Will H&M jetzt etwas gegen Wegwerfmode tun?

Foto: "H&M HandM Store" von Mike Mozart unter CC-BY-2.0

Jetzt möchte sogar H&M, dass wir weniger billige Klamotten kaufen: Der schwedische Fast Fashion Konzern testet neue Strategien in Sachen Nachhaltigkeit – inklusive Näh-Tipps und Reparatur-Service.

Ständig wechselnde Kollektionen, billige Klamotten, schneller Konsum: Das Konzept Fast Fashion hat den Moderiesen H&M groß gemacht. Jetzt sieht es so aus, als wolle das Unternehmen umdenken – und sich mit dem Pilotprojekt „Take Care“ plötzlich gegen Wegwerfmode einsetzen.

Pilotprojekt „Take Care“: Reparaturservice und Pflegetipps

Auf der Website des Modekonzerns findet man Nähanleitungen und Pflegetipps für Kleidung, laut eigener Aussage verkauft H&M nun erstmals auch Produkte wie Waschmittel und Fleckenentferner.

Die Produkte der sogenannten „Take Care“-Serie soll es von 12. bis 14. April sogar in einem Pop-up-Store (in Hamburg) zu kaufen geben. Dort soll es dann auch Tipps und Tricks von „Schneider- und Nähprofis“ geben, die zeigen wie man seine Kleidung am besten schützt und repariert

Das zeigt: Nachhaltigkeit liegt im Trend, das Geschäft mit der Billigmode trägt hingegen bereits die Krise in sich. Schon seit einiger Zeit kämpft H&M mit Erlöseinbußen und einem sinkenden Aktienwert. Dem angeknacksten Image schaden dann auch noch die Berichte über katastrophale Arbeitsbedingungen in Textilfabriken oder Skandale wie letztes Jahr, als H&M tonnenweise neue Kleidung verbrannte.

H&M arbeitet schon länger an seinem Image

Schon seit mehreren Jahren versucht die Modekette gegenzusteuern: Mit der nachhaltigeren Conscious-Kollektion, einer eigenen Naturkosmetik-Linie oder dem Sammeln und Recyceln von Altkleidern.

Gegenüber dem Spiegel sagte Hendrik Heuermann, Nachhaltigkeitsmanager bei H&M Deutschland: „Wir wollen unsere Kundinnen und Kunden dafür sensibilisieren, dass wir alle mit Ressourcen sparsamer umgehen müssen und Kleidung mit Flecken oder Löchern nicht sofort in den Müll wandern sollte. Die Modeindustrie muss sich verändern und neue Geschäftsmodelle entwickeln, nur dann können wir langfristig erfolgreich sein.“

Utopia meint: Die Idee ist nicht neu. Die nachhaltige Outdoor-Marke Patagonia bietet seit Jahren einen Reparaturservice an, genauso das faire Jeans-Label Nudie Jeans. Dabei gehen solche Fairen Marken viel authentischer vor: Sowohl Patagonia als auch Nudie Jeans produzieren ihre Kleidung von Anfang an so, dass sie möglichst lange hält. Zudem achten diese Labels auf eine umweltfreundliche Herstellung und faire Arbeitsbedingung. Von H&M kann man das leider nicht behaupten. Wir finden trotzdem: Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Bleibt zu hoffen, dass H&M es ernst meint – und auch in anderen Bereichen nachzieht.

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(1) Kommentar

  1. Ebent, es ist, zumal für einen die amassen bedienenden Giganten wie h&m, ein Schritt raus aus dem Schwarz ins Grau. Dass andere sich im Weiß bewegen, ist toll – deren Produkte werden aber eben leider nicht von der Masse konsumiert, ergo wird zumindest absolut betrachtet weniger bewegt, weniger werden drauf aufmerksam.

    In puncto Haltbarkeit bin ich von h&m seit ich denken kann überzeugt – die Textilien halten bei guter Pflege ewige Jahre.

    Klasse finde ich auf den Massenmarkt bezogen die Marke oodji. 1a bzgl. Haltbarkeit, Qualität und bei nahezu jedem Teil Ersatzteile (Garn, Stoffstückchen etc.) dabei. 🙂