TV-Tipp: Die große Zuckerlüge

Bilder: Arte / © Prelinger Archives, Neville Ottey

Zucker ist schlecht für die Zähne, macht dick und verursacht Diabetes – deshalb meiden viele Menschen Schokolade und Co. Doch Zucker versteckt sich auch in Backwaren, Fertiggerichten, Fruchtsäften. Trotzdem nehmen wir das ohne schlechtes Gewissen in Kauf. Schuld daran ist die „Zuckerlüge“, sagt eine Doku auf Arte.  

Ein Stück Kuchen hier, eine Fertigpizza da und ein Müsliriegel zwischendurch; die Menge an Zucker, die viele von uns jeden Tag zu sich nehmen, ist eigentlich zu hoch. Den meisten von uns ist das allerdings nicht so richtig bewusst und schuld daran soll die Zuckerindustrie sein.

Denn die „Verzuckerung“ unserer Gesellschaft steigt immer weiter an, ohne dass wir etwas davon mitbekommen. Und das ist von der Lebensmittelindustrie so gewünscht: 1.500 Seiten interne Dokumente der „Great Western Sugar Company“ beweisen, dass die Lebensmittelindustrie Zucker bereits seit den 70er Jahren systematisch verharmlost und seine gesundheitlichen Auswirkungen vertuscht. Die Papiere beinhalten eine Art geheime „Spielanleitung“, wie die Zuckerindustrie dabei vorgeht.

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Die Folgen sieht man überall: Übergewicht, Diabetes, Herzerkrankungen haben sich vervielfacht; die nichtalkoholische Fettleber ist keine Seltenheit mehr – auch immer öfter bei Kindern.

Kinderärzte kämpfen unermüdlich gegen die Behauptung, wir seien selbst schuld, weil wir zu viel äßen. Die Zucker-Lobby sitzt auf der Anklagebank, ihre Verteidigungsstrategie ist die alte: Sie fordert immer weitere Beweise. Und während Industrie und Wissenschaft ihren Kampf ausfechten, tickt die gesundheitliche Zeitbombe weiter.

Die Dokumentation „Die große Zuckerlüge“ lief am 01. August 2017  auf Arte. Jetzt für einige Zeit in der Mediathek verfügbar.

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(5) Kommentare

  1. Zuckerluege
    Hallo, eigentlich reicht es langsam. Jede Hausfrau und jeder Michel weiss, wo Zucker drin ist. Das hier immer der Kuchen und was weiss ich herhalten muss ist nicht intelligent. Lediglich versteckte Zucher sollten das Thema sein und die deutliche Deklaration! Wenn ich zum Baecker gehe und einige Teilchen hole muss ich nicht in jedem Teilchen ein Faehnchen stecken haben. Und ich will auch nicht am Sonntag stundenlang den Aushang studieren, wo von jedem Artikel der Zuckergehalt angegeben wird. Interessant ist auch noch die Unterscheidung zwischen anteiligem natuerlichen Fruchtzucker und dem zugesetzten (Raffinerie)-Zucker. Also jeder zugesetze Zucker, egal in welcher Form, sollte angegeben sein. Beispiel Ketchup. Es gibt Ketchup mit 20%, aber auch Ketchup mit weit ueber 40% Zucker. Oder wer weiss, das (Frucht-Obst)-Gruetze wesentlich weniger Zucker (ca.16 %) enthaelt als z.B. Marmelade mit 50-55 % und gut als Ersatz herhalten kann. Auch zum Mischen mit Quark, Natur-Joghurt, Schichtkaese usw. total gut geeignet, dann muss sich auch keiner wegen fehlendem Fruchtanteil in der Joghurt beschweren.
    Also die Verbraucher sind oft selbst schuld, man muss nicht alles den Produzenten in die Schuhe schieben. Wenn die genug Dumme finden, verkaufen die alles. Den Verbraucher kann man nicht von seiner Eigenverantwortung entbinden!
    MfG
    Werner Labuhn

  2. Ich kann dir nur voll und ganz zustimmen.

    Zucker sind auf Lebensmittel sowohl in der Zutatenliste aufgeführt als auch bei der Nährwertkennzeichnung angegeben. Da ist nichts versteckt. Wer beides nicht anschaut, muss das natürlich nicht, kann aber nicht hinterher behaupten, etwas sei versteckt gewesen.

    Ansonsten gilt es das Gehirn anzuschalten. Ich entscheide, was ich esse und wieviel. Und diese Verantwortung trage ich allein.

  3. Da habt Ihr beide Recht. Es steht überall drauf und von Lüge kann nicht die Rede sein.
    Schade ist, daß es inzwischen auch im Bio-Bereich so viele Produkte gibt (z.B. Fruchtjoghurt), welche viel Zucker enthalten.
    Kann ja irgendwie nur daran liegen, daß der Verbraucher sie sonst nicht kauft.
    Die meisten Menschen wissen ganz genau, daß in den Produkten viel Zucker ist und daß das ernährungstechnisch nicht OK ist, es ist ihnen schlichtweg egal.

  4. Ja, ich denke auch, dass es am Konsumverhalten liegt. Die Hersteller bieten das an, was auch gekauft wird. Was – zumindest längerfristig – nicht oder nur wenig Liebhaber findet, verschwindet wieder nach und nach aus den Regalen.

    Zuckerfreie Alternativen mit Süßstoff gibt es heutzutage ja schon reichlich auf allen möglichen Gebieten, eben weil dies nachgefragt wird. Wer aber auch keinen Süßstoff mag, der hat dann eigentlich bei vielen Dingen nur noch die Wahl, selbst tätig zu werden. Und zumindest bei Joghurt (und etlichen anderen Sachen) ist das ja nun wirklich kein Problem und nicht mal wirklich mit einem nennenswerten Mehraufwand verbunden.

    Ceralien sind Zuckerbomben. Dann nehme ich halt Haferflocken oder Müslis und verfeinere sie mir ganz so, wie ich es mag, sei es mit Honig, Früchten, Süßstoff oder doch Zucker.

    Dips und Saucen, die oft Zucker als Geschmacksverstärker enthalten, gehen ebenfalls schnell selbst zubereitet, falls mich der Zucker stört.

    Obstkonserven für einen Obstsalat oder ähnliches? Frisches Obst tut es auch, schmeckt besser und hat von Natur aus nun wirklich genug Zucker.

    Die Beispiele kann man endlos fortführen.

  5. Ich stimme euch da zu, eigentlich sollte jedem klar sein, welche Produkte viel Zucker enthalten und welche nicht.
    Der Titel der Dokumentation „Zuckerlüge“ zielt aber nicht nur auf den Zuckergehalt in Lebensmitteln hin, sondern auch auf das System der Zuckerindustrie.
    Zudem wird von den Experten zumindest auch angeschnitten, dass die Unterscheidung zwischen Frucht- und Industriezucker nicht so ohne Weiteres möglich ist – und da komme ich doch etwas ins stocken… Mich verunsichern solche Aussagen als Nichtexperte schon sehr, vor allem wenn keine wirkliche Erklärung folgt.

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