Unkrautvernichter selber machen: so geht’s

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Wenn im Garten auch das Unkraut sprießt, dann helfen selbst gemachte Unkrautvernichter. Sie sind eine gute, ökologische Alternative zu chemischen Mitteln. Wir zeigen dir, wie du Unkrautvernichter aus Haushaltsmitteln selber herstellen kannst.

Bevor du dich dazu entscheiden solltest, deinen Garten unkrautfrei zu halten, lohnt ein Blick in die Wildkräuterkunde. Denn viele „Unkräuter“ im Garten sind essbare Wildkräuter. Dazu gehören zum Beispiel Löwenzahn, Brennnesseln, Giersch oder Spitzwegerich. Als Salate sorgen sie für eine abwechslungsreiche und gesunde Ernährung in der Küche. 

Unkrautvernichter aus Brennnesseln selber machen

Brennnesseln als Jauche dienen zur Unkrauvernichtung
Brennnesseln als Jauche dienen zur Unkrauvernichtung
(Foto: Utopia)

Hast du etwas mehr Zeit, ist eine Brennnesseljauche als Unkrautvernichter eine sehr gutes, umweltverträgliches Mittel. Wirkstoff gegen Unkraut soll die in der Brennnessel enthaltene Ameisensäure sein. Für die Herstellung des natürlichen Herbizids braucht es einige Vorbereitung und etwas Vorlaufzeit:

  • Pflücke, geschützt mit langer Kleidung und Handschuhen, etwa einen großen Müllsack voll Brennnesseln.
  • Zerkleinere die Brennnesseln und presse sie in einen großen Eimer, bis er etwa zu drei Viertel gefüllt ist.
  • Fülle den Eimer mit Wasser auf.
  • Die Mischung muss nun gären, am besten an einem sonnigen Platz. Falls während der Gärung der Geruch zu unangenehm wird, kannst du etwas Urgesteinsmehl hinzufügen. Es neutralisiert den unangenehmen Geruch.
  • Rühre die Mischung immer wieder durch.
  • Wenn der Gärprozess nach circa zwei Wochen abgeschlossen ist, gieße die Jauche ab. Sie ist nun hochkonzentriert.
  • Nun kannst du die Jauche mit der Sprühflasche auf die Blätter und Stängel der Unkräuter aufbringen. Die Blätter verbrennen durch die enthaltene Ameisensäure. Auch hier solltest du Nutzpflanzen aussparen und umsichtig mit der Dosierung sein.

Der Unkrautvernichter aus Brennnesseln ist empfehlenswert. Er wirkt rein biologisch und im Gegensatz zu Essig- und Salzlösungen wird der Boden nicht geschädigt.

Lies dazu auch: Die schlimmsten Garten-Fehler

Unkraut vernichten mit heißem Wasser

Auch heißes Wasser zerstört Unkräuter. Da es keine Inhaltsstoffe wie Salz und Essig enthält, darf es auch auf versiegelten Flächen wie Einfahrten und Höfen angewandt werden. Um Wasser zu erhitzen, braucht es jedoch viel Energie. Wäge daher ab, ob du nicht Energie und Wasser sparen möchtest und einfach selbst Unkraut jätest

Mulchen gegen Unkraut

Eine dicke Schicht Rindenmulch unterdrückt das Wachstum von Unkraut. Du kannst einfach deinen Strauch- und Baumbeschnitt häckseln und ihn auf die Beete bringen, auch getrockneter Rasenschnitt eignet sich gut. So nutzt du deine Gartenabfälle sinnvoll und sparst dir lästiges Unkrautjäten.

Unkraut im Rasen vernichten

Unkraut im Rasen kann zum Problem werden, wenn es den Rasen zurückdrängt und dir am Ende eine „Unkrautwiese“ bleibt. Sollte dich das stören, kannst du es im ersten Schritt mit selbst gemachtem Rasendünger probieren. Denn oftmals liegt ein Nährstoffmangel vor, wenn sich Unkraut breit macht. 

Bringt das nicht den gewünschten Erfolg, kannst du deinen Rasen vertikutieren. Diese mechanische Art der Unkrautvernichtung schlitzt den Boden auf, entfernt Pflanzenteile und sorgt für eine gute Durchlüftung des Bodens. 

Unkrautjäten: die beste Unkrautvernichtung

Unkraut jäten ist immer noch die nachhaltigste Methode
Unkraut jäten ist immer noch die nachhaltigste Methode
(Foto: CCO / Pixabay / Pexels)

Lästig, aber nicht zu vermeiden: Die beste Methode, um unliebsame Pflanzen los zu werden, ist das Jäten. Gerade wenn Wurzeln im Boden bleiben, dauert es nicht lange, bis das Unkraut wieder zu wachsen beginnt. Gute Hilfsmittel sind eine Gartenharke und eine kleine Schaufel. Nach Regen ist es besonders leicht, Unkräuter mitsamt der Wurzel zu entfernen, da der Boden schön weich ist. Manche der „Unkräuter“ kannst du so auch noch weiter verwerten – zum Beispiel Löwenzahn. Mehr Informationen dazu: Löwenzahn natürlich entfernen: die besten Tipps

    Bei Unkrautvernichtern aus Salz oder Essig drohen Strafen

    Auch wenn eine Salz- oder Essiglösung ein schnell hergestelltes Hausmittel sind – lass lieber die Hände weg. Zu viel Salz und Essig schaden dem Boden und verändern sein natürliches Milieu. So bist du am Ende vielleicht nicht nur das Unkraut los, sondern auch deine Nutzpflanzen.

    Sobald du Essig und Salz als Unkrautvernichter einsetzt, gelten sie als Pflanzenschutzmittel. Deswegen unterliegen auch selbst gemachte Herbizide den gesetzlichen Regelungen des Pflanzenschutzgesetzes.

    Dieses verbietet, Pflanzenschutzmittel auf versiegelten Flächen wie Kies, Pflaster oder anderen befestigten Freilandflächen anzuwenden. Grund dafür ist, dass die konzentrierten Lösungen durch die Kanalisation ins Grundwasser gelangen und zur Gefahr werden können. Hältst du dich nicht an die Auflagen, drohen hohe Geldbußen.

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    (13) Kommentare

    1. Heisses Wasser bleibt oft beim Kochen von Gemüse oder Kartoffeln z. B. übrig – das kann man – anstatt es wegzuschütten – auch zur Unkrautvernichtung benutzen…

    2. hallo ..
      nach meinen langen kämpfen mit brombeer und co an unerwünschten stellen habe ich ein für mich gutes mittel zur gezielten bekämpfung gefunden .
      essig : in eine flache gefüllt : der deckel, kunststoff oder kork gehen am besten,
      wird mit einem 6 mm bohrer durchbohrt,hier kommt ein handelsüblicher tropfschlauch mit 6 mm aussendurchmesser rein.
      das andere ende des tropfschlauches : in den ( natürlich dicker als 6 mm ) pflanzenstängel ein ebenfalls 6 mm loch gebohrt , wird hier auch der schlauch eingefädelt
      die flasche mit essig gefüllt so mit klebeband oder draht oder gummi am pflanzenstängen oder an einem stab befestigt das der essig nach unten in die pflanze rinnen kann. die brombeeren und unerwünschte andere dinge sehen nach einer woche und dem leeren der flasche alle braun aus .. nur ganz zähe brauchen eine 2. oder 3. flaschen ( je nach größe der pflanzen

    3. Salz ist bei uns generell verboten, auch im Kleingarten. Brennessel sind in der weiten Umgebung ausgestorben, und es ist nicht nachvollziehbar, warum die Jauche, die normalerweise zur Düngung eingesetzt wird, auch als Pflanzenvernichter dienen soll. Jäten ist besser und man kann auch vieles wegessen.
      @Anja
      abgekühltes Kartoffelwasser ist ein tolles Düngemittel für Zimmerpflanzen

    4. @Semiramis: in der Tat nutze ich auch Brenesseljauche 1:10 zum düngen und geg. Blattläuse & Co. Würde mich wundern, wie was das geg. „Unkraut“ helfen soll.
      Außer jäten hilft nicht viel, aber bei was hartnäckigem probiere ich nun mal Essig (Danke @jörg) und evtl. Salz.
      Und ja, vieles „Unkraut“ ist Heilpflanze (was eigentlich nicht 😉 , z.B. Löwenzahn und Brennessel wandert bei mir in den Tee

    5. Die Verwendung von Salz & Essig als Unkratuvernichter wird im Hausgarten auf befestigten Wegen zu Recht bestraft.
      Angesichts der Verwendung von Salz als Streumittel mögen zwar Strafen in Höhe bis zu 50000€ völlig überzogen erscheinen, aber schließlich sind die negativen Folgen von Salzstreuung für die Vegetation lange bekannt.
      Das Mittel gelangt ja immer zumindest teilweise an die Nutzpflanzen und kann diese schwächen. Als nächstes wird dann wieder gefragt, was gegen Blattläuse oder bei sonstigen Pflanzenkrankheiten hilft…
      Und für die äußerst wichtigen Bodenlebewesen, die die Arbeit im (Bio-)garten erleichtern, ist die Mischung so giftig, wie jedes synthetische Spritzmittel.
      Vom Trinkwasserschutz ganz abgesehen.
      Also absolut kein nachhaltiges Mittel.
      Auf Beeten ist Mulchen das beste Mittel gegen unerwünschte Beikräuter.
      Vor allem weil Mulchen noch zahlreiche andere Vorteile hat.
      Auf Wegen bleibt nur Jäten oder besser noch: Hübsche Pflanzen ansiedeln, die sich selbst versamen und mit den Bedingungen auf Kies oder in Fugen gut zurecht kommen.
      Leider völlig daneben ist der Vorschlag mit Brennnesseljauche.
      Die Jauche in der genannten Verdünnung ist ein hervorragendes Pflanzenschutzmittel, welches gerade bei anspruchsvollen Nutzpflanzen eingesetzt wird, um das Wachstum zu fördern.
      Als Auszug (ca. 24 Stunden) ist es ein gutes Mittel bei starkem Blattlausbefall.
      Unkraut wird man damit nicht entfernen, sondern höchstens zu besonders kräftigem Wachstum animieren.
      Ich finde des Artikel sehr ärgerlich und empfehle das nächste Mal etwas mehr Sorgfalt beim Recherchieren und Abschreiben.

    6. Liebe Maria_L,

      danke für dein Feedback. Salz und Essig sollte laut unserem Artikel mit der Sprühflasche direkt auf das Unkraut gegeben werden. Es handelt sich also um gezielte Kleinstmengen. Auch auf das Pflanzenschutzgesetz ist hingewiesen worden.
      Ich gebe dir Recht, im Brennessel-Absatz befindet sich eine Ungenauigkeit, die die Wirkung vom Unkrautvernichter zum Dünger umkehrt. Das korrigieren wir gerne, danke für den Hinweis.

      Viele Grüße
      Ines

    7. “ Es handelt sich also um gezielte Kleinstmengen.“
      Damit befindet man sich argumentativ mit Bayer & Co. auf einer Ebene, wenn sie die Vorteile integrierten Anbaus betonen.
      In einem nachhaltigen bewirtschafteten Garten haben solche Mittel einfach nichts verloren, weil sie alle Bemühungen um vorbeugende Pflanzenstärkung und reiches Bodenleben zunichte machen und dann heißt es wieder, Bio-Anbau funktioniert nicht.
      Und welches Unkraut tritt schon in so kleiner Menge auf, daß es bei Kleinstmengen bleibt…

    8. Liebe Maria_L,
      danke für deinen Kommentar. Ich könnte ihn nicht besser schreiben.
      Ich denke, wir müssen endlich umdenken von „sterilen Gärten“ zu Gärten des Lebendigen und von „Un“-Kräutern zu Heilkräutern, was ja die meisten „Störenfriede“ sind. Übrigens ist Jäten eine wunderbar meditative Beschäftigung und Englischer Rasen ist eine Monokultur, furchtbar langweilig und ohne Nutzen für die Tierwelt, die dringend unsere Unterstützung bräuchte, wie z.B.sämtliche Wildbienen und die brauchen Wildblumen zur Nahrung. Also Wildblumenwiesen statt eintönigem Rasenteppichboden ,der auch noch viel Energie schluckt in Form von Rasenmähen.

    9. Erstens: warum brauche ich jetzt auch noch Unkrautvernichter in meinem Garten?
      Zweitens: passt doch ein bisschen auf, was ihr für Inserate aufschaltet! Da finde ich ein Herbizid, das sicherlich nicht auf Naturbasis ist! Schade dann um Eure gute Seite.
      Viele Grüße
      Rosemarie

    10. Nur ein kurzer Einwand:

      Es die hier genannten Verfahren Brennessel-Jauche, Salz und Essig sind auch
      chemische Mittel !!!
      Nicht gezielte und übertriebene Verwendung dieser können genauso zu unerwünschten Schäden führen.
      Versauerung, Versalzung, zu hohe Konzentrationen von Jauche (in Frankreich soll ein Anwendungsverbot von Brennesseljauche im Gespräch gewesen sein, da es dort sehr intensiv genutzt wird)….

      Was wahrscheinlich sind synthethisch hergestellte chemische Wirkstoffe gemeint.
      Es mag kleinkariert sein, aber in vielen – insbesondere emotional dominierten – Diskussion wird es schnell geurteilt und nicht diffenrenziert.
      Daher halte ich die differenzierte Betrachtung von chemischen Stoffen und Unterscheidung nach synthetisch chemischen und natürlichen chemischen Stoffen für sehr wichtig.

      Grunsätzlich können beide – bei verkehrter Anwendung – in der Umweltschäden verursachen. Nur weil es ein natürlicher vorkommender Stoff ist, ist dieser automatisch unbedenklich.

    11. Ich beziehe mich auf den Artikel bzgl. „Unkraut auf dem Gehweg“ – ich kann einfach nicht begreifen warum Menschen meinen, dass Blumen und Gräser die sich in einer Ritze zwischen Beton und Steinen einen Weg gefunden haben weg müssen. Ich kann ja noch verstehen, dass man sein Gemüse nicht überwuchern lassen will, aber dass Betonwüsten ohne jedes Grün, ohne jede Blüte – und wenn es nur ein Löwenzahn ist, schöner sein soll verstehe ich einfach nicht und es enttäuscht mich mehr, dass so ein Artikel auf „Utopia“ zu lesen ist!

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