei fair ins Produkt.

Darüber hinaus gibt es die Fairtrade-Rohstoffsiegel. Es gelten die gleichen strengen Regeln wie für Produkte mit dem klassischen Siegel – mit dem einzigen Unterschied, dass nicht das gesamte Produkt, sondern nur einzelne Bestandteile, beispielsweise der Kakao, fair gehandelt wird.

Das klassische Fairtrade-Siegel (links) und das Fairtrade-Rohstoffsiegel Kakao (rechts). (© Fairtrade)

Für alle Siegel gelten die gleichen Regeln: Produzenten profitieren von einem festen Mindestpreis, der sie vor Preiseinbrüchen schützt und die Kosten einer nachhaltigen Produktion deckt. Entwickelt sich der Weltmarktpreis gut, erhalten die Produzenten den höheren Preis. Zusätzlich bekommen sie einen finanziellen Aufschlag für Gemeinschaftsprojekte ihrer Wahl – die Fairtrade-Prämie.

Um im Kampf gegen Covid-19 flexibler reagieren zu können, dürfen die Prämiengelder ab sofort ohne Zweckbindung eingesetzt werden – etwa um Lohnverluste aufzufangen. Auch eine schnellere Entscheidung über die Verwendung der Gelder ist möglich: Während der Pandemie können Produzenten kurzfristig benötigte Materialien wie Gesichtsmasken oder Hygieneartikel kaufen, ohne die jährliche Versammlung der Prämienkomitees abwarten zu müssen.

#TeamFairtrade faire Produkte
Du findest Fairtrade-Produkte überall! Unterstütze das #TeamFairtrade. (Foto: CC0 / Unsplash / Kyle Glenn)

Team Fairtrade – faires Handeln in Zeiten von Corona

Corona stellt die Welt auf den Kopf, auch die Welt des fairen Handels. Ob Ernte und Logistik weiterhin problemlos funktionieren und wie die Menschen im Fairtrade-System mit den neuen Herausforderungen umgehen, erfahrt ihr unter www.fairtrade-deutschland.de/covid19 oder unter dem Hashtag #TeamFairtrade.

 

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