Rank-A-Bier: die besten Biere 2015 sind nachhaltig

Die besten Biere
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Wir müssen nicht bis zum Oktoberfest warten, um zu wissen, welches Bier wir lieber nicht trinken wollen: Dank des aktuellen Bier-Rankings 2015 wissen wir es schon jetzt – und die Ergebnisse sind teils ziemlich überraschend.

Abstand nehmen sollte man demnach von Bieren wie Erdinger, Jever, Veltins und sogar von „Bionade“-Besitzer Radeberger (Note E), aber auch von Becks, Bitburger, Hasseröder, Krombacher, die nur ein D-Label oder schlechter bekamen und damit als „kaum empfehlenswert“ eingestuft werden.

Das jedenfalls ist das Ergebnis des Rank a Brand Bier-Rankings 2015. Die genannten Biere sind nicht etwa schlecht und auch über den Geschmack sagt das Ranking nichts aus – doch die Brauereien hinter diesen Bieren pflegen eine „nicht aussagekräftige oder im Grunde gar nicht existente Berichterstattung zur Nachhaltigkeit“.

Und eben diese „Nachhaltigkeitsberichterstattung muss deutlich verbessert werden, um bessere Rückschlüsse zur gesamten Nachhaltigkeitsleistung der jeweiligen Brauereien treffen zu können“, so Mario Dziamski, Gründer von Rank a Brand Deutschland. „Bemühungen auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit sind oft weniger eine Frage der betrieblichen Kapazitäten, sondern eine Frage der Überzeugung der Geschäftsführung“.

Auf den Geschmack der Nachhaltigkeit kommen

Bestes Beispiel dafür ist Neumarkter Lammsbräu, das im Bier-Ranking 2015 als klarer Sieger abschneidet und im Bio-Segment 2014 einen Marktanteil von über 60 Prozent hat. Grund für die gute Bewertung: Die Brauerei verarbeitet bio-zertifizierte Rohwaren (etwa von Bioland oder Naturland). Darüber hinaus überzeuge die Brauerei laut Rank a Brand „mit klaren Maßnahmen, Zielvorgaben sowie erreichten, absoluten Emissionssenkungen in Sachen Klimaschutz“. Ein profunder Nachhaltigkeitsbericht macht seit über zwei Jahrzehnten transparent, was das Unternehmen in Sachen Zutatenbeschaffung, Wasserverbrauch, Verpackung, Entsorgung und so weiter unternimmt.

Im Bier-Ranking 2015 sind Warsteiner und Paulaner die größten Aufsteiger, weil sie sich von einem D- auf ein C-Label verbessern konnten. Warsteiner belegt überraschend Platz 2: In Sachen Nachhaltigkeit war die Brauerei lange nicht besonders aufgefallen, hat aber sichtlich aufgeholt. Astra teilt sich den dritten Platz mit Paulaner. Zurückzuführen sei die gute Entwicklung bei Warsteiner und Paulaner auf eine wesentlich verbesserte Berichterstattung zur Nachhaltigkeit, was konkrete Rückschlüsse auf Wasserverbrauch und Klimabilanz bei der Bierproduktion gewähre, so Rank a Brand.

Rank-A-Bier: Bier-Ranking 2015

Alle Daten zum Bier-Ranking 2015 gibt’s hier, Informationen zur Methodik hier. Mit seinen lediglich auf frei verfügbaren Informationen basierenden Rankings will Rank a Brand einen Beitrag für mehr unternehmerische Nachhaltigkeit sowie transparente Nachhaltigkeitsberichterstattung leisten.

Utopia meint: Man darf es durchaus kritisch sehen, dass Rank a Brand eher grob gerasterte Urteile allein auf Basis von Nachhaltigkeitsberichten fällt, weil dabei gewiss die eine oder andere regionale Verankerung von Brauereien wie Bitburger untergeht. Auf der anderen Seite motivieren sich Unternehmen mit einem Nachhaltigkeitsbericht oftmals selbst, sich dem Thema zu nähern, mögliche Potenziale zu erkennen und erwünschte Erfolge auch belegbar zu machen. Auf diese Berichte zu verzichten und damit das Thema absichtsvoll zu ignorieren dient der Nachhaltigkeit jedenfalls nicht, daher ist ein gewisser Ranking-Druck ganz gesund. Neumarkter Lammsbräu gehört jedenfalls unzweifelhaft zu den Unternehmen, die in diesem Marktsegment sehr vorbildlich agieren.

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(3) Kommentare

  1. Das Neumarkter Lammsbräu ist bestimmt ein sehr gutes, ökologisches Bier und wird bestimmt auch sehr nachhaltig hergestellt. Ich wohne aber z.B. in Osnabrück, ca. 510 Kilometer von der Brauerei entfernt. Trotzdem finde ich hier in jedem Bioladen das Bier, es hat also einen sehr weiten Weg hinter sich. Das lässt sich meiner Meinung nach nicht mehr mit Nachhaltigkeit verbinden. Alternativ gibt es z.B. in Münster, nur 55 Kilometer entfernt, das gute Pinkus, auch ein Biobier, die bestimmt auch nachhaltig produziert wird. http://pinkus.de/ Auch das finde ich hier vor Ort im Bioladen und ist dann aus ökologischer Sicht bestimmt die bessere Wahl…

  2. So lange Sie von „Wasserverbrauch“ statt vom „Wassergebrauch“ sprechen, sind ihre Analysen nicht ernst zu nehmen. Schließlich wirkt der kleine Unterschied weitrechend. Und das zugleich in mehrfacher Hinsicht.

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