Bhutan: Das weltweit einzige Land mit negativer CO2-Bilanz

Foto: CC0 Public Domain / Pixabay

Ein kleines Land in Südostasien hat geschafft, was im industriellen Zeitalter noch keiner anderen Nation gelungen ist: Das Königreich ist das erste Land mit einer negativen CO2-Bilanz.

Das Königreich Bhutan in Südostasien ist vor allem für eines bekannt: sein Konzept des „Bruttonationalglücks“. Damit gemeint ist die Maxime, dass das Wohlbefinden und Glück der Bevölkerung und aller Lebewesen in Bhutan an erster Stelle steht. Das wirtschaftliche Wachstum ist dem Umwelt- und Naturschutz untergeordnet.

Mit dieser Art der Politik hatte Bhutan es schon vor einer Weile geschafft, das einzige klimaneutrale Land der Welt zu werden. Nun hat sich das Land noch übertroffen: Wie National Geographic berichtet, hat Bhutan inzwischen sogar eine negative CO2-Bilanz – das heißt das Königreich bindet mehr CO2, als es ausstößt.

Unberührter Wald und Strom aus Wasserkraft

Das liegt wohl unter anderem an der großen unberührten Waldfläche des Landes: Laut National Geographic ist in der Verfassung Bhutans verankert, dass 60 Prozent der Landmasse als Wald erhalten und geschützt werden soll. Bhutan breche außerdem immer wieder Rekorde beim Bäume anpflanzen.

Strom produziert das Land überwiegend aus Wasserkraft und schon vor einigen Jahren begann Bhutan, Benzin-Autos durch Elektroautos zu ersetzen. Erst seit 1999 sind in dem Land Fernseher erlaubt.

Vier Säulen des Bruttonationalglücks

Bhutan Landschaft
Eine Landschaft in Bhutan (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay)

„Es gibt keine größere oder wichtigere Sache als diejenige, den Planeten für zukünftiges Leben zu sichern“, schreibt ein Minister 2015 in einem Regierungsdokument. Nachhaltigkeit ist Teil der nationalen Identität und ein wichtiger Bestandteil im „Bruttonationalglück“, das auf vier Säulen fußt:

  • Nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft und Wirtschaft
  • Schutz der Umwelt
  • Bewahrung kultureller Werte
  • Gute Regierungsführung

Um herauszufinden, wie es um das Wohlbefinden der Bevölkerung steht, erhebt Bhutan in regelmäßigen Abständen Umfragen. Die Maßeinheiten für „Glück“ sind dabei beispielsweise das seelische Wohlbefinden, die Gesundheit, Bildung oder der Lebensstandard.

Tourist in Bhutan sein ist teuer

Wer sich von Bhutan gerne ein eigenes Bild machen möchte, muss allerdings tief in die Tasche greifen. Touristen müssen pro Tag Gebühren von 220 bis 250 US-Dollar zahlen. Im Preis enthalten sind Unterkunft, Verpflegung, ein Reiseführer, Camping- und Trekking-Ausrüstung und Staatsabgaben. Auch wenn das viel Geld ist – durch diese Maßnahme bleibt Bhutan von den zerstörerischen Auswirkungen des Massentourismus bewahrt.

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