Petition an dm: Mikroplastik raus aus Balea-Produkten

Balea dm Mikroplastik
Fotos: Screenshot YouTube (campact) und © dm

In vielen Produkten der dm-Eigenmarke „Balea“ steckt Mikroplastik – bei herkömmlicher Kosmetik ist das generell ein Problem. Eine Petition auf Campact fordert die Drogerie-Kette dazu auf, die winzigen Plastikpartikel nicht mehr einzusetzen.

Es steckt in Shampoo, Bodylotion, Peeling, Zahnpasta und zahlreichen weiteren Kosmetikprodukten: Mikroplastik. Die kleinen Plastikteilchen dienen dort unter anderem als Füllstoff oder Bindemittel. Das Problem: Mikroplastik ist nicht biologisch abbaubar und gelangt übers Abwasser in die Umwelt. Dort kann das Plastik unabsehbare Schäden anrichten.

Aus diesem Grund hat eine Studentin eine Petition gegen Mikroplastik in Kosmetika gestartet – sie richtet sich speziell an die Drogeriekette dm und ihre Kosmetik-Eigenmarke „Balea“. In rund 80 Pflege- und Hygieneprodukten der Eigenmarke „Balea“ steckt Mikroplastik, heißt es in der Petition.

Dm-Eigenmarke Balea ist erfolgreich

Balea ist bei dm-Kunden sehr beliebt – nicht nur weil die Produkte so günstig sind. Einer Studie des Magazins „Readers Digest“ zufolge ist vor allem das Vertrauen in die Marke groß: In der Kategorie „Hautpflege“ belegte Balea den zweiten Platz hierbei hinter Nivea. Laut der Studie vertrauen Kunden Balea also mehr, als großen Marken wie L’oréal, Dove oder auch Weleda.

Aber wissen die Kunden auch, dass Mikroplastik in Balea-Kosmetik steckt? Teilweise – das ergab zumindest eine Straßenumfrage der Initiatorin der Campact-Petition. Passanten, die von dem Mikroplastik wussten, erklärten, Balea deshalb zu meiden.

Nachhaltigkeit bei dm

Die Petition fordert dm dazu auf, Mikroplastik komplett aus den Balea-Produkten zu entfernen. Sie erinnert außerdem an ein wichtiges Unternehmensprinzip der Drogeriekette: „Nachhaltigkeit ist für uns bei dm […] Teil unseres Selbstverständnisses.“

Bislang haben schon fast 170.000 Menschen unterschrieben (Stand 16.05.). Die Initiatorin will die Petition persönlich an den Geschäftsführer von dm übergeben, sobald „viele“ Unterschriften gesammelt sind. Wie viele Stimmen das sein sollen, wird aber nicht näher definiert.

Mikroplastik in Kosmetik

Mikroplastik ist nicht nur ein Problem von dm und Balea. In vielen herkömmlichen Kosmetikprodukten stecken die mikroskopisch kleinen Plastikteilchen, versteckt hinter komplizierten Namen wie Polyquaternium-7 oder Acrylates Copolymer.

Viele Kosmetikhersteller geben inzwischen an, auf Mikroplastik zu verzichten oder bald verzichten zu wollen. Aber: Die meisten (konventionellen) Unternehmen verstehen darunter aber nur die festen Plastikpartikel wie etwa Polyethylen (PE).

Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte also Naturkosmetik verwenden. Sie kommt ohne Mikroplastik und andere bedenkliche Inhaltsstoffe aus und ist daher sowohl für die Gesundheit als auch für die Umwelt die bessere Wahl. Empfehlenswerte Marken: Bestenliste: Die besten Naturkosmetik-Hersteller. Alternativ: Kosmetik selber machen: Rezepte für Cremes, Shampoos, Seife und mehr

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(3) Kommentare

  1. Hallo,
    dm äußert sich anders:
    https://www.dm.de/unternehmen/engagement/nachhaltigkeit/kunststoff-mikropartikel-c1118164.html

    „dm-Marken­produkte sind frei von Kunst­stoff-Mikropartikeln

    dm hat bereits Anfang 2014 alle Körper- und Zahn­pflege­produkte der dm-Marken umgestellt, die aus- und ab­wasch­bar sind und somit in Gewässer ge­langen können. Die Kunst­stoff-Mikropartikel wurden durch natür­liche und nach­wachsende Roh­stoffe ersetzt.“

    Kann jemand eine fundierte (! Quelle, bitte keine Meinungen oder Vermutungen !) Aussage dazu treffen, wie das im Zusammenhang mit der Petition zu bewerten ist. DANKE

  2. Hallo,
    wie sich dm äußert und wie es handelt passen in diesem Fall nicht zusammen.
    Es reicht wenn man sich die Inhaltsstoffe der Produkte anschaut, hier können eindeutig Kunststoffpolymere ausfindig gemacht werden, vor allem in vielen Produkten Styrene/Acrylates Copolymer.
    Zum Bespiel in diesem Produkt:
    https://www.dm.de/balea-cremedusche-sensitive-p4010355236210.html
    Alle bisherigen Bemühungen von dm richteten sich nur gegen die Verwendung von PE Partikeln, andere Polymere wie das oben genannte Acrylat wird von dm unverständlicherweise weiterhin in großen Mengen eingesetzt und aus Firmensicht nicht als Mikroplastik ernst genommen.

  3. Hier geht es wohl dann darum, ob man „wasserlösliche synthetische Polymere“ (dazu gehört das o.g. ‚Acrylates Copolymer‘) als Mikroplastik anerkennt oder nicht.
    Das Umweltbundesamt sagt, solche Polymere sind keine Mikroplastik. Zitat: „Diese wasserlöslichen Polymere liegen jedoch nicht als feste Partikel in den Produkten vor. Lösliche Stoffe wie z. B. Acrylsäure-Copolymere sind daher kein Mikroplastik im Sinne der o. g. Definitionen.“ (siehe https://www.umweltbundesamt.de/themen/mikroplastik-in-kosmetika-was-ist-das) während andere behaupten, das sei Mikroplastik.

    Für mich (ohne chemische Kenntnisse) hört es sich so an, als wären diese wasserlöslichen Polymere eher Konsistenzbildner und lösen sich im Wasser auf, so dass die klassische Gefahr dass die Teile überall nachgewiesen werden können nicht besteht, aber das ist meine laienhafte Meinung.

    Ich selbst nutze ohnehin nur Naturkosmetik, und da sind auch diese nicht drin.
    dm selbst weist darauf hin, dass in zertifizierter Naturkosmetik auch keine „synthetischen Polymere“ enthalten sind, und bei bedenken auf diese zurückgegriffen werden kann.

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