11 Mythen zum Klimawandel – Ursachen und Folgen im Check

Fotos: CC0 Public Domain / Pixabay - Hans, jodylehigh, tpsdave

Der Klimawandel und seine Ursachen und Folgen gelten angeblich als umstritten – sind sie aber nicht. Diese und weitere 10 Mythen zum Klimawandel stellt ein Gastbeitrag des Magazins WISSEN auf den Prüfstand.

Seit 1880 ist die globale Durchschnittstemperatur um bis zu 0,8 Grad Celsius gestiegen. Die zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen lagen alle innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte. Der Meeresspiegel stieg im vergangenen Jahrhundert um 17 Zentimeter. 2013 überschritt der CO2-Gehalt in der Atmosphäre den Rekordwert von 400 ppm (Teile pro Million) – erstmals seit 25 Millionen Jahren.

Klimawandel: Ursachen, Folgen – und Mythen

Gastbeitrag aus WISSEN 2017
Gastbeitrag aus WISSEN 2017 (© WISSEN / Heise eMedia)

Obwohl die Gletscher sich zurückziehen, das Eis der Arktis dünner wird und zahlreiche Tierarten sich schon jetzt an neue Gegebenheiten anpassen müssen, sind die Veränderungen für viele Menschen noch nicht spürbar genug – vielfach wollen wir den dramatischen Prognosen lieber nicht glauben.

Hier daher 11 Klimawandel-Mythen auf dem Prüfstand:

1. „Das Klima erwärmt sich nicht, denn wir hatten extreme Kältewellen“

Falsch. Im letzten Winter fielen zwar die Temperaturen in Südeuropa auf zweistellige Werte unter Null, und Länder, in denen die Temperaturen im Winter normalerweise mild sind, versanken unter einer Schneedecke. Zur gleichen Zeit meldete die Wetter- und Ozeanographiebehörde der USA (NOAA) doppelt so viele heftige Schneestürme in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wie in der ersten.

Angesichts solcher Kälterekorde ist es nicht verwunderlich, dass manch ein Skeptiker am Klimawandel zweifelt. Doch sind Wetterphänomene nicht dasselbe wie Klima: „Wetter“ bezeichnet ein Ereignis in einem begrenzten Zeitraum, der Begriff „Klima“ langfristige Entwicklungen.

Klimawandel: Polarwirbel & Jetstreams

Über der Arktis und der Antarktis liegen im Winterhalbjahr Kaltluftzonen, sogenannte Polarwirbel. An ihren Rändern treffen diese auf Starkwinde (Jetstreams), die warme Luft vom Äquator mitführen. Die sehr kalte Winterluft wird dadurch normalerweise erwärmt; ein Anstieg des Luftdrucks über der Arktis oder eine Unterbrechung des Jetstreams bewirken aber, dass die kalten Luftmassen weiter nach Süden gelangen und es in Nordamerika, Europa und Asien ungewöhnlich kalt werden kann.

Global gesehen steigen die Temperaturen und im Durchschnitt ist es heute ein Grad wärmer als 1880.

2. „Wissenschaftler sind beim Klimawandel uneins“

Falsch. Die Erde wird wärmer. Das belegen die Temperaturaufzeichnungen verschiedener Organisationen der letzten 100 Jahre. Auch über die Ursachen sind sich die allermeisten Wissenschaftler einig.

Das ergab die Auswertung unzähliger Dokumente, die sich mit dem Klimawandel beschäftigen. Geklärt werden sollte, ob ein Großteil der Wissenschaftler die Klimaerwärmung als gegeben ansieht und vor allem, welche Ursachen sie dafür verantwortlich machen.

Klimaskeptiker behaupten gerne, der Klimawandel sei wissenschaftlich umstritten
Klimaskeptiker behaupten gerne, der Klimawandel sei wissenschaftlich umstritten (Foto: real-enrico / photocase.de)

Laut der Ergebnisse aus sieben 2016 veröffentlichten Studien sind 90 bis 100 Prozent der Fachleute überzeugt, dass die Schuld an der aktuelle Erwärmung der Mensch trägt. Diese Annahme wird gestützt durch die Akademien der Wissenschaften aus 80 Ländern sowie durch den Weltklimarat IPCC, einer Institution der Vereinten Nationen, der Hunderte von Klimaexperten angehören, die den Klimawandel untersuchen.

Was du für den Klimaschutz tun kannst: z.B. nachhaltiger Reisen mit diesen 15 Tipps.

3. „Die heutigen Klimaänderungen sind völlig natürlich“

Falsch. Zwar gab es Zeiten, an denen es auf der Erde deutlich wärmer war als heute. Nach geologischen Untersuchungen herrschten vor 54 bis 48 Millionen Jahren (im frühen Eozän) bis zu 14 Grad höhere Temperaturen auf unserem Planeten – Temperaturen, die dazu führten, dass sogar die Pole vollständig abschmolzen.

Auch bewegt sich die Erde aufgrund ihrer elliptischen Umlaufbahn in unterschiedlichen Abständen zur Sonne. Dies hat Einfluss auf unser Klima und spielte auch eine Rolle bei der Entstehung der Eiszeiten. Auch die unterschiedlichen Aktivitätsgrade der Sonne bewirken weitere Temperaturveränderungen. Durch Vulkanausbrüche gelangen des weiteren große Mengen von CO2 in die Atmosphäre, was die Temperaturen auf der Erde ansteigen lässt, während Rußpartikel das Sonnenlicht absorbieren und zur Abkühlung führen.

Solche temperaturverändernden Ereignisse gab es tatsächlich schon immer. Aber …

Lokales Winterwetter und globale Erwärmung schließen sich nicht aus
Lokales Winterwetter und globale Erwärmung schließen sich nicht aus (Foto CC0 / Pixabay / Hans)

… in den letzten Jahrzehnten sind die Temperaturen jedoch schneller angestiegen als je zuvor. Hochkomplexe Klimawandel-Modelle, die den Einfluss des Menschen herausrechnen, können die natürlichen Muster bis in die Fünfzigerjahre erklären, jedoch nicht die rasante Entwicklung danach.

Erst dann, wenn der von uns Menschen produzierte Anteil mit eingerechnet wird, ergibt sich ein schlüssiges Modell.

4. „Extreme Wetterlagen sind eine direkte Folge des Klimawandels“

Falsch. In den letzten Jahren ist eine deutliche Häufung extremer Wetterereignisse zu beobachten. So gab es beispielsweise in den USA mehr Hitzewellen, sogar in üblicherweise eher kühlen Gegenden wie Alaska. Auch Winterstürme nehmen zu, ebenso wie starke Regenfälle innerhalb kurzer Zeitspannen. Stürme über dem Nordatlantik treten häufiger auf, sind heftiger und dauern länger.

Dennoch lassen sich diese Fakten nicht unmittelbar auf den Klimawandel zurückführen.

Ist Extremwetter wirklich eine Folge des Klimawandels?
Ist Extremwetter wirklich eine Folge des Klimawandels? (Foto CC0 / Pixabay / Qimono)

2014 veröffentlichte die NOAA einen Bericht zu Extremwetterereignissen auf der ganzen Welt im Jahr 2016. Dabei ließ sich zwar ein Zusammenhang zwischen den von Menschen verursachten Emissionen und den erlebbaren Hitzewellen herstellen, eine Korrelation zu Dürren, Starkregenereignissen oder Stürmen hingegen nicht.

Die Zahl extremer Wetterphänomene wird durch steigende globale Temperaturen sicherlich zunehmen, eine eindeutige Ursache-Folge-Kette lässt sich aber für ein einzelnes Wetterereignis nicht herstellen.

Unser Konsum beeinflusst Klima und Umwelt – hier 13 Produkte, die du nicht mehr kaufst, wenn du weißt, was sie anrichten 

5. „Methan ist das Problem, nicht CO2“

Falsch. Seit der industriellen Revolution sind die CO2-Werte in der Luft ständig angestiegen und CO2 gilt als Treibhausgas, das den Klimawandel befeuert. Aber Kohlendioxid ist nicht das einzige für die Klimaerwärmung verantwortliche Gas: Methan heizt die Erde 30 Mal stärker auf.

Methan entsteht bei der Zersetzung organischer Stoffe – bei Transport und Produktion fossiler Brennstoffe, bei der Erdgasgewinnung, wenn Pflanzen verrotten und Tiere verwesen, in Rindermägen und in der Schweinezucht.

Methan: als Treibhausgas nicht ganz so schlimm wie CO2
Methan: als Treibhausgas nicht ganz so schlimm wie CO2 (Foto: © Budimir Jevtic - Fotolia.com)

Dennoch ist Methan nicht hauptverantwortlich für die Klimaerwärmung. Die CO2-Emissionen sind wesentlich höher, da viel mehr CO2 erzeugt wird als Methan. 2014 betrug der CO2-Anteil an den Treibhausemissionen in den USA 81 Prozent, der von Methan lediglich 11. Darüber hinaus beträgt die durchschnittliche Verweildauer von CO2 in der Atmosphäre 120 Jahre, bei Methan aber nur 9 bis 15 Jahre.

6. „Mehr CO2 ist gut für die Pflanzen, die es zum Wachsen brauchen“

Falsch. Kohlendioxid ist ein zentrales Element der Fotosynthese, das stimmt. Pflanzen wandeln mit Hilfe von Sonnenlicht Wasser und Kohlendioxid zu Glucose um und erzeugen so Energie für nahezu alles Leben auf unserem Planeten. Ein höherer CO2-Gehalt in der Atmosphäre müsste das Pflanzenwachstum daher anregen – so die These.

Ganz so einfach ist es jedoch nicht.

CO2 mag Pflanzen nützen, der Klimawandel tut es nicht
CO2 mag Pflanzen nützen, der Klimawandel tut es nicht (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - jodylehigh)

Forscher der Universität Stanford haben in einer 3-jährigen Studie untersucht, wie unsere Pflanzenwelt sich in den nächsten 100 Jahren entwickeln würde, wenn auch andere Umweltfaktoren sich wie prognostiziert ändern.

Sie verdoppelten deshalb nicht nur CO2, sondern erhöhten auch Temperatur, Regenmenge und Stickstoffgehalt. Das überraschende Ergebnis war, dass eine Kombination dieser Faktoren das Pflanzenwachstum hemmt.

CO2 produzieren wir zum Beispiel beim Reisen. Lies dazu: CO2-Kompensation: Warum du nicht mehr ohne fliegen solltest

7. „Tiere können sich an Klimawandel anpassen“

Falsch. Seit es auf der Erde Leben gibt, gibt es auch extreme Temperaturschwankungen. So war es im Eozän rund 14 Grad wärmer als heute, während die Temperatur in der letzten Eiszeit über 4 Grad niedriger lag. Tiere und Pflanzen sind auch  in der Lage, sich an solche Klimaveränderungen anzupassen, indem sie ihr Verhalten oder ihre Lebensräume verändern, oder sich weiterentwickeln.

Geht der Klimawandel zu schnell, können Tiere sich nicht anpassen
Geht der Klimawandel zu schnell, können Tiere sich nicht anpassen (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - skeeze)

So gibt es heute mehr rote Zweipunkt-Marienkäfer als schwarze, da die rote Farbe den Käfer kühl hält, die Laichzeit des Buckellachses beginnt in warmem Wasser früher, und die südkalifornische Schmetterlingsart Euphydryas Editha ist in größerer Höhe anzutreffen.

Doch die Evolution ist ein langsamer Prozess und der Klimawandel vollzieht sich schnell. Viele Arten können bei diesem Tempo nicht mithalten.

8. „Der Klimawandel ist eine Verschwörung“

Verschwörungstheoretiker wähnen auch hinter dem Klimawandel sinistre Kräfte
Verschwörungstheoretiker wähnen auch hinter dem Klimawandel sinistre Kräfte (Foto: madochab / photocase.de)

Falsch. Klimaskeptiker zweifeln an wissenschaftlichen Untersuchungen zum Klimawandel oder verbreiten Verschwörungstheorien. Der Klimawandel ist auch ein politisches Problem: Unseren Lebensstil nachhaltig zu verändern ist eine enorme Herausforderung und erzwingt Handlungsveränderungen, und so verwundert es nicht, dass die Forschungsergebnisse und deren mögliche Konsequenzen auch auf Widerstand stoßen.

Doch trotz vieler Unklarheiten sind sich alle international anerkannten Organisationen wie IPCC, NASA und NOAA, sowie die staatlichen Wissenschaftsakademien aus 80 Ländern einig: Der Klimawandel ist ein Fakt, für den mit hoher Wahrscheinlichkeit der Mensch verantwortlich ist.

Als das Tabakrauchen in Verdacht geriet, Lungenkrebs zu verursachen, leugnete dies die Tabakindustrie – ähnlich gehen heute auch Teile der Kohle- und Ölindustrie vor.

9. „Die paar Grad machen doch keinen Unterschied“

Falsch. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist es auf der Erde um weniger als ein Grad wärmer geworden. Das klingt wenig. Dennoch können ein paar Grad enorme Auswirkungen haben. Durch geologische Untersuchungen wissen wir, dass schon wenige Grad unseren Planeten in eine neue Eiszeit stürzen oder die Polkappen abschmelzen lassen können.

Bei der Klimaerwärmung wird stets die globale Durchschnittstemperatur zugrunde gelegt, denn der Temperaturanstieg ist nicht überall gleich. Der Weltklimarat IPCC hat prognostiziert, dass die Temperaturen bis 2100 um bis zu 4,5 Grad ansteigen könnten; in manchen Regionen wird dieser Wert deutlich überschritten werden.

Machen ein paar Grad einen Unterschied? Global gesehen schon …
Machen ein paar Grad einen Unterschied? Global gesehen schon … (Foto: sör alex / photocase.de)

Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, unterzeichneten 2015 bei der UN-Klimakonferenz in Paris 196 Länder das Pariser Klimaschutzabkommen. Ziel ist die Begrenzung des Temperaturanstiegs auf unter 2, wenn möglich auf 1,5 Grad Celsius gegenüber der vorindustriellen Zeit.

Dass ein halbes Grad einen großen Unterschied machen könnte, zeigt eine 2016 von der European Geosciences Union veröffentlichte Studie. So würde bei steigenden CO2- und Temperaturwerten die Produktion bestimmter Getreidearten wie Sojabohnen und Weizen zwar zunehmen, bei einem globalen Temperaturanstieg von mehr als 1,5 Grad und lokalen Rekordanstiegen von bis zu 10 Grad mit extremer Hitze und Dürren könnte sich dieser Effekt jedoch umkehren und zu Ernteverlusten führen.

Auch Wissenschaftler aus Oxford haben die vorhandenen Daten ausgewertet, um herauszufinden, welchen Unterschied eine Erwärmung von 2,0 Grad gegenüber 1,5 Grad machen könnte. Ihre Ergebnisse zeigen, dass der marginale Sprung von 0,5 Grad das Risiko extremer Wetterereignisse und deren verheerende Folgen für Mensch, Wirtschaft und Umwelt stark erhöhen würde.

Ein spezielles Problem betrifft den Anstieg des Meeresspiegels: Da die Meere auf den Temperaturanstieg mit Verzögerung reagieren, werden die endgültigen Auswirkungen abschmelzender Gletscher erst später sichtbar. Bei der Begrenzung der Klimaerwärmung geht es tatsächlich um jedes Zehntel Grad.

10.„Schuld am Klimawandel hat die Sonne“

Falsch. Die Sonne liefert nicht immer gleich viel Energie. Das Maß der Sonnenaktivität sind die sogenannten Sonnenflecken, die im 11-Jahres-Rhythmus periodisch an der Sonnenoberfläche erscheinen. Im letzten Jahrhundert war eine verstärkte Sonnenaktivität zu beobachten, und die Sonne strahlt heller als vor einigen Tausend Jahren. Zusätzlich verändert sich durch die elliptische Erdumlaufbahn der Abstand der Erde zur Sonne, was die Länge und Intensität unserer Jahreszeiten beeinflusst.

Die Sonne beeinflusst unser Klima, aber sie ist nicht der Motor des aktuellen Klimawandels
Die Sonne beeinflusst unser Klima, aber sie ist nicht der Motor des aktuellen Klimawandels (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay - LoggaWiggler)

In der Vergangenheit wurden solche Veränderungen durch Temperaturschwankungen auf der Erde erklärt, wie etwa Eiszeiten. Die in den letzten Jahrzehnten zu beobachtende Erwärmung lässt sich jedoch nicht mehr mit der Sonnenaktivität korrelieren. Während diese stabil geblieben ist, erhöhten sich die globalen Temperaturen immer schneller, und zwischen 2007 und 2009 war die Sonnenaktivität sogar auf einem Minimum.

Im Klimawandel ist eine Klimaanlage übrigens kontraproduktiv, weiß sie nur lokal Kälte herstellt, global aber Wärme produzierte – hier daher Tipps, um die Wohnung ohne Klimaanlage zu kühlen.

11. „Den Klimawandel können wir nicht mehr aufhalten“

Falsch. Dass der Mensch Mitverursacher der Klimaerwärmung ist, wird nicht mehr ernsthaft in Frage gestellt. Doch es ist noch nicht zu spät, den Klimawandel aufzuhalten.

Der einfachste Weg ist, die CO2-Produktion zu drosseln und Treibhausgasemissionen zu reduzieren. 2010 stammten 25 Prozent der Emissionen aus der Strom- und Wärmeerzeugung, ein Viertel aus der Landwirtschaft, 20 Prozent aus der Industrie und 14 Prozent aus dem Verkehr.

Entscheidend für die Reduktion der Emissionen ist der Ausbau erneuerbarer Energien, der vielerorts bereits umgesetzt wird. So machten erneuerbare Energiequellen 2016 bereits 29 Prozent der Bruttostromerzeugung in Deutschland aus, 2025 sollen es 45 Prozent sein. Auch du kannst sofort auf Ökostrom umstellen

Erneuerbare Energien sind ein Mittel gegen den Klimawandel
Erneuerbare Energien sind ein Mittel gegen den Klimawandel (Foto CC0 Pixabay Oimheidi)

Doch selbst wenn der Mensch seine klimaschädigenden Aktivitäten einstellen würde, sind die in der Atmosphäre vorhandenen Treibhausgase noch lange wirksam, und es wird Jahrhunderte dauern, bis das Klima sich stabilisiert. Je früher wir also anfangen, etwas dagegen zu tun, desto besser.

Den ganzen Artikel aus WISSEN 2017 Ausgabe 4 mit weiteren Infos und vielen Grafiken haben wie auch hier als PDF-Download für euch. Ein kostenloses Probeheft könnt ihr hier anfordern:

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Gekürzter Gastbeitrag aus dem Magazin WISSEN 2017 Ausgabe 4. WISSEN ist ein packendes und informatives Magazin für wissenshungrige Leser jeden Alters. Die fesselnden Artikel aus den Themenbereichen Umwelt, Technik, Geschichte, Weltraum und Wissenschaft erklären die faszinierenden Vorgänge in der Natur. Die Beiträge sind von Experten geschrieben und für jedermann leicht zu verstehen. Großformatige Bilder und verblüffende HintergrundInformationen machen das Lesen zum Vergnügen. WISSEN erscheint alle zwei Monate im zur Heise Medien Gruppe gehörenden eMedia Verlag.

Weiterlesen auf Utopia.de:

Externe Lesetipps: Umweltbundesamt – Klimafakten.de – SkepticalScience

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(9) Kommentare

  1. Zu 6. In Gewächshäusern wird gezielt die CO2-Menge erhöht, die Temperatur ebenso und den Pflanzen reichlich (im Sinne von optimal) Wasser und Stickstoff gegeben. Dies führt zu einem starken Anstieg des Ertrags.

    Satellitenmessungen zeigen, dass sich die weltweite Biomasse (vor allem Wälder) in den letzten Jahrzehnten erhöht hat und bisher auch weiter zunimmt. Ein Grund, der vermutet wird, ist der gestiegene CO2-Gehalt der Luft. Bei steigendem CO2-Gehalt ist genau das zu erwarten.

    Ob Extremwetterereignisse zunehmen und dadurch eventuell einen Teil der positiven Wirkungen des CO2 auf das Pflanzenwachstum wieder zunichte machen, ist unbekannt. Bisher nehmen diese Ereignisse nicht zu. Aussagen über die Zukunft können nur anhand von Computermodelle gemacht werden, die – vereinfacht ausgedrückt – das ausspucken, was ich hineinprogrammiere.

    Die Globaltemperatur nimmt seit ca. 20 Jahren nicht mehr zu. Bei Temperaturen in Deutschland muss man beachten, dass der DWD nach eigener Aussage keine Wärmeinselbereinigung der Daten vornimmt, die gelieferten Werte vor Verwendung in Statistiken und Modellen also zwingend wärmeinselbereinigt werden müssen, möchte man wissenschaftlich verwertbare Ergebnisse erhalten. Bei Daten anderer Quellen muss immer überprüft werden, ob eine solche Bereinigung vorgenommen wurde oder noch durchgeführt werden muss. Die Datenbereinigung ist dabei sehr komplex und zu einem stückweit eher eine Lotterie, weil der Wärmeinseleffekt für eine jede Wetterstation einzeln berechnet werden muss.

    Zu 10. Der elfjährige Zyklus der Sonne ist EINER von etlichen Zyklen, die sich zum Teil über hunderte von Jahren erstecken.

  2. „Bisher nehmen diese Ereignisse nicht zu.“
    Wie kommst Du denn auf die Idee?
    http://www.bmub.bund.de/themen/gesundheit-chemikalien/gesundheit-und-umwelt/klimawandel-und-gesundheit/extremwetterereignisse/
    http://www.br.de/themen/wissen/wetter-extremwetter-klimawandel-100.html
    https://www.skepticalscience.com/translationblog.php?n=817&l=6
    http://www.spektrum.de/news/immer-mehr-tornados-in-den-usa/1431404
    http://www.spektrum.de/news/schuld-ist-der-klimawandel/1406554

    Hitzerekord im Death Valley:
    http://www.spiegel.de/panorama/death-valley-hitze-rekord-im-juli-im-schnitt-fast-42-grad-a-1161297.html

    Rekordhitze im Iran:
    http://www.spektrum.de/news/iran-stoehnt-unter-rekordhitze/1478859

    In Süd-Italien gibt es Regionen, wo 1,5 Jahre kein Wasser fiel (Stand Juni, weiß nicht, wie es jetzt ist)

    u.s.w. könnte man fortsetzen.
    Keine Ahnung, was Du unter Extremwetter verstehst.
    Was die angeblich nicht gestiegene Globaltemperatur angeht, so muß man zum einen sagen, daß man sich auch nicht wohl fühlt, wenn man mit den Füßen im Eiswasser steht und die Hände auf die heiße Herdplatte stellt.
    Auch dann nicht, wenn die Durchschnittstemperatur an beiden Orten Fuß + Hand angenehme 25°C beträgt.

    Natürlich profitieren Pflanzen von einem höheren C02-Gehalt.
    Es sieht aber nicht so aus, als würde das die gewaltigen Nachteile (u.a. Überseuerung der Meere) ausgleichen.
    Und zum anderen hat sich raus gestellt, daß die Annahme, die Erwärmung hätte stagniert, auf einem Rechenfehler beruht:
    http://www.focus.de/wissen/klima/globale-erwaermung-forscher-erklaeren-die-scheinbare-unterbrechung-der-erderwaermung_id_7075745.html

  3. Extremwetterereignisse haben in Deutschland ausweislich der Daten des DWD nicht zugenommen, deren Schäden dagegen schon. Auch hat cie Zahl der größten Wetterextreme, der atlantischen Hurrikans, nicht zugenommen. Aber auch hier ist der Schaden pro Ereignis deutlich gestiegen.

    DIE globale Temperatur gibt es nicht. Man versucht jedoch durch entsprechende Messungen an vielen Punkten, heute unterstützt durch Satelliten, so etwas wie eine Durchschnittstemperatur zu berechnen. Ob diese sinkt oder steigt oder stagniert kann man dann feststellen. Ebenfalls zieht man Proxydaten hinzu, um die Temperaturentwicklung abzulesen.

    Eine wahre Kunst ist es jedoch, heutige Messungen mit denen früherer Perioden vergleichbar zu machen. Ein wichtiger Punkt ist dabei der Wärmeinseleffekt. Sehr viele Messstationen, die vor Jahrzehnten noch weit abseits größerer Siedlungen lagen, liegen heute inmitten oder in der Nähe von Städten. Schließlich hat die Weltbevölkerung zugenommen. Und ebenso natürlich sind die Messergebnisse heute nicht mehr ohne aufwändige Herausrechnungen des Wärmeinseleffekts mit denen von vor einigen Jahrzehnten vergleichbar. Der DWD veröffentlicht Rohdaten. Diese eignen sich aber eben deshalb nicht für Vergleiche. Man muss sie zuvor bereinigen. Das wird nicht selten „vergessen“.

    Die seit knapp 20 Jahren stagnierende Globaltemperatur nennt die Wissenschaft einen Hiatus. Der Grund dafür wird diskutiert. Fakt ist, kein der vielen Computermodelle sah es voraus. Und die gängigen Theorien haben keine Erklärung. Einen tieferen Einblick bietet der Bericht des IPCC. Hier sollte man aber nicht die kurze und allgemeinverständliche Zusammenfassung für Entscheidungsträger lesen. Es lohnt sich ein Blick in den gesamten Bericht, der sich aber hauptsächlich an Wissenschaftler richtet. Dieser ausschlaggebende Bericht informiert umfassend über den Stand der Wissenschaft.

  4. Les doch einfach einen der obigen Links zum Thema Zunahme Extremwetterereignis bzw. Tornados und Rechenfehler bei Globaltemperatur ect.
    Es sind alles seriöse Quellen, denen ich sicher eher vertraue, als Deinen nicht belegten Behauptungen.
    Zum Wärmeinsel-Effekt ist zu sagen, daß der bei weitem nicht so extrem ist, wie Du das hier darstellst.
    Zahlreiche Messstellen mit erheblichem Temperatur-Anstieg befinden sich weit außerhalb der Wärmeinseln.
    Und in den letzten 20 Jahren haben die Wärmeinseln nicht so extrem zugenommen.
    Zu Wärmeinseln gibt es einige interessante Beobachungen, z.B.
    http://www.spektrum.de/news/staedte-machen-europas-winter-kuehler/1182418

    Und dann ist noch die Frage zu stellen: Warum wird die Problematik der Klimaerwärmung nicht ernster genommen, w e n n es doch schon Wärmeinseln gibt, die manche Städte an den Rand der Unbewohnbarkeit bringen?
    http://www.spektrum.de/news/gegen-die-hitze-der-stadt/1031003

  5. Maria_L:
    Das IPCC ist die Vereinigung, an der nicht nur Tausende von Wissenschaftlern mitwirken, sondern dass ist auch die Organisation, die hinter dem Pariser Klimaabkommen und den regelmäßigen internationalen Klimatreffen steht. DORT findet sich der aktuelle Stand der Wissenschaft zu diesem Thema.

    Zu den Wärmeinseln:
    Die Verstädterung allein der letzten hundert Jahre ist atemberaubend. Entsprechend wuchsen die Städte. Dazu kommt der rasante Anstieg der Weltbevölkerung. Nahezu 90 % aller erdgebundenen Temperaturmessstationen steht in der Nähe von Städten bzw. dichter menschlicher Besiedlung. Dieser Prozentsatz hat sich in den vergangenen hundert Jahren immer weiter erhöht und folgt somit dem allgemeinen Trend zur Verstädterung.

    Wie hoch der WI-Effekt ist, ist in der Tat Gegenstand hitziger (sic!) Debatten unter den Wissenschaftlern. Und ja, da gibt es sehr verschiedene Standpunkte.

    Ein weiterer Punkt sind die Messinstrumente. Diese sind natürlich nicht mehr dieselben wie vor hundert Jahren. Auch hier hat sich etliches im Bereich Messverfahren und Messabweichungen geändert. Auch das muss, möchte man genaue Ergebnisse erhalten, berücksichtigt werden. Nicht vergessen, wir sprechen hier von Zehntelgraden, über die Politiker und Aktivisten diskutieren.

    Zu deiner letzten Frage:
    Das ist keine Frage des Klimas. Zumindest keines des globalen Klimas. WI sind regional begrenzte Probleme bekannten menschlichen Ursprungs. Die weltweite Klimaentwicklung ist davon vollkommen unabhängig. In Städten wird es immer deutlich wärmer sein als außerhalb. Natürlich kann man innerhalb von Städten etwas tun, um den WI-Effekt abzumildern. Das hat aber nichts mit dem globalen Klima zu tun.

  6. Mich würde es nicht wundern, wenn der Klimawandel tatsächlich eine Art Verschwörung wäre. Warum? Ich traue schon lange keinen Aussagen von irgendwelchen schulwissenschaftlichen oder sich selbst als seriös betitelnden Menschen, Magazinen, Vereinigungen etc. mehr. Ich habe außerdem mehrfach mitbekommen, was kleinere „Verschwörungen“ oder harmlose Gerüchte für eine Eigendynamik annehmen können, hauptsächlich aufgrund der typischen menschlichen Eigenschaft, das aktuelle Weltbild, nachdem sich das eigene Leben richtet, unbedingt verteidigen zu müssen.
    Aber es ist doch sch***egal, ob es nun a) einen Klimawandel gibt und b) dieser dann von uns Menschen verursacht wird oder nicht! Wenn man seine Motivation, ökologisch nachhaltig zu leben einzig oder hauptsächlich aus diesem „menschengemachten Klimawandel“ schöpft, ist das verdammt traurig. Darüber sollte man sich Gedanken machen und daran sollte man arbeiten, wenn dies bei einem der Fall ist. Und nicht ständig seine Zeit mit sinnfreien Debatten über Phänomene verschwenden, die wahrscheinlich auch in 100 weiteren Jahren letztendlich für uns immer noch unvorherseh- und unberechenbar sind.

    Manchmal kommt es mir vor, als sei der Klimawandel für viele Menschen eine ziemlich gelegen kommende Entschuldigung, in ihrer kleinen Blase trotzdem noch ungestört weiterleben zu können.

  7. „Mich würde es nicht wundern, wenn der Klimawandel tatsächlich eine Art Verschwörung wäre. Warum? Ich traue schon lange keinen Aussagen von irgendwelchen schulwissenschaftlichen oder sich selbst als seriös betitelnden Menschen, Magazinen, Vereinigungen etc. mehr“
    Wem traust Du dann? Woher beziehst Du Informationen? Und warum sollte ausgerechnet dein Misstrauen, das dich ja hindert, sachliche Informationen aufzunehmen, eine „Verschwörung“ belegen?
    „Ich habe außerdem mehrfach mitbekommen…“
    Was zum Beispiel? Und warum bastelst Du jetzt selber eifrig an einer Verschwörungstheorie?
    „… aufgrund der typischen menschlichen Eigenschaft, das aktuelle Weltbild, nachdem sich das eigene Leben richtet, unbedingt verteidigen zu müssen.“
    Abgesehen davon, dass sich der logische Zusammenhang in keiner Weise erschließt: Wie sieht dein Weltbild aus, das Du jetzt meinst, verteidigen zu müssen?
    „Aber es ist doch sch***egal, ob es nun a) einen Klimawandel gibt und b) dieser dann von uns Menschen verursacht wird oder nicht!“
    An welchen kognitiven Defiziten muss man eigentlich leiden, um ernsthaft so einen Satz zu schreiben?
    „Wenn man seine Motivation, ökologisch nachhaltig zu leben einzig oder hauptsächlich aus diesem „menschengemachten Klimawandel“ schöpft“
    Wer hier tut oder befürwortet denn das?
    „Darüber sollte man sich Gedanken machen und daran sollte man arbeiten, wenn dies bei einem der Fall ist…“
    Wenn das bei mir z. B. nicht der Fall ist, was dann? Und warum setzt Du „menschengemachten Klimawandel“ in Anführungszeichen?
    „mit sinnfreien Debatten“
    Wie begründest Du diese Behauptung? Und wie würdest Du deinen Kommentar bezeichnen?
    „… die wahrscheinlich auch in 100 weiteren Jahren…“
    Wie begründest Du diese Behauptung? Klar wenn man Informationen nicht traut, wird natürlich vieles „unvorherseh- und unberechenbar“ bleiben.
    Dein Kommentar erinnert mich stark an die berühmten drei Affen!
    „… als sei der Klimawandel für viele Menschen eine ziemlich gelegen kommende Entschuldigung, in ihrer kleinen Blase trotzdem noch ungestört weiterleben zu können.“
    Der Satz ist ein Widerspruch in sich. Der Klimawandel bedroht doch gerade dieses „ungestörte“ Weiterleben. Wie soll er dann eine Entschuldigung dafür darstellen?
    Und in einer Blase leben vorwiegend Menschen (wie scheinbar auch Du), die sich weigern Informationen anzunehmen.
    Und eine letzte Frage: Was willst Du uns mit deinem Kommentar eigentlich sagen?

  8. “ Ich habe außerdem mehrfach mitbekommen, was kleinere „Verschwörungen“ oder harmlose Gerüchte für eine Eigendynamik annehmen können“
    Hast aber offensichtlich kein Problem damit, selber welche zu verbreiten.

    Es mag ja sein, daß jegliche Bemühungen den Klimawandel zu stoppen sowieso umsonst sind, weil unvorherseh- und unberechenbar – Deine Aussage, nicht meine.
    Dennoch ist es wichtig, sich die Vorraussagen anzuhören und daraus Konsequenzen zu ziehen.
    Es gibt viele Bereiche der Welt, die bei den prognostizierten Zahlen unbewohnbar sein werden.
    Wir brauchen Saatgut-Vielfalt u.s.w.
    Aber mehr mag ich jetzt dazu nicht schreiben, Werner hat ja alles gesagt, was es zu sagen gibt.

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