Billig-Bio-Fleisch: Wie ernst ist es Aldi mit dem Tierwohl?

Billig-Bio-Fleisch bei Aldi: fatales Signal
Foto: © Utopia, Screenshot: Aldi Süd

Erst vor Kurzem kündigte Aldi an, bald nur noch Fleisch aus den besseren Haltungsformen 3 und 4 anzubieten. Diese Woche hat der Discounter Bio-Hackfleisch zum Super-Billig-Preis im Angebot. Wie passt das zusammen?

21 Prozent Rabatt auf Bratwürste, 20 Prozent auf Hackfleisch: Diese Woche gibt es bei Aldi Süd Hackfleisch der Eigenmarke GutBio für nur 2,79 Euro pro 400-Gramm-Schale. Das macht einen Kilopreis von nur 6,98 Euro. Premium-Bio-Hackfleisch kann sonst leicht das Doppelte kosten.

Aldi also verschleudert wieder mal Fleisch zum absoluten Kampfpreis. Immerhin: Es ist Fleisch aus Bio-Erzeugung (Haltungsform 4), trägt das grüne EU-Bio-Siegel. Die Aufzucht der Tiere ist damit etwas artgerechter als bei konventionellem Billigfleisch. Das Signal, das Aldi damit sendet, ist trotzdem hoch problematisch: Auch Bio-Fleisch gibt’s zum kleinen Preis.

Problematisch ist das aus zwei Gründen: Tierhalter:innen brauchen faire Abnahmepreise für ihr Fleisch, um eine tierwohlgerechte Haltung finanzieren zu können. Und: Billiges Bio-Fleisch könnte Konsument:innen suggerieren, dass sie nun guten Gewissens weiter Fleisch konsumieren können – ist ja bio.

Aldi-Prospekt wirbt mit Billig-Bio-Fleisch (Ausschnitt)
So wirbt der Aldi-Süd-Prospekt mit Billig-Bio-Fleisch (Ausschnitt) (Screenshot: Aldi Süd)

Stellt sich so Aldi besseres Fleisch vor?

Aldi ließ sich erst Ende Juni – zu recht – dafür feiern, dass Fleisch der schlechtesten Haltungsformen 1 und 2 aus dem Sortiment verbannt wird; ab 2030 soll es nur noch Produkte aus den Haltungsformen 3 und 4 (Bio) geben. Sogar Greenpeace lobte diesen Schritt.

Doch das aktuelle Fleisch-Angebot im Aldi-Prospekt lässt erahnen, wie das Fleisch-Angebot des Disounters in Zukunft wirklich aussehen könnte: Billig zählt hier immer noch mehr als Tierwohl.

Niedrigpreise und Rabatte auf Fleisch suggerieren, dass es mehr Tierwohl zu gewohnt niedrigen Preisen geben kann. Und untergräbt damit im schlechtesten Fall die Bereitschaft der Kund:innen, für besseres Fleisch mehr zu bezahlen und dieses Lebensmittel angemessen wertzuschätzen. Den Tieren ist damit sicher nicht gedient.

Für die Tiere, die Umwelt, das Klima und letztlich auch unsere eigene Gesundheit ist es unerlässlich, dass wir unseren Kosum tierischer Produkte insgesamt reduzieren.

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