Etagenzwiebeln: (Fast) das ganze Jahr ernten und (fast) nichts dafür tun

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Foto: CC0 / Pixabay / Kathas_Fotos

Die Etagenzwiebel wächst in die Höhe und bildet am Ende ihrer Stängel kleine Zwiebeln aus, die essbar sind. Im Anbau und in der Pflege ist sie unkompliziert. Hier erfährst du alles Wissenswerte über das besondere Zwiebelgewächs.

Zur Familie der Zwiebelgewächse gehören neben der gewöhnlichen Küchenzwiebel zum Beispiel auch Porree, Schnittlauch oder die Lauchzwiebel. Eine besondere, heutzutage allerdings weniger verbreitete Sorte ist die Etagenzwiebel: Sie wächst in die Höhe und bildet auf mehreren Etagen röhrenförmige Stängel (Schlotten) aus, an deren Enden anstelle von Blüten kleine Brutzwiebeln sitzen. Es handelt sich bei ihr wahrscheinlich um eine Kreuzung aus Küchenzwiebel und Lauchzwiebel. Sie ist auch unter anderen Namen bekannt, zum Beispiel als „Luftzwiebel“ oder als „Ägyptische Zwiebel“.

Die Etagenzwiebel ist eine Speisezwiebel, sowohl die Schlotten als auch die kleinen Brutzwiebeln sind essbar. Wegen ihrer Wuchsart eignet sie sich nicht nur für den Anbau im Gemüsebeet, sondern auch gut für den Balkon. Ernten kannst du vom Frühjahr bis in den Herbst – und das ohne viel Mühe.  

Etagenzwiebeln pflanzen: Das musst du wissen

Der Etageneffekt ergibt sich bei der Luftzwiebel daraus, dass aus den kleinen Brutzwiebeln am Ende der Stängel wiederum neue Stängel wachsen können, an deren Enden sich ebenfalls Brutzwiebeln bilden. Wenn niemand die Zwiebeln erntet, biegt sich die Pflanze unter ihrem eigenen Gewicht allmählich dem Boden entgegen, wo die Zwiebeln Wurzeln schlagen und neue Pflanzen aus ihnen wachsen.

Wenn du Etagenzwiebeln pflanzen möchtest, brauchst du also einige Brutzwiebeln als Grundstock. Du kannst sie von schon vorhandenen Pflanzen abpflücken oder im Gartenfachhandel kaufen. Weil die Etagenzwiebel keine Blüten mit Samen hervorbringt, ist es nicht möglich, sie aus Saatgut zu ziehen.

Etagenzwiebeln: Zeitpunkt, Standort und Pflanzung

Im Beet brauchen Etagenzwiebeln einen sonnigen Standort mit nährstoffreichem Boden.
Im Beet brauchen Etagenzwiebeln einen sonnigen Standort mit nährstoffreichem Boden. (Foto: CC0 / Pixabay / Kathas_Fotos)

Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen von Etagenzwiebeln ist im Spätsommer, etwa im August. Sie überwintern dann in der Erde und treiben im Frühjahr aus. Alternativ kannst du sie auch erst im Frühjahr einpflanzen. Diese Möglichkeit eignet sich vor allem dann, wenn du Etagenzwiebeln im Kübel ziehen willst.

  • Standort und Boden: Als Standort eignet sich ein sonniger Platz im Garten oder auf dem Balkon. Was die Bodenverhältnisse am Standort angeht, ist die Etagenzwiebel nicht übermäßig anspruchsvoll. Sie bevorzugt aber nährstoffreiche und gut durchlässige Böden.
  • Pflanznachbarn: Gute Nachbarn im Beet sind zum Beispiel Feldsalat, Kopfsalat, Gurken oder Erdbeeren. Weniger gut verträgt sich die Etagenzwiebel mit Kartoffeln, Erbsen, Rettich und Radieschen. Direkt vorher solltest du im Beet keine Möhren oder Pastinaken angebaut haben – diese Fruchtfolge könnte einen Befall der Etagenzwiebel mit Nematoden begünstigen.
  • Pflanzung: Die Pflanzung selbst ist ganz einfach: Stecke die Brutzwiebeln in Abständen von 30 bis 40 Zentimetern etwa fünf Zentimeter tief in die Erde. Möchtest du sie nicht im Beet, sondern im Kübel pflanzen, gehst du genauso vor – eine Brutzwiebel pro Kübel reicht dann aus. Achte darauf, dass der Kübel ein Fassungsvermögen von mindestens 10 Litern hat. 

Nach dem Pflanzen solltest du die Erde feucht halten, es gleichzeitig aber beim Gießen nicht übertreiben, denn Staunässe kann dafür sorgen, dass die Zwiebeln faulen.   

So pflegst und überwinterst du Etagenzwiebeln

Die Etagenzwiebel ist mehrjährig, winterhart und grundsätzlich pflegeleicht. Folgende Punkte solltest du nach dem Anbau beachten:

  • Dünger: In der Regel benötigen Etagenzwiebeln keinen Dünger. Um die Pflanze für die neue Saison zu stärken, kannst du sie im Frühjahr aber mit etwas organischem Kaliumdünger versorgen. Auf stickstoffhaltigen Dünger solltest du dagegen besser verzichten, denn Stickstoff verträgt die Etagenzwiebel nicht gut.
  • Gießen: Regelmäßiges Gießen ist nicht notwendig. In längeren Trockenperioden solltest du allerdings aufpassen, dass der Boden nicht ganz austrocknet.
  • Pflege: Sinnvoll ist es, gelegentlich das alte, verwelkte Laub der Etagenzwiebel zu entfernen. So erleichterst du neuen Stängeln das Austreiben.
  • Überwintern: Im Beet braucht die winterharte Etagenzwiebel keinen zusätzlichen Schutz. Wenn du sie im Kübel anbaust, solltest du darauf achten, dass er an einem windgeschützten Ort steht. Du kannst ihn auch gegen die Kälte isolieren, indem du ihn zum Beispiel mit Bast oder einer Kokosmatte umwickelst. Auch eine Schicht Mulch kann das Überwintern erleichtern.
  • Fruchtfolge: Wenn du die Etagenzwiebel im Beet angebaut hast, solltest du in den darauffolgenden vier Jahren auf den Anbau anderer Zwiebelgewächse verzichten.

Etagenzwiebeln ernten und verwenden

Rohe Etagenzwiebeln bringen eine aromatische Schärfe in Salate.
Rohe Etagenzwiebeln bringen eine aromatische Schärfe in Salate. (Foto: CC0 / Pixabay / Hans)

Die kleinen Brutzwiebeln der Etagenzwiebel bilden sich meist zwischen Juni und September. Du kannst sie einfach ernten, indem du sie vom Ende der Schlotten abpflückst, sie lassen sich leicht lösen. Die Erntezeit der grünen Schlotten erstreckt sich vom Frühjahr bis in den Herbst. Bei immergrünen Sorten kann sie sogar das ganze Jahr andauern, wenn der Winter mild ist. Allerdings solltest du immer darauf achten, nicht zu viele Schlotten zu ernten, um die Pflanze nicht zu schwächen.

Alle Teile der Etagenzwiebel sind essbar. Die Schlotten kannst du ähnlich wie Schnittlauch oder das Grün von Frühlingszwiebeln verwenden, die Brutzwiebeln wie gewöhnliche Speisezwiebeln. Auch die unterirdische Mutterzwiebel ist theoretisch essbar. 

Im Geschmack sind die Brutzwiebeln etwas schärfer als normale Zwiebeln – das solltest du besonders dann beachten, wenn du sie als rohe Zwiebel verarbeiten möchtest, etwa in Salaten oder auf belegten Broten. Du kannst sie aber auch dünsten oder anbraten, zum Beispiel zusammen mit Bratkartoffeln. Wegen ihrer Größe kannst du sie außerdem gut nach Art von Silberzwiebeln einlegen. 

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