Bloggerin will lebenden Oktopus essen – das Netz feiert, wie er sich wehrt

Foto: CC0 Public Domain / Pixabay

Was Menschen alles tun, um ein paar Likes im Netz zu bekommen: Eine Bloggerin aus China hat versucht, für ein Video einen lebendigen Oktopus zu essen. Ihr Video ging viral – aber nicht wegen ihr, sondern weil der Oktopus sich spektakulär gewehrt hat.

Einen Oktopus bei lebendigem Leib zu essen ist grausam und unter keinen Umständen eine gute Idee – eigentlich klar. Eine Bloggerin aus China hat es trotzdem versucht. Offenbar wollte sie an der „swallow live octopus challenge“ („Schlucke einen lebenden Oktopus“-Challenge) teilnehmen, berichtet die Nachrichtenseite „Taiwannews“.

Bei ihrem Versuch hat sich die Frau gefilmt – und das Video live über den chinesischen Mikroblogging-Dienst „Weibo“ verbreitet. Inzwischen ist es auch auf Youtube gelandet. Zu sehen ist aber nicht, wie die Bloggerin den Oktopus isst, sondern wie sie verzweifelt versucht, sich von ihm zu befreien. Der Oktopus hat sich mit aller Kraft an ihrem Gesicht festgesaugt.

Am Ende blutet die Bloggerin

Anfangs lacht die Bloggerin noch. Dann zieht sie sie Saugarme einzeln von ihrem Gesicht, was offenbar sehr schmerzhaft ist. Sie schreit und kann die Arme nur mit Mühe aus ihrem Gesicht ziehen. Ein Fangarm hat sich direkt unter ihrem Auge festgesaugt.

Am Ende schafft sie es, das Tier aus ihrem Gesicht zu lösen. Sie hat Druckspuren im Gesicht und blutet leicht an der Wange. Hier das Video auf Youtube:

Tierquälerei für Likes

Auch wenn die Begegnung mit dem Oktopus schmerzhaft war, die Bloggerin hat erreicht, was sie wollte: Aufmerksamkeit. Allein auf Youtube wurde das Video bislang mehr als zwei Millionen Mal aufgerufen (Stand 9.5.). Die User haben allerdings wenig Mitleid. „Sie hat bekommen, was sie verdient hat“, heißt es immer wieder in den Kommentaren.

Das Video ist gleich aus mehreren Gründen problematisch. Zum einen ist es natürlich Tierquälerei, ein Tier bei lebendigem Leib zu essen. Bis es stirbt, spürt es die Schmerzen der Verletzungen. Zum anderen zeigt der Clip, welche perversen Ausmaße der Wunsch nach Anerkennung im Netz annehmen kann.

Um aufzufallen, braucht es immer ausgefallenere und witzigere Bilder und Videos – Tiere können dabei helfen. Für ein paar Minuten Internet-Berühmtheit werden immer wieder Tiere missbraucht. Das Oktopus-Video ist nur ein weiteres trauriges Beispiel dafür.

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(4) Kommentare

  1. Ich bin entsetzt und traurig wenn ich sehe wozu manche Menschen fähig sind. Was nach der Videoaufnahme mit dem armen Octopus passiert ist, daran möchte ich gar nicht denken.

  2. Ihr sagt sie hat erreicht was sie wollte. Aufmerksamkeit! Ja… und dadurch, dass ihr das Video ebenfalls teilt, bekommt sie jetzt noch mehr davon. Wie wäre es statt dessen mit einem Aufruf, das Video NICHT zu klicken? Meinen Klick bekommt diese grausame Person nicht.

  3. Ja, die Menschen werden immer verrückter in ihrem kollektiven Wahn sich jetzt auch noch im Netz auf alle möglichen und unmöglichen Art und Weisen zu präsentieren. Aufmerksamkeit um jeden Preis in einer Zeit in der sich Vernunft dem Kommerz unterzuorden hat.

  4. Wieso dürfen überhaupt ungestraft solche abartigen Wettbewerbe stattfinden?
    Ein noch lebendes Tier dabei zu quälen, ist sicherlich noch mal eine Stufe mehr auf der Grausamkeits-Skala.
    Es verwundert aber auch nicht. In dieser Kultur, die sich so impotent fühlt, dass sie an Nashorn-Hörner glaubt und dabei in Kauf nimmt, dass diese Tiere bestialisch ermordet werden, finden noch viel mehr Grausamkeiten mit der größten Selbstverständlichkeit Tieren gegenüber statt.
    Das ist leider eine Tatsache, mit oder ohne Video, mit oder ohne Challenge.

    Aber es gibt auch andere perverse Wettbewerbe rund um Nahrungsmittel, die einfach ein Schlag ins Gesicht derjenigen sind, die aus Not hungern müssen.
    Für jeden Mist gibt’s Verbote, dafür nicht!
    Was für ein Armutszeugnis für uns Menschen!

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