„The Beach“ in Thailand: Warum es goldrichtig war, ihn für Touristen zu sperren

Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - pen_ash

Der Traumstrand „Maya Bay“ wurde früher von Besuchermassen überrannt – mit fatalen Folgen für Meerestiere und Korallen. Die strengen Schutzmaßnahmen seit letztem Juni zeigen zwar bereits Wirkung, aber die Bucht soll noch mindestens zwei Jahre geschlossen bleiben.

Im Jahr 2000 fand Leonardo DiCaprio dort auf der Leinwand sein persönliches Paradies: Maya Bay auf der thailändischen Insel Ko Phi Phi Leh. Der Traumstrand aus dem Hollywood-Film „The Beach“ wurde seitdem für unzählige Menschen zum Sehnsuchtsort – mit Auswirkungen auf die Natur, die alles andere als paradiesisch sind.

Allmählich erholt sich der Strand von den Schäden

Dank der Heerscharen von Ausflugsbooten, die in der Bucht ankerten, waren 2018 ganze 90 Prozent der Korallen beschädigt. Die Touristen hinterließen Müll am Strand und störten die sensiblen Meerestiere, die im flachen Wasser eigentlich einen idealen Lebensraum hätten. Zuletzt pilgerten durchschnittlich 3.500 Besucher pro Tag in die Maya Bay – Motorenlärm, Öl und Selfies im Meer inklusive. Im Juni 2018 sah sich die Regierung in Thailand gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen: Der Strand, der im Gebiet eines Nationalparks liegt, wurde für die Öffentlichkeit geschlossen.

Diese Entscheidung war offenbar das einzig Richtige: Die BBC berichtete, dass sich die Bucht allmählich von den Schäden durch den Massentourismus erholt. Im Gespräch mit dem Reporter bestätigt der leitende Meeresbiologe Dr. Thon Thamrongnawasawat, dass inzwischen wieder 50 bis 60 Schwarzspitzen-Riffhaie ihren Weg in die Maya Bay finden. Die Rote Liste gefährdeter Tierarten stuft die Haiart als „potentiell gefährdet“ ein. Drei Weibchen haben sogar schon Nachwuchs zur Welt gebracht. Korallen brauchen dagegen Jahrzehnte, um sich zu regenerieren. Aber immerhin hätten sich bereits neue gebildet.

Der Strand bleibt bis Juni 2021 geschlossen

Damit die Wiederbelebung des Ökosystems im Paradies vorangeht, werden die Touristen mit ihren Booten durch eine vorläufige Grenzlinie 300 Meter auf Abstand gehalten: Mehr als ein Blick aus der Ferne und Schnorcheln in der Nähe ist derzeit nicht möglich. Wie CNN Travel nun berichtete, hatte Songtam Suksawang, der Direktor von Thailand’s National Parks Department (NPD), verkündet, dass Maya Bay noch mindestens bis Juni 2021 geschlossen bleiben soll. „Wir werden dann sehen, ob sie bereit ist, wieder für Touristen geöffnet zu werden“, sagte er gegenüber CNN Travel. „Wir brauchen mehr Zeit, um es der Natur zu ermöglichen, sich vollständig zu erholen. Unser Team wird die Situation alle drei Monate neu einschätzen.“

Laut Suksawang werde parallel nach Lösungen gesucht, um den Tourismus künftig ökologischer zu gestalten. So seien ein neues, schwimmendes Dock, ein umweltfreundlicher Holzsteg und neue Waschräume in Planung. Ein elektronisches Ticket-System soll die Anzahl der täglichen Besucher auf 1.200 begrenzen. „Unser Ziel ist, einen nachhaltigen Tourismus zu schaffen“, sagte der Direktor. „Wir möchten unser Naturerbe an unsere nachfolgenden Generationen weitergeben.“

77 Prozent der Korallen in Thailand sind zerstört

Diese Herausforderung betrifft aber nicht nur den prominenten Strand aus „The Beach“, von dem so viele Menschen besessen sind: Dr. Thon Thamrongnawasawat zufolge sind 77 Prozent der Korallen in Thailand während des letzten Jahrzehnts zerstört worden. Das Abwasser der Hotelanlagen am Strand und Plastik im Meer seien dafür die Hauptgründe. Effektive Schutzmaßnahmen für einen einzelnen Strand sind zwar eine gute Nachricht, doch das Problem ist weitaus größer. Es gilt, eine Balance zwischen dem Tourismus, der Thailands wichtigste Einnahmequelle ist, und dauerhaftem Umweltschutz zu finden.

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