Deutscher Zoo soll Elefanten schlagen, damit sie für Fotos stillhalten

Foto: Screenshot Youtube Peta Deutschland

Die Tierschutzorganisation Peta Zwei hat Videos aus einem Zoo in Wuppertal veröffentlicht, das zeigt, wie die Tiere Kunststücke vorführen oder mit Touristen für Fotos posieren. Die Pfleger haben ihren Elefantenhaken stets zur Hand. Der Zoo spricht von einem „angemessenen Umgang“ mit den Tieren, Experten sehen das anders.

Es ist nicht unüblich, dass Zoos Showeinlagen mit ihren Elefanten durchführen. Was Peta Zwei in einem Zoo in Wuppertal gefilmt hat, erinnert jedoch eher an einen Zirkus. Die Elefanten müssen für die Show auf ihren Hinterbeinen stehen, sich im Kreis drehen, oder merkwürdige Verrenkungen machen.

Teilweise werden Gäste oder Besucher ins Gehege gelassen, die sich mit den Elefanten in den unterschiedlichen Posen fotografieren lassen. Es ist sogar zu sehen, wie sich eine Person auf den Rücken eines Elefanten setzt. Stets mit dabei ist ein Zoowärter, der die Elefanten mit einem Stock mit Metallspitze – dem Elefantenhaken – an sensible Stellen wie die Beine oder ins Maul stößt. Peta spricht sogar von „Schlägen“.

Das Video von Peta Zwei auf Youtube:

Das sagt der Zoo zu dem Video

Elefanten Zoo Peta
Posieren für Fotos. (Foto: Screenshot Youtube Peta Deutschland)

„Aufnahmen, wie sie eher aus verpönten asiatischen Touristenangeboten bekannt sind“, kommentiert Peta Zwei die Videoaufnahmen. „So lange Attraktionen wie Elefantenreiten und Fotoaufnahmen mit den Elefanten angeboten werden, unterstützen die Zoo-Verantwortlichen die Misshandlung und Ausbeutung der Tiere, nur um zusätzliche Gewinne zu erwirtschaften.“

Der Wuppertaler Zoo hat sich bereits zu den Anschuldigungen von Peta Zwei geäußert: „Keines der Bilder zeigt einen Umgang mit den Elefanten, der nicht angemessen oder gut wäre“, sagt der Sprecher des Zoos dem Fernsehsender ntv.

Direkte Haltung ist nicht artgerecht

Elefanten Zoo Peta
So sieht der Elefantenhaken aus. (Foto: Screenshot Youtube Peta Deutschland)

Der Deutsche Tierschutzbund sieht das jedoch anders. Das Problem: Mithilfe des Elefantenhakens wird der Tierpfleger zum „Leittier“ der Elefantenherde. So wird die natürliche Rangordnung und das normale Sozialverhalten unterdrückt. Indem der Tierpfleger die Tiere mit dem Haken pikst oder schlägt, zwingt er sie außerdem zu Bewegungen, die sie in freier Wildbahn nicht machen würden.

Besser als diese „direkte“ Haltungsform ist laut Tierschutzbund eine Haltung ganz ohne Kontakt, bei der die Tiere nicht trainiert, berührt oder beeinflusst werden. Das ist jedoch nur in großen Anlagen möglich, in denen die Elefanten genug Möglichkeiten zum Baden, Scheuern und Suhlen haben.

Elefanten gehören nicht in Zoos

Viele Zoos in Deutschland arbeiten mit „geschütztem Kontakt“. Hier nähern sich die Pfleger den Tieren nur zur Körperpflege oder medizinischen Versorgung, zwischen ist jedoch eine Abtrennung. Elefantenhaken kommen nicht zum Einsatz.

Generell sei zu hinterfragen, ob man Elefanten überhaupt in Zoos halten sollte, meint der Deutsche Tierschutzbund: „Tätigkeiten wie Nahrungssuche, Bewegung, Feindvermeidung, die Nachwuchspflege sowie das Sozial- und Komfortverhalten sind für Elefanten in Zoos zum Teil gar nicht oder nur eingeschränkt möglich.“

Das sei für so hoch entwickelte Tiere wie Elefanten eine große Belastung. „Durch überholte Formen des Zuchtmanagements bedingt werden zudem immer wieder Mütter und Töchter getrennt – ein Umstand, der in freier Wildbahn grundsätzlich nie vorkommen würde und ein gravierendes Tierschutzproblem darstellt“, schreibt der Tierschutzbund. Elefanten in Zoos sind teilweise schwer traumatisiert, wie die Reportage „Ein graues Leben“ aus dem Süddeutsche-Zeitung-Magazin eindrucksvoll beschreibt.

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(3) Kommentare

  1. Mal abgesehen davon, dass diese majestätischen Tiere ganz bestimmt nicht in einen Zoo gehören, dass solche Leute die Berufsbezeichnung Tier“pfleger“ haben ist der reinste Hohn! Tierschänder passt weit aus besser.
    Dass es überhaupt immer noch Zoos gibt mit Tieren, die in unserem Klima sowieso nichts zu suchen haben, ist einfach eine Sauerei für die mir gerade kein anderes Wort einfällt.
    Wenn Zoodirektoren keine andere Strategie haben, um Geld in die Kassen zu bekommen, als die eigenen Tiere quälen zu lassen, dann sollten sie besser in der Tierverarbeitung arbeiten, als auf lebende Tiere losgelassen zu werden.

    Außerdem stellt sich die Frage, ob es nicht ohnehin grob fahrlässig ist, diese Elefanten zu dem Kontakt mit fremden Menschen zu zwingen. Es kommt ja immer mal wieder vor, dass so ein Tier plötzlich mal nicht wie gewohnt reagiert.
    Was wollen die denn mit den fiesen Haken ausrichten, wenn so ein Koloss austickt? Oder werden die Tiere vielleicht ruhig gestellt, so dass die sogenannten Pfleger mit dem fiesen Gerät sich ihrer Sache so sicher sein können?

  2. Widerwärtig, abartig, einfach verwerflich…

    Keinen Respekt vor Zoos, deren Mitarbeiter und auch nicht jenen, die die Einnahmen generieren und dieses Leid fördern.

    Artgerecht ist nur die Freiheit. Würden es die Mitarbeiter des Zoos befürworten, würde man sie so behandeln? Es ist eine Frage des gesunden Menschenverstandes, solches Verhalten zu unterlassen.
    Die Bereitschaft zu solchen Taten ist schlicht und ergreifend ekelhaft.

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