China importiert keinen ausländischen Müll mehr – jetzt muss Deutschland reagieren

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Foto: Colourbox.de

China macht ernst: Zum Jahreswechsel stoppt die Volksrepublik den Import von Müll aus dem Ausland. Die EU-Länder hatten jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen Plastikmüll nach China geschickt – das Importverbot stellt nun auch Deutschland vor ein gewaltiges Müllproblem.

Bereits im Juli letztens Jahres hatte China angekündigt, keinen Müll aus dem Ausland mehr einführen zu wollen. Seit Montag ist das Verbot nun in Kraft: 24 Sorten Müll dürfen nicht mehr importiert werden, darunter unter anderem Elektroschrott, Altpapier und Plastikmüll.

Der Grund: Der ausländische Müll hatte zu ernsthaften Umweltproblemen geführt, erklärte das chinesische Umweltministerium. Der Jangstse-Fluss in China ist der am stärksten mit Plastikmüll verschmutzte Fluss der Welt, er befördert jährlich etwa 330.000 Tonnen Plastik ins Meer.

Müllberge nach Chinas Importverbot

Müll trennen lohnt sich, sonst landet alles hier: auf der Mülldeponie
Auch Müll aus Deutschland landet in China. (Foto: CC0 / Pixabay / Prylarer)

Für China ist der Importstopp also ein wichtiger hin zu einer saubereren Umwelt – die EU-Länder haben nun jedoch ein Problem: Wohin mit dem ganzen Müll? Und vor allem: Wohin mit dem vielen Plastik? Allein Deutschland hatte im Jahr 2016 etwa 1,5 Millionen Tonnen Kunststoffmüll nach China geschickt, schreibt die Süddeutsche Zeitung online. Die EU-Länder exportierten gemeinsam 7,3 Millionen Tonnen Plastikabfälle, China verarbeitete den Müll zu neuem Kunststoff – bis jetzt.

Vor allem Großbritannien bekommt erste Auswirkungen des Importverbots zu spüren: Wie der britische „Guardian“ berichtet, türmen sich auf der Insel bereits Müllhaufen vor den Recycling-Anlagen – nur kurze Zeit nach Inkrafttreten des Importstopps.

Die Anlagen haben einfach nicht genug Kapazitäten für den vielen Abfall. „Wir haben uns für 20 Jahre darauf verlassen, Plastik nach China zu exportieren. Jetzt wissen die Leute nicht, was passieren wird“, erklärte ein Recycling-Experte gegenüber dem Guardian.

China: ab 2019 gar kein ausländischer Müll mehr

Auch Deutschland trifft Chinas Importverbot hart – China war der größte Abnehmer für Kunststoffabfälle. Deutschland und die anderen EU-Länder müssen sich also schnell etwas einfallen lassen – vor allem, weil China das Verbot im März 2018 noch weiter verschärfen will. Das Ziel: Ab 2019 soll überhaupt kein ausländischer Müll mehr ins Land kommen.

„Die europäische und deutsche Kreislaufwirtschaftspolitik muss hierauf reagieren“, schreibt der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft in einem Statement. Deutschland müsse stärker in Recycling-Verfahren investieren und den gesamten Prozess der Müllverwertung verbessern. Wenn Deutschland das schafft, könnte Chinas Importstopp letztendlich auch eine Chance für ein besseres Müllsystem sein.

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(3) Kommentare

  1. Letztes Jahr wurde Rewe gelobt für die Abschaffung der Plastikverpackungen um die Bananen. Heute morgen gehe ich in den Rewe und was sehe ich gleich beim reinkommen? Bananen die in Plastikbeuteln verpackt sind. Die guten Vorsätze haben ja lange gehalten….

  2. Irgendwie kann ich das Ganze nicht so rosa-rot sehen wie hier die meisten.
    Wenn ich durch die Stadt gehe, sehe ich wie viel „Made in China“ ist. Sprich, erst verkaufen die ihren Mist an uns, und jetzt wollen sie den gar nicht mehr.
    Müllreduzierung in Ordnung, aber ich vermute, dass China erstmal weiterhin Versuch, uns seinen Billigdreck zu verkaufen, um den wir uns dann kümmern sollen.
    Auslandsproduktion also nur, wenn es
    One Entsorgung im Erzeugerland gewährleistet ist.
    Aus diesem Grund gilt es, die Produktion langfristig wieder nach Europa und Deutschland zu holen, da hier im Gegensatz zu China Gesetze existieren. Hier muss schließlich noch keiner mit Atemschutz durch die Straße.

  3. Klar wäre es begrüßendswert wenn Produktionen wieder mehr in Deutschland wären. Aber China schickt uns den ganzen Billigkram ja nicht einfach so sondern weil ihn hier viele Leute haben möchten. Und die wollen nicht die Preise für Made in Germany zahlen. Wer das möchte findet sehr vieles was in Deutschland, Österreich, der Schweitz oder in Europa hergestellt wurde. ( wobei das auch nicht immer unbedingt gut ist, man denke an die Arbeitsbedingungen in Z.B. Rumänien) . Das in China die Luft so schlecht ist, die Flüsse und die Landschaft dreckig sind liegt auch daran das fleißig billig für Europa produziert wird und unser Müll dort hin gebracht wird. Das China unseren Müll nicht mehr will finde ich absolut richtig. Vielleicht passiert jetzt ja mal was ernsthaftes in der Politik.

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