The Story of Electronics

Foto: © the story of stuff

Das Video zeigt eindrucksvoll, wie der massiv ansteigende Konsum von Elektronikgeräten in einen Teufelskreis für Konsumenten, Arbeiter und Umwelt führt.

Kaum hat man ein neues Smartphone gekauft, schon ist es wieder veraltet. Und nicht nur der andauernde Nachschub an neuen Modellen führt dazu, dass man alte Geräte ständig ersetzt. Allzu oft halten sie nur bis kurz nach Ablauf der Garantie. „Für den Müll entwickelt“, so nennen die Macher des Videos „The Story of Electronics“ kurzlebige Geräte. Sie werfen Unternehmen vor, Produkte absichtlich so zu produzieren, dass die Reparatur komplizierter und teurer wäre als ein Neukauf. Also besorgen wir uns ein neues Gerät. Das alte entsorgen wir – der Elektro-Müllberg wächst.

Das Problem mit der Entsorgung

Die richtige Entsorgung von Elektronikgeräten ist wichtig, um Mensch und Umwelt zu schonen. Denn darin sind giftige Stoffe wie Quecksilber, Blei und Cadmium verbaut. Die Situation in Deutschland ist anders, als es das Video für die USA zeigt: Das Gesetz „ElektroG“ schreibt vor, dass Elektrogeräte auf Recycling- und Wertstoffhöfen abzugeben sind. Außerdem sind hierzulande Hersteller dazu verpflichtet, alte Geräte zurückzunehmen und eine ordnungsgemäße Entsorgung zu garantieren.

In der Theorie funktioniert das System also. Dennoch kommt auch Elektromüll aus Deutschland oft gar nicht erst in den Sammelstellen an. Denn trotz des Verbots landen ausrangierte Geräte oft im Hausmüll. In den Müllverbrennungsanlagen werden dann die toxischen Chemikalien freigesetzt und vergiften so die Umwelt.

Altgeräte werden illegal ins Ausland verschifft

Das Video prangert zudem an, dass das Recycling oft ins Ausland verlagert wird, wo Sicherheits- und Arbeitsschutzstandards niedriger oder gar nicht vorhanden sind. Obwohl das in Deutschland bereits verboten ist, bleibt das Problem bestehen: da Elektrogeräte auch wertvolle Bestandteile wie Stahl, Kupfer und Aluminium enthalten, sind sie bei Händlern beliebt. Diese sammeln alte Geräte auf Flohmärkten und Schrottplätzen ein und verkaufen sie illegal ins Ausland.

Das ist für die Händler ein erfolgreiches Geschäft, denn Arbeiter in Entwicklungs- und Schwellenländern verdienen mit der Gewinnung dieser Bestandteile ihren Lebensunterhalt. Ohne Schutzausrüstung zertrümmern sie die Geräte, um wertvolles Material aus ihnen herauszubekommen. Die gesundheitlichen Folgen der Gifte sind schwerwiegend: Arbeiter erkranken deutlich häufiger an Blut-, Nieren- und Gehirnkrebs, Arbeiterinnen haben doppelt so häufig Fehlgeburten als andere Frauen.

Wir können etwas gegen das Problem tun

Das Video plädiert für eine Verstärkung der Rücknahmegesetze. Hersteller sollen so dazu gebracht werden, langlebigere und robustere Produkte zu produzieren. Zum Glück sind die Rücknahmegesetze in Europa schon relativ stark. Trotzdem bringen große Hersteller wie Apple oder Samsung ständig neue Geräte auf den Markt.

Ein guter Anfang wäre es deshalb, selbst Elektroschrott zu reduzieren: nicht jedem neuen Trend hinterherzurennen, die Geräte so lange wie möglich zu nutzen und wenn möglich zu reparieren.

Sind sie tatsächlich nicht mehr zu retten, ist eine sichere Entsorgung das A und O: Gib deine kaputten Geräte bei Wertstoff- und Recyclinghöfen ab, um illegalen Handel zu vermeiden und zu verhindern, dass giftige Stoffe in die Umwelt und an den Menschen geraten.

Wie du deinen Elektroschrott richtig entsorgst kannst du bei uns nachlesen.

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(5) Kommentare

  1. Ein guter Tipp, für alle die es sich leisten können ist da auch das Fairphone. Unter fairtrade-Bedingungen hergestellt kann man das Teil selbst auseinander nehmen und reparieren. Kostet allerdings über nen halben Tausender, aber das rentiert sich dann wohl mit der Langlebigkeit. Empfehlenswert!

  2. Ich hab den Film schon gesehen, als dieser Artikel eingestellt wurde.
    Heute musste ich wieder an ihn denken:
    Ich hatte von einem E-Schrott Konsumenten (immer neuestes Smartphone, jeden Elektronik Schnickschnack Käufer,……), einen nicht mehr benötigten Talbet ‚PC‘ geschenkt bekommen.
    War ganz lustig das Ding. Hatte es jetzt ein halbes Jahr. Habe viele Bücher drauf gelesen. Beim Kochen in der Küche die Rezepte aufgerufen und beim Kochen dann Youtube Videos (zum Thema Konsumkritik etc. *lol* ) geschaut.
    Jetzt ist es kauptt.
    Geht einfach nicht mehr an.
    Wird wohl der Akku sein. (Nur der verdammte Akku!)
    Es gibt weder eine Anleitung, noch Ersatzteile. Das Ding hat nichtmal Schrauben. Der Hersteller hat vor Jahren schon zu anderen Kunden gesagt, dass es nicht mehr repariert werden kann.
    Es wurde gute 4 Jahre (!!!) alt.
    Ich werde es vermissen. War schon witzig das Teil.
    Aber ich werde mir KEIN neues kaufen, auch wenn ich jetzt quasi angefixt bin.
    Weil die Dinger zum wegschmeißen produziert werden. Ich habe ein Smartphone und RICHTIGE PCs im Haus. Die Dinger wo man einzelne Komponenten wie bspw. eine Grafikkarte ersetzen kann. Oder einen einzelnen Monitor. PCs die an den Stromkreislauf angeschlossen sind.
    Sprich, wo nicht direkt das ganze Ding auf dem Schrott landet!

    R.I.P. praktisches kleine Ding. Du wirst mir fehlen. Ich hoffe deine Komponenten können irgendwo sinnvoll recycled werden.

  3. Tablets haben in der regel keine Schrauben, sie sind aber auch relativ einfach zu öffnen.
    Wenn du an den Akku kommst, sobald die Schale geöffnet ist, ist dieser auch in vielen Fällen tauschbar. Geh doch einfach mal mit dem ding in dein nächstes Repair Cafe, dort gibt es die Spezies die dir helfen können.

  4. Ich denke, viele technische Geräte können auch länger halten. Länger bedeutet jedoch leider bei PC, Tablet, Smartphone 5Jahre plus. Aber nur wenn man sich auskennt und nicht schon überteuerten Schrott kauft.
    Sondern: Wenn man schon neu kauft, sollte man den neusten (!) Standard einkaufen, damit die Anschlüsse, Speicherplatz, RAM auch noch in einigen Jahren mit neuer Software funktionieren- damit meine ich jedoch nicht die neusten Produkte/ Techniktrends!
    Meine Handy halten in der Regel super gut jahrelang, wenn ich eine bessere Kamera will etc. verkaufe ich sie als gebraucht Ware und ich bin sicher dass das Gerät dann noch lange genützt werden kann.

    Man sollte bei solchen Geräten nicht an der falschen Stelle sparen und muss Fachwissen haben. Nicht einfach das neuste Samsung kaufen z.B…

    Leider findet man heute ja keine wirklich gute Beratung mehr im Laden- das kann man wirklich völlig vergessen. Da müssten die schon Informatiker einstellen, damit man ausreichend beraten wird.

    Daher das eigene Umfeld Fragen, Bewertungen im Internet ansehen, im Web informieren.

    Ich denke damit ist man auch ein gutes Stück weiter. Weil ich persönlich wechsel meine Geräte auch wirklich nur ungern…