Biene wird zur Influencerin – und begeistert das Netz

Foto: Instagram @bee_nfluencer

Sie sammelt keinen Nektar und Pollen, sondern Follower: Eine „Bienfluencerin“ erfüllt mit ihren Bildern auf Instagram alle Klischees – und will mit dem Account dazu beitragen, ihre eigene Art zu retten.

Am Strand räkeln, Yoga machen und mit schickem Hut posieren – typische Motive in der Welt von Instagram. Ungewöhnlich wird das Ganze, wenn dabei eine Biene im Mittelpunkt steht: Die „Bienfluencerin“ namens „B.“ inszeniert sich auf ihrem Account wie ein Profi und hat dabei eine wichtige Mission: Sie kämpft damit gegen das Insektensterben.

In ihrem ersten Post vor etwa einem halben Jahr stellte sie sich vor: „Hallo Leute! Ich bin B., und mein Traum ist es, die Influencerin mit den meisten Followern da draußen zu werden. Denn je mehr ihr mir folgt, desto mehr Geld können wir sammeln, um Bienen zu retten. Meine Schwestern und ich verschwinden… Aber gemeinsam können wir etwas verändern!“

Hier kannst du den ersten Post auf Instagram sehen (eventuell musst du zuerst die Ansicht aktivieren):

Bienfluencerin „B.“: Das hat es mit dem Account auf sich

Ausgedacht hat sich diese Aktion die französische Verwaltungsbehörde Fondation de France, die gemeinnützige Projekte unterstützt und private Stiftungen fördert. Sie rief einen „Bee Fund“ ins Leben, um damit Initiativen zu finanzieren, die zum Schutz der Bienen beitragen –zum Beispiel sollen Landwirte ermutigt werden, den Lebensraum der Insekten wieder herzustellen und so die Artenvielfalt zu schützen.

Die Bienfluencerin wiederum soll fleißig helfen, den Fond zu füllen. Denn der Account @bee_nfluencer funktioniert nach demselben Prinzip wie bei anderen erfolgreichen Influencern: Je mehr Likes gesammelt werden, desto mehr Einnahmen aus Werbeposts lassen sich daraus abschöpfen – und diese Gelder kommen dem „Bee Fund“ zugute. Die ersten bezahlten Kooperationen sind bereits zustande gekommen.

Spiel mit Klischees: Die besten Bienen-Bilder bei Instagram

Mit Honig fängt man Bienen, mit Bildern fängt man Follower: Der Account von „B.“ hat seine inzwischen 147.000 Fans (Stand: 5. November) gewonnen, weil er ausgesprochen liebevoll gepflegt wird. Bis auf wenige Ausnahmen muss für die stylischen Fotos kein echtes Insekt vor die Kamera: Dahinter steckt ein Team, das eine 3D-Computerbiene kreiert hat.

Für die Fotos spielen die Initiatoren souverän mit sämtlichen Instagram-Klischees: Die einflussreiche Biene macht Spiegel-Selfies, präsentiert sich mit Panoramablick auf Paris, auf Konzerten, am Strand oder beim Sport. Sie posiert auch im Halloweenkostüm oder hält bei einer „Fridays for Future“-Demo das Schild „Save me“ („Rettet mich“) in die Höhe.

Hier eine Auswahl unserer Favoriten:

Bienen retten: Mit einem Like allein ist es nicht getan

Utopia meint: Erst vor kurzem hat eine Studie gezeigt, dass das Insektensterben noch dramatischer ist als vermutet. Dafür gibt es viele Gründe: Umweltverschmutzung, Pestizide, Monokulturen auf den Feldern und schrumpfende Lebensräume. Wenn die Insekten aussterben, bringt das die gesamte Nahrungskette in Gefahr.

Der Account der Bienfluencerin macht mit viel Kreativität auf das Insektensterben aufmerksam und bietet zugleich eine Möglichkeit, indirekt selbst zum Schutz der Bienen beizutragen. Allerdings ist es mit einem Like noch lange nicht getan: Zum einen muss die Politik handeln – etwa durch gezielte Förderung ökologischer Landwirtschaft – und zum anderen können wir alle eine Menge tun, um die Bienen zu retten. Hier sind unsere besten Tipps:

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