Deutsche Bahn ist größter Verbraucher von Glyphosat: Unterschreib dagegen!

Foto: CC0 Public Domain Pixabay

Glyphosat kommt nicht nur in der Landwirtschaft zum Einsatz, auch die Deutsche Bahn verwendet das Mittel – und zwar im großen Stil: Sie gilt sogar als größter Einzelverbraucher von Glyphosat in Deutschland. Eine Petition fordert die Deutsche Bahn nun dazu auf, Glyphosat nicht mehr zu nutzen.  

Vergangenes Jahr hat die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben 65,4 Tonnen Glyphosat verwendet – so viel wie kein anderes Einzelunternehmen sonst in Deutschland. Mit dem Mittel bekämpft die Deutsche Bahn Unkraut im Schotterbett der Gleise.

Ob Glyphosat dafür jedoch wirklich die beste Wahl ist, ist fraglich. Immerhin ist das Herbizid ein extrem kritisches Mittel – es tötet ausnahmslos alle Pflanzen, mit denen es in Berührung kommt und steht außerdem im Verdacht, Krebs auslösen zu können. Eine Petition auf der Plattform „SumOfUs“ fordert die Deutsche Bahn daher auf, auf Glyphosat zu verzichten.

Deutsche Bahn mit Signalwirkung

„33.500 Kilometer umfasst das Schienennetz der deutschen Bahn – 33.500 Kilometer voller Glyphosat, die sich wie eine Giftspur durch die ganze Bundesrepublik ziehen“, heißt es in der Petition. Wenn die Bahn tatsächlich kein Glyphosat mehr einsetzen würde, hätte das außerdem eine Signalwirkung: „Noch sind wir Glyphosat nicht los – aber wenn wir jetzt mit der Deutschen Bahn den größten Verbraucher des Giftes zum Umdenken bringen, ist das endgültige Aus von Glyphosat nicht mehr weit.“

Auch in der Politik wird das Thema diskutiert: Die Grünen forderten bereits im Januar in einem offenen Brief das Ende von Glyphosat auf Bahngleisen.

Österreichische Bundesbahnen verzichten auf Glyphosat

Glyphosat von Monsanto auf den Feldern der Welt.
Glyphosat in der Landwirtschaft. (Foto: CC0 / Pixabay / hpgruesen)

Dass es prinzipiell auch ohne Glyphosat geht, zeigt die ÖBB – die Eisenbahngesellschaft von Österreich. Letzten Dezember kündigte die ÖBB an, „möglichst schnell“ aus Glyphosat auszusteigen. In den letzten Jahren konnten die Österreichischen Bundesbahnen den Einsatz bereits stark reduzieren.

Auch die Deutsche Bahn hat sich schon zum Thema Glyphosat geäußert. In einem Community-Forum schrieb sie: „Die Vegetationskontrolle ist unverzichtbar für einen sicheren Bahnbetrieb. Der Gleisbereich muss frei von Bewuchs bleiben. Derzeit stellen weder thermische noch mechanische Verfahren eine Alternative zum begrenzten Einsatz von Herbiziden im Gleisbereich dar.“

Darum sollte die Deutsche Bahn kein Glyphosat verwenden

In den letzten Jahren habe man verschiedene nicht-chemische Verfahren getestet, etwa mit flüssigem Stickstoff, Heißdampf oder elektrischen Energiefeldern. Sie alle seien jedoch keine Alternativen, etwa weil sie deutlich mehr Zeit oder Energie brauchten als die Behandlung mit Glyphosat.

Mag sein, dass Glyphosat der wirksamste Unkrautvernichter ist – doch es ist auch eines der gefährlichsten Pflanzenvernichtungsmittel. Glyphosat reichert sich im Boden an und kann durch Verwehungen oder Auswaschungen auch in Gewässer gelangen. Auch in verschiedenen Produkten, mit denen wir regelmäßig in Berührung kommen, werden immer wieder Rückstände von Glyphosat gefunden: Zum Beispiel in Brot und Brötchen, in Bier und in Damenhygieneprodukten. Verschiedene Studien konnten sogar Rückstände des Herbizids im menschlichen Körper feststellen.

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(5) Kommentare

  1. Hallo,
    diese Petition ist eine gute Initiative. Bürger in Bayern können diesen Winter noch einen Schritt weiter gehen, und verbindlich von der Landesregierung fordern, dass auf staatseigenen Flächen kein Glyphosat oder Neonicotinoide mehr verwendet werden dürfen. Dazu müssen sich möglichst viele Leute diesen Winter in ihrem Rathaus in eine entsprechende Liste eintragen. Der genaue Zeitraum wird noch bekanntgegeben. Mehr Infos findet Ihr hier: https://volksbegehren-artenvielfalt.de/
    (Aktuell läuft die Unterschriftensammlung für den Antrag zum Volksbegehren, aber das sollte ein Selbstläufer sein.)
    Vielleicht findet der Vorstoß ja Nachahmer in anderen Bundesländern.
    Schönen Gruß
    Hans

  2. Der größte Verbraucher ist die Landwirtschaft. Bitte da ansetzen! Mit der Bahnintervention ist kokolores. Die 70 t im Jahr auf die Gleislänge bezogen ist etwa 1 Liter je Gleiskilometer. Und es wird nur bei Wachstum gesprzuz, nicht einfach so. Diese Unterstützungsbitte ist großer Quatsch. Zielgruppe Bauern und Privatleute!!!!!!

  3. Bei allem Wohlwollen, etwas mehr Informationen würde man sich schon wünschen.
    Z.B.: Welchen Anteil hat der „größte Einzelverbraucher“ denn am Gesamtverbrauch? Welche praktikablen Alternativvorschläge gibt es?
    Und auch die Formulierung „Österreichische Bundesbahnen verzichten auf Glyphosat“ kommt nicht so recht glaubhaft rüber, wenn in der Folge lediglich unverbindliches kommt wie „Dass es p r i n z i p i e l l auch ohne Glyphosat geht…“, „… k ü n d i g t e die ÖBB a n,
    „m ö g l i c h s t s c h n e l l“ aus Glyphosat auszusteigen“ „… konnten… den Einsatz bereits stark r e d u z i e r e n“.
    Was bedeutet das k o n k r e t?
    Wie unterscheidet sich der Verbrauch in t a t s ä c h l i c h e n Zahlen von dem der Deutschen Bahn?

  4. Ihr habt hier einen personalisierten Link zur Petition hinterlegt. Ich bin als „Dagmar Kaufmann“ angemeldet, sobald ich dem Link folge. Bitte entfernt einfach alle Parameter hinter dem Fragezeichen aus dem Link.

  5. Und wie soll die Bahn die Unkraut-Beseitigng sonst vornehmen?
    Wie zu DDR-Zeiten mit FALILHERBAN? Da wuchs zwar nach dem Aufbringen auf den Gleise 3 Jahre lang nichts – 5 Meter rechts und links neben dem Gleiskörper aber auch nicht.
    Manuell? – Wer soll das bezahlen?
    Die Bewuchs-Beseitigung ganz unterlassen? – Dann stört der Bewuchs den geregelten Wasserablauf und führt zu Schlammstellen an Gleis und Unterbau, was die Stabilität beeinträchtigt, wirkt im Winter als Schneefang und verringert die Isolationsfähigkeit des Gleises, was zu Störungen an Signal- und Sicherungsanlagen führt.
    Wen die Materie näher interessiert, dem sei das Buch „Der Reichbahn-Report Teil 2“ von Erich Preuß empfohlen – er geht in einem Kapitel näher auf diese Problematik ein – wenn auch in einem anderen Zusammenhang.
    Zusammenfassend läßt sich also sagen:
    Gegen eine Sache zu sein, ist das Eine. Konkrete Wege und mittel aufzuzeigen, wie es anders und besser geht das Andere. Und daran fehlt es hier! Damit wird die ganze Sache höchst unglaubwürdig!