Erster nachhaltiger Handytarif soll Februar 2019 starten

Wetell Tarif
Bild: Screenshot Wetell

Das Start-up Wetell hat sich vorgenommen, den ersten wirklich nachhaltigen und fairen Telefontarif auf den Markt zu bringen – zu entsprechenden Kosten. Ob das gelingt, wird ein Crowdfunding zeigen, das im Februar 2019 beginnt.

Die Ziele, die die drei jungen Wetell-Gründer für ihr Mobilfunk-Angebot vorlegen, sind ambitioniert: maximaler Datenschutz, 100 % erneuerbare Energien, Fairness und Transparenz sowie generell ein nachhaltiges Wirtschaften mit Orientierung am Gemeinwohl – das sind Werte, mit denen die Mobilfunkbranche in den letzten Jahrzehnten nicht gerade glänzte.

Das Start-up Wetell will faire & nachhaltige Telefonie

Umso erfreulicher, dass das süddeutsche Start-up plant, seine Idee eines fairen Handytarifs mit öko-sozialer Ausrichtung auch tatsächlich in die Tat umzusetzen. Auf ihrer Homepage legen die Gründer ausführlich dar, was ihr Angebot enthalten soll: Vorgesehen ist unter anderem, dass alle Gesprächsdaten direkt nach Akzeptieren der Rechnung gelöscht werden, dass Verträge ohne versteckte Kosten auskommen und – eine sympathische Seltenheit – monatlich kündbar sein sollen. Mitglied des Gemeinwohlökonomie e.V. ist das Start-up auch schon geworden.

Noch fehlen freilich Kunden. Diesen sollen ab 15. Februar 2019 bei einer Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Startnext die Möglichkeit haben, erste Verträge abzuschließen.

Wetell plant, ab diesem Zeitpunkt drei nachhaltige Mobilfunktarife zwischen 15 und 35 Euro anzubieten, die über das D1-Netz der Deutschen Telekom abgewickelt werden. Alle Tarife sollen eine Flatrate für Telefonie, SMS und EU-Roaming beinhalten und, wie erwähnt, monatlich kündbar sein. Die Preise sollen sich je nach verwendetem Datenvolumen staffeln:

  • 500 MB für 15 Euro/Monat
  • 2 GB für 25 Euro/Monat
  • 4 GB für 35 Euro/Monat

Die Gründer schreiben auf ihrer Website selbst, dass es „günstigere Mobilfunkverträge auf dem Markt“ gebe, bekräftigen aber ihre Überzeugung, dass Nachhaltigkeit und Fairness nicht umsonst zu haben sind: „Eine wirkliche Veränderung erreichen wir nur, wenn wir zeigen, dass Nutzer bereit sind, für ein nachhaltiges Produkt auch etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen.“

Wer Wetell unterstützen möchte, sollte sich beim Newsletter des Start-ups anmelden, um den Beginn der Crowdfunding-Kampagne nicht zu verpassen.

Erster Anbieter, der Öko-Fairness verspricht

Sollte Wetell seine Pläne in die Tat umsetzen, wäre das Start-up der erste Tarif-Anbieter auf dem deutschen Markt, der Nachhaltigkeit und Gemeinwohl an erster Stelle platziert. Es gibt zwar bereits vergleichbare Mitbewerber, die aber etwas andere Schwerpunkte setzen:

  • 2017 startete Goood** aus München: 10 % der monatlichen Grundgebühr fließen dort an eine gemeinnützige Organisation nach Wahl des Kunden, Spendenbescheinigung inklusive. Zusätzlich investiert das Team 25 % seiner Profite in Projekte mit gesellschaftlichem Nutzen. Die Tarife liegen zurzeit zwischen 10 und 25 Euro im Monat.
  • Nicht wirklich ernstzunehmen ist Edeka Smart, das zum gleichnamigen Einzelhändler gehört. Der Tarif unterstützt das WWF Waldschutz­programm (allerdings mit nur einem Euro pro verkauftem Starterset) und bietet ansonsten eher grüne Kosmetik (wie die Tatsache, dass die Verpackung der SIM-Karte auf Graspapier gedruckt wird). Die Tarife liegen zwischen 10 und 25 Euro im Monat, außerdem gibt es eine Prepaid-Karte.

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