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Veja: der nachhaltige Trendschuh

Foto: © Veja

Veja bedeutet auf Portugiesisch „Schau hin“ – und das ist es, was die Gründer mit ihrem nachhaltigen Schuhlabel erreichen wollen: Hinschauen, wie ein Sneaker gemacht wird. Inzwischen sind die Veja-Sneaker zum absoluten Trendschuh avanciert.

Als Sébastien Kopp und François-Ghislain Morillion ihr Schuhlabel Veja 2004 gründeten, hatte jeder von ihnen nur 5000 Euro Startkapital in der Tasche. Mittlerweile ist Veja einer der bekanntesten und beliebtesten nachhaltigen Schuhhersteller.

Dabei sind die Veja-Sneaker längst auch in der Nicht-Eco-Modewelt angesagt. Bereits seit 2016 feiern Modehefte wie Harper’s Bazaar und Instyle Veja als Trendschuh – und die neue Sommerkollektion dürfte ihr übriges tun, um das Label endgültig zu etablieren:

Veja: die Anfänge des Öko-Sneakers

Die beiden Schulfreunde Sébastien und François-Ghislain machten sich vor über zehn Jahren im Norden Brasiliens erstmals auf die Suche nach Baumwollkooperativen um den festen Canvasstoff herzustellen, aus dem viele ihrer Sneaker sind. Die Sohle der Vejas ist aus Naturkautschuk – hierfür besuchten die Veja-Gründer die Amazonas-Region Acre, um dort Kautschukzapfer ausfindig zu machen.

Mit ihrem mehrwöchigen Aufenthalt in Brasilien, bei dem die beiden Franzosen den Bauern über die Schulter guckten, wollten die Designer genau verstehen, wie die Menschen arbeiten, um den Preis zu errechnen, den sie für ihre Produkte bekommen sollten. Mit diesen Preiskalkulationen entwarfen Sébastien und François-Ghislain zurück in Paris schließlich ihren Fair-Trade-Sneaker.

Material, Siegel und Transport

Aus diesem Entwurf entstehen bis heute minimalistische und hochwertige Sneaker mit Wiedererkennungswert. Typisch Veja: Eine schmale Form, Obermaterial aus Leder oder Canvas, meist knöchelhoch, mit einer weißen Gummisohle und V-Logo. Produziert in Brasilien, aus Biobaumwolle, Naturkautschuk und pflanzlich gegerbtem Leder.

Veja Sneaker: nachhaltige Trend-Turnschuhe
Typisch Veja: weiße Gummisohle und V-Logo (Foto: © Veja)

Das Leder bezieht Veja aus Uruguay – dort muss für die Rinderfarmen kein Urwald weichen, gegerbt wird es chemiefrei mit Akazienextrakt.

Auch der Transport erfolgt so nachhaltig wie möglich: Die Turnschuhe werden in Recyclingkartons nach Le Havre verschifft, per Wasserweg geht es weiter nach Paris. Die externe Logistik wird von der Organisation „Sans Frontiers“ betrieben– einem Reintegrationsprojekt für arbeitslose Suchtkranke. Von Paris aus werden die bestellten Exemplare dann in 24 Länder weltweit verschickt. Und das sind längst weit über 100.000 Paare. Veja könnte sogar noch viel mehr verkaufen, aber die Menge der brasilianischen Bio-Baumwolle ist begrenzt.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Der Preis für ein Paar Sneaker liegt zwischen 70 und 150 Euro und ist somit nicht höher als für herkömmliche Turnschuhe bekannter Marken wie Adidas, Nike & Co. – und das, obwohl die Produktion der Veja-Schuhe fünf- bis siebenmal so teuer ist. Veja bezahlt den Bauern für ihre ökologische Baumwolle beispielsweise etwa das Dreifache des Weltmarktpreises .

Doch wie ist das möglich? Die Antwort scheint einfach: Keine Werbung und kein Lagerbestand. So kann Veja alles Geld in die Produktion der Schuhe stecken, dabei gute, ökologisch unbedenkliche Materialien verwenden und den Arbeitern faire Löhne bezahlen.

Die schlichten Sneaker von Veja bekommt man in einigen Fair Fashion Shops, online** z.B. bei Avocado Store, bei Le Shop Vegan, Glore oder Amazon.

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(16) Kommentare

  1. Schöner Ansatz. Aber nachhaltig sind Schuhe erst, wenn diese ohne Leder und andere tierische Materialien auskommen. Gerne mit Synthetik, aber bitte nachhaltig. Alternativ natürliche Stoffe wie Kork, Leinen, Hanf,…

    Des Weiteren versteh ich nicht, warum die so sehr gehyped werden. Die sind wirklich unästhetisch und kein wirklich krasser Durchbruch. Alles alte Schnitte aus den letzten Jahren, schlecht umgesetzt und keinen Mut zu neuen Ideen. Aber das ist ja Geschmackssache. Jeder Modeexperte wird bei dem Anblick jedoch sofort an die 20€ Schuhe von Discounterläden wie Deichmann oder Reno denken.

  2. Mode und Nachhaltigkeit ist ein Widerspruch in sich. Da Mode immer Massenproduktion ist und jede Saison wechseln muss. Der Restbestand wird weg geworfen. Ich finde den Schuh von der Aufmachung sehr zeitlos und daher gut. Ob man sich ein Modell mit oder ohne Leder kauft, bleibt doch auch jedem selbst überlassen.

  3. „Jeder Modeexperte wird bei dem Anblick jedoch sofort an die 20€ Schuhe von Discounterläden wie Deichmann oder Reno denken“
    Na und, vielleicht haben wir Verbraucher einfach die Schnauze voll von Modeexperten, die uns vorschreiben wollen, was wir zu tragen haben und was wann totaaaaaaal out ist?
    Ich habe mich über solche Urteile schon lange hinweg gesetzt.
    Das ist besser für mich und besser für die Umwelt, weil bei mir darf ein Schuh bleiben, bis er auseinander fällt.
    Und zwar gerne ohne Synthetik.

  4. War recht interessiert bis ich vom Leder gelesen habe – man kann so nachhaltig produzieren wie man möchte, solange Leder verwendet wird, vernichtet das alle guten Vorsätze wieder.

  5. Warum schließt Leder Nachhaltigkeit aus???

    Bei mir halten Lederschuhe viele Jahre (Sommer wie Winter tragbar), während die Schuhe aus anderen Materialien eine deutlich kürzere Haltbarkeit haben. Und wenn die Tierhaltung nachhaltig erfolgt, finde ich das in Ordnung, da jeder für sich entscheidet, was er bevorzugt.

    Nachhaltig ist doch nicht mit vegan oder vegetarisch gleichzusetzen.

    Ich würde mir aber schwarze Modelle wünschen – die sehen länger nicht „angeschmuddelt“ aus, denn irgendwann sieht man hellen Schuhen ihr Alter an – gute Pflege hin oder her.

  6. Wie ihr immer fordert, dass man euch eure persönlichen Entscheidungen treffen lassen soll – wenn es um Entscheidungen geht, die so unfassbar vielen Lebewesen auf der Welt so unfassbar grausames Leid zufügen. Ich könnte kotzen wegen so viel Ignoranz und Egoismus.

  7. „Ich könnte kotzen wegen so viel Ignoranz und Egoismus.“
    Tu dir keinen Zwang an, aber verschluck dich dabei nicht an deiner eigenen Selbstgefälligkeit.

  8. In Südeuropa (insbesondere Spanien) produzieren noch viele kleine Labels Freizeitschuhe wie Sneaker. Diese werden blos nicht als besonders öko vermarktet, da schon die Gesetze den Handelsspielraum eingrenzen, dass ein vergleichbarer Schuh aus asiatischer Produktion „fairtrade“ wäre.

    Beispiel: Muro.exe http://de.muroexe.com/de_de/

    Es ist schade, dass sehr viel Aufmerksamkeit durch Wörter wie „öko“ und „fair“ gebunden wird, obwohl es ja um die Sache geht. Da kann ein in Osteuropa hergesteller Lowa, ein in Spanien hergestellter Muro einem Veja um nix nachstehen. Insbesondere, wenn der Muro vegan ist (sind glaube ich alle Modelle, aber bin mir nicht sicher) und der vergleichbare Veja nicht.

  9. fühle ich mich eigentlich als schwuler berufen, jeden der nicht schwul ist als doof zu bezeichnen? ist jeder der heterosexuell lebt ein untersützer der sexuell normativen terrorfraktion hetero? und natürlich ein unterdrücker! wer berechtigt eigentlich eine verschwindend kleine minderheit unter jedes scheiss kochrezept mit fleisch oder käse oder honig ihre verquaste moralkeule zu schmieren? und jeden lederschuhkäufer als mörder zu titulieren? schon mal drüber nachgedacht, wie entwertend das für den begriff mord ist? wir leben in einer gesellschaft in der jeder sich entscheiden kann, so zu leben wie er möchte, im rahmen der gesetze und mit mitteln für seine überzeugungen zu kämpfen. andere menschen die andere meinungen haben und anders handeln als mörder zu verunglimpfen ist unverschämt und völlig drüber. mörder sind diese gesinnungsveganer, die morden nämlich jede diskurs-kultur und jede demokratische auseinandersetzung. und mit diesem post meine ich ausdrücklich nicht die veganer, die einfach vegan leben und andere so leben lassen, wie sie es für richtig halten.

  10. Gut geschrieben und ich verstehe auch was du meinst. Nämlich alle die, die meinen intolerant, belehrend und nahezu militant die eigene Auffassung vertreten zu müssen. Auch eine Form des Extremismus, die ich wie jeden Extremismus ablehne. Bei vielen (nicht allen) Veganern leider eine weit verbreitete Lebenseinstellung.

  11. Hallo rueckenschwimmer, interessanter Ansatz, wenn Du meinst, dass der Begriff „Mord“ entwertet werden könnte.
    Leider machst Du genau dies aber weiter unten in Deinem Posting („diese gesinnungsveganer, die morden nämlich jede diskurs-kultur und jede demokratische auseinandersetzung“).
    Mord = das absichtliche Töten von Lebewesen
    Diskussion = Austausch von Fakten

    Und bitte überleg mal, was die Unterschiede zwischen Schwulsein und Vegansein sind?
    – Man wird mit dieser Eigenschaft einfach durch Zufall so geboren?
    – Es handelt sich um eine bewusst gewählt moralische Überzeugung?

    Heteros schaden normalerweise anderen Menschen genauso wenig mit ihrer Lebensführen wie Schwule, Lesben, Bis oder Transen. Daher ist es völlig legitim, alles toll zu finden und dies auch zu sagen.

    Aber durch das Quälen und Töten von Tieren schaden aber Menschen ganz objektiv anderen Lebewesen. Daher ist es hier einfach mehr als legitim darauf hinzuweisen, wenn man dies nicht gut findet oder es ganz einfach Wege gibt, es zu vermeiden. 🙂

    Und wir haben leider schon viel zu oft – auch in der jüngsten Geschichte – erlebt, was Schweigen für absolut eklige Auswirkungen haben kann…! 🙁

  12. Zitat Rückenschwimmer „und mit diesem post meine ich ausdrücklich nicht die veganer, die einfach vegan leben und andere so leben lassen, wie sie es für richtig halten.“

    Es geht nur um die, die selbst nicht nur zu Recht Toleranz und Akzeptanz für ihre Lebensweise fordern , sondern andere Lebensweisen selbst nicht akzeptieren oder tolerieren wollen.

    Und zu Mord gibt es per Definition noch ein paar zusätzliche Merkmale.

  13. Finde ich einen guten Ansatz, doch sind die Schuhe von Veja leider dermaßen schlecht produziert, dass sie nach einem Jahr auseinander fallen! Seitens des Herstellers kommt da nicht mal eine Erklärung oder irgendeine Art von Kulanz. Das ist nicht Nachhaltig!! (Leder kann das sehr wohl sein….)

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