Babyshampoo: Öko-Test findet krebsverdächtiges Formaldehyd

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Gutes Babyshampoo sollte frei von umstrittenen Inhaltsstoffen sein. Duftstoffe, Mikroplastik und krebsverdächtiges Formaldehyd haben in Babyshampoo nichts zu suchen – Öko-Test hat sie trotzdem gefunden.

Babyshampoo ist ein besonders mildes Shampoo, das Säuglingen und Kleinkindern nicht in den Augen brennen soll. Die Deutsche Haut- und Allergiehilfe rät Eltern: „Die Produkte sollten frei von allergieverdächtigen Duft-, Konservierungs- und Farbstoffen sein.“ Leider sehen das manche Hersteller anders: Frei von Duftstoffen sind nur wenige Babyshampoos – unter den Produkten, die Öko-Test jetzt geprüft hat, war es kein einziges. Trotzdem schnitten fast alle Produkte sehr gut ab.

Die Experten hatten günstige Eigenmarke von Drogerieketten und Supermärkten sowie Produkte von Markenherstellern untersucht. Auch spezielle Babyshampoos von Naturkosmetik-Herstellern waren dabei. Die Ergebnisse wurden im Jahrbuch Kleinkinder 2019 veröffentlicht.

Babyshampoo im Test: Naturkosmetik überzeugt

Das Ergebnis des Babyshampoo-Tests kann sich sehen lassen: 10 der 14 Produkte schnitten mit der Bestnote „sehr gut“ ab.

Unter den Testsiegern befinden sich auch alle geprüften Naturkosmetik-Shampoos, zum Beispiel:

Allerdings enthält der Töpfer-Testsieger hydrolysiertes Weizenprotein. In Japan haben Seifen mit diesem Inhaltsstoff in der Vergangenheit immer wieder zu allergischen Reaktionen geführt. Zwar sind in Europa nur wenige solcher Fälle bekannt, dennoch hat die EU-Kommission den Einsatz des Stoffs vorsorglich beschränkt. Öko-Test rät deshalb von Produkten mit hydrolysiertem Weizenprotein ab, wenn die Haut des Babys gereizt oder verletzt ist.

Babyshampoo von dm, Nivea und Bübchen

Viele Eigenmarken von Drogerie- und Supermärkten bekamen ebenfalls die Note „sehr gut“. So auch das Produkt Leichtes Shampoo der dm-Hausmarke Babylove. Es enthält zwar auch Parfüm, ist aber ansonsten frei von kritischen Inhaltsstoffen.

In vier Babyshampoos wies Öko-Test Mikroplastik nach. Betroffen waren die Shampoos von Nivea, Penaten und Bübchen. Sie wurden deshalb abgewertet. Im Bübchen-Shampoo (das ein „gut“ erhielt), fand das Labor außerdem hydrolysiertes Weizenprotein, in zwei anderen Shampoos nicht nur Mikroplastik, sondern auch PEG/PEG-Derivate. Hersteller verwenden PEG häufig als Tenside oder Schaumschläger. PEG wird jedoch in der Regel umweltschädlich aus Erdöl hergestellt und ist nur schwer abbaubar. Der Stoff kann auch die Haut schädigen, anfälliger für Reizungen machen und Allergien hervorrufen (mehr Hintergründe).

Krebsverdächtiges Formaldehyd in Babyshampoo

Ein Shampoo für Babys ist im Test durchgefallen:

  • Im Bella Baby Happy Natural Care Baby Shampoo hat Öko-Test krebsverdächtiges Formaldehyd bzw. Abspaltungen davon nachgewiesen. Dieser Stoff hat in Drogerieartikeln nichts zu suchen – erst recht nicht in Babyprodukten. Formaldehyd reizt schon in geringen Mengen die Schleimhäute und kann Allergien auslösen. Öko-Test vergab deshalb die Note „ungenügend“.

Shampoo für Babys oft unnötig

Wenn das Baby kommt, decken sich junge Eltern oft mit allerhand Babyprodukten ein. Das ist nicht immer notwendig. Babyshampoo ist beispielsweise überflüssig, erklärt Öko-Test. „Am Anfang braucht der Nachwuchs gar keine Kosmetikprodukte – Wasser reicht völlig aus“, erklärt das Verbrauchermagazin im Jahrbuch Kleinkinder 2019.

Erst wenn sich ein richtiger Haarwuchs entwickelt und die Haare dichter werden, können Eltern zu einem milden Shampoo greifen. Wenn möglich, sollte es frei von Duftstoffen sein und von einer zertifizierten Naturkosmetik-Marke stammen.

Alle Details findest du im Jahrbuch Kleinkinder 2019 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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