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5 Tipps, was du gegen das Insektensterben tun kannst

Foto: © Airene / photocase.de

Weltweit sterben die Insekten – und schuld daran ist der Mensch. Dabei brauchen wir die kleinen Tiere, um zu überleben. Wir zeigen, was jeder von uns gegen das Insektensterben tun kann.

Hast du auch das Gefühl, vor zehn oder 20 Jahren klebten nach einer Autofahrt viel mehr Insekten an der Frontscheibe als heute? Dass beim Picknick viel mehr Wespen und Fliegen um dich herum flogen? Du könntest recht haben: Wissenschaftler bestätigen, dass die Insektenbestände zurück gehen.

Für eilige Leser: Hier geht’s direkt zu den 5 Tipps, was du gegen das Insektensterben tun kannst.

Anfang 2016 kam eine Studie des Weltbiodiversitätsrats IPBES zu dem Schluss, dass das Insektensterben ein weltweites Phänomen ist. Dem Bericht zufolge nehmen gleichzeitig die Bestände und die Artenvielfalt der Insekten ab. Bis zu 40 Prozent der Bestäuber seien vom Aussterben bedroht.

Auch in einigen Regionen Deutschlands beobachten Wissenschaftler einen dramatischen Rückgang: Laut WDR zählten sie beispielsweise in einem Naturschutzgebiet nahe Krefeld bis zu 80 Prozent weniger Insekten als noch vor 30 Jahren. In der Nähe von Regensburg seien in den vergangenen 200 Jahren etwa 60 Prozent der Schmetterlingsarten verschwunden.

Schmetterling
Schmetterlinge werden immer seltener. (Foto: © Colourbox.de)

„Unsere Beobachtungen in Nordrhein-Westfalen sind beängstigend. Wenn uns die Fluginsekten fehlen, gerät die gesamte Nahrungskette in Gefahr: Blumen und Bäume werden nicht mehr bestäubt und Mauerseglern und Schwalben fehlt die Nahrungsgrundlage“, warnte Josef Tumbrinck, Landesvorsitzender des NABU Nordrhein-Westfalen, bereits im Januar 2016.

Industrielle Landwirtschaft und schrumpfender Lebensraum: darum sterben die Insekten

Gefährdet werden Insekten weltweit durch mehrere Faktoren, die fast alle mit dem Menschen zu tun haben: schwindende Vielfalt auf den Feldern durch Monokulturen, Umweltverschmutzung, schrumpfende Lebensräume und der Pestizideinsatz in der industriellen Landwirtschaft.

Insbesondere die sogenannten Neonicotinoide, eine Gruppe von Insektiziden, scheinen den Insekten zu schaffen zu machen. Experimente zeigten, dass Bienen, die mit dem Insektizid in Kontakt kamen, danach Probleme mit der Orientierung hatten; nur etwa die Hälfte fand den Weg zurück in den Bienenstock.

Dass sogar in einigen Naturschutzgebieten die Insekten verschwinden, weist darauf hin, dass diese Gebiete nicht ausreichen: Oft sind sie zerstückelt oder die einzelnen Schutzgebiete liegen für die Insekten zu weit auseinander.

Insektensterben - Bienensterben
Besonders Bienen leiden unter dem Pestizideinsatz in der Landwirtschaft. (Foto: bellaluna / photocase.de)

Was passiert, wenn die Insekten aussterben?

Auch wenn es für die Gartenparty erstmal angenehm ist, wenn weniger Insekten herumflattern und -krabbeln: Die Natur, das Klima und auch wir Menschen brauchen Insekten. Etwa 80 Prozent aller Wildpflanzen werden von Insekten bestäubt und etwa ein Drittel unserer Nahrungsmittel. Insekten sind die Hauptnahrungsquelle für viele Wildtiere. Außerdem sorgen sie dafür, dass organische Abfälle, Aas und Mist schnell verschwinden.

Sollte sich das Insektensterben fortsetzen, könnte also eines Tages frisches Obst und Gemüse zu seltenen und teuren Luxusgütern werden. Weil ihnen die Nahrung fehlt, würden erst Vögel, Frösche und andere kleinere Wildtiere und in der Folge größere Tiere aussterben. Herumliegendes, vermoderndes Aas könnte Krankheiten verbreiten. Von Kuhmist würde deutlich mehr klimaschädliches Lachgas ausgestoßen, wenn er länger auf der Wiese liegt.

5 Tipps: Das kannst du tun, um den Insekten zu helfen

1. Bio kaufen

Bio-Lebensmittel werden auf dem Acker nicht mit gefährlichen synthetischen Pestiziden und Düngern behandelt. Im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft – insbesondere im industriellen Maßstab – schadet die Bio-Landwirtschaft damit den Insekten nicht mit giftigen Spritzmitteln.

Zudem bieten viele, vor allem kleinere Bio-Höfe durch Fruchtwechsel und Brachflächen einen vielfältigeren Lebensraum für Insekten, als große konventionelle Betriebe.

2. Im eigenen Garten natürlichen Pflanzenschutz verwenden

Was für landwirtschaftliche Betriebe gilt, gilt natürlich auch für den eigenen Garten: Künstliche Pflanzenschutzmittel und Dünger sind keine gute Idee. Um die Pflanzen in deinem Garten dennoch vor Schädlingsbefall zu schützen, gibt es viele natürliche Methoden – vom Einsatz von Nützlingen über pflanzenbasierte Unkrautvernichter und Dünger, bis hin zu mechanischen Methoden.

Mehr dazu: Unkrautvernichter selber machen: so geht’s

3. Insektenhotels aufstellen

Weil es für Insekten zunehmend schwieriger wird, natürliche Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten zu finden, sind „Insektenhotels“ im Garten, im Hinterhof oder sogar auf dem Balkon eine gute Idee.

Insektenhotel
Hilfe für Käfer, Hummeln & Co: Insektenhotels. (Foto: © Colourbox.de)

Die kleinen „Häuschen“ bestehen aus natürlichen Materialien wie Holz, Baumrinde, Bambus, Schilfrohr, Steine und Zapfen und bieten eine naturnahe Unterkunft für Insekten wie Hummerln, Wildbienen, Marienkäfer, Florfliegen, Ohrwürmer oder Schmetterlinge. Die Insekten können die Hotels sowohl als Nist- als auch als Überwinterungshilfe nutzen.

Kaufen**: z. B. bei Memolife, Avocadostore

Wer speziell für Wildbienen Nisthilfen aufstellen möchte, sollte ein paar Dinge beachten – der NABU gibt dazu hilfreiche Tipps.

4. Unordnung und bunte Blumen wachsen lassen

Gärten mit sauber gemähtem Rasen, akkurat gestutzten Buchshecken und Geranien in Kübeln bieten Insekten kaum Lebensraum oder Nahrung – solche Gärten tragen zum Insektensterben bei.

Insekten brauchen Vielfalt: Säe Wildblumenwiesen, pflanze heimische Stauden, Sträucher und Hecken und belasse deinen Garten ruhig ein bisschen wild und unordentlich, dann finden Insekten und Vögel Nahrung und Lebensraum. Wildblumenmischungen** kannst du übrigens auch im Balkonkasten wachsen lassen. Achte dabei unbedingt darauf, dass es sich um regionale Arten handelt.

Wildblumen helfen gegen das Insektensterben
Ein bisschen Wildnis im Garten tut den Insekten gut. (Foto: © Ingo Bartussek - Fotolia.com )

5. Auf giftige Mückensprays verzichten

Um lästige Insekten aus deiner Wohnung oder von der Terrasse zu vertreiben, brauchst du keine giftigen Sprays; diese sind oft tödlich für Insekten und auch nicht gut für die menschliche Gesundheit.

Mücken, Wespen & Co. kannst du mit natürlichen Mitteln fernhalten, die den Tieren keinen Schaden zufügen – zum Beispiel mit bestimmten Pflanzen und Kräutern, ätherischen Ölen oder Kaffee.

Unbedenkliche Alternativen zu Autan & Co. gibt es z. B. bei** Memolife.de oder Bergfreunde.de.

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(4) Kommentare

  1. Für Menschen, die in Bayern wohnen, gibt es noch einen weiteren Punkt:

    6. Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ unterstützen.
    Man kann sich vom 31.1. bis 13.2. im Rathaus eintragen, und so eine verpflichtende Änderung des Naturschutzgesetzes herbeiführen. Das müssen aber auch fast eine Million Menschen machen, also auf zum Rathaus 🙂

    Den Gesetzestext und weitere Details findet man hier:
    https://volksbegehren-artenvielfalt.de/

  2. Schön, daß man in Bayern das Volk befragt – unabhängig davon, ob dies das gewünschte Ergebnis bringt.
    So sieht Demokratie aus!
    Da kann sich so manche politische Institution eine gewaltige Scheibe abschneiden !!!

  3. Ja, ganz so einfach ist es nicht. Das Volk muss da schon die Initiative ergreifen und sich selber fragen 🙂 Das war harte Arbeit, dass es soweit gekommen ist. Und es steht noch einiges an Arbeit an.
    Aber ja, in Bayern ist es glaube ich noch ein bisschen einfacher, ein Volksbegehren zu starten als in manch anderem Bundesland.

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