Elektroauto-Durchbruch kommt 2020

Elektroautos
Foto: "PA200322" von Dmitry Dzhus unter CC BY 2.0

Eine aktuelle Studie der Denkfabrik Bloomberg New Energy Finance sieht die Zukunft der Elektromobilität überraschend positiv: Schon 2020 könnte der Elektroauto-Durchbruch kommen, ein E-Auto dann  günstiger sein als ein Benziner. Und das wäre erst der Anfang.

Laut den Berechnungen von Bloomberg werden die Kosten für ein Elektroauto in den kommenden Jahren rasant sinken. Schon in fünf Jahren, also 2020 sollen viele Elektroautos schneller, sicherer, günstiger und zugleich praktischer sein als Autos mit Verbrennungsmotor. Es wäre der Elektroauto-Durchbruch: Nur wenige Jahre später würde der Marktanteil der Elektroautos rasant ansteigen.

Elektroauto-Durchbruch: Preise für Akkus sinken

Dafür wären in erster Linie die sinkenden Kosten der Akkus verantwortlich. Bereits 2015 seien die Preise um über ein Drittel gefallen. Viele Automobilkonzerne investieren heute große Beträge in die kosteneffiziente Fertigung. Aber auch die öffentlichen Förderprogramme spielen laut Bloomberg eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und beim kommenden Elektroauto-Durchbruch. Die Regierungen sollten sich von diesen Zahlen aber ermutigt sehen.

Absatz von Elektroautos: Elektroauto-Durchbruch in Sichtweite
Absatz von Elektroautos: Elektroauto-Durchbruch in Sichtweite (Grafik: Bloomberg New Energy Finance)

2040 würde ein langstreckentaugliches Elektroauto laut Prognose nur noch etwa 22.000 Dollar kosten. Der Marktanteil von Elektro-Pkws läge dann bei 35 Prozent. Kommt der Elektroauto-Durchbruch, wäre wäre laut Bloomberg eindeutig die Ölbranche der Verlierer. Der Ölverbrauch würde spürbar sinken, der Stromverbrauch steigen. Es bleibt nur noch zu hoffen, dass der Strom dann auch aus erneuerbaren Energien stammt.

Utopia meint: Elektroautos sind ein wichtiges Element einer Strategie hin zu mehr Nachhaltigkeit. Je früher wir hier wichtige technische Innovationen erleben, desto früher können E-Autos sinnvoll die Benziner ablösen. Doch vor dem Elektroauto-Durchbruch steht eine erfolgreiche Energiewende. Erst wenn wir auch bei der Stromerzeugung einen Durchbruch erleben, kann das Elektroauto sinnvoll erfolgreich fahren, nämlich ohne Kohle und Atom. Als weiteren Baustein der Mobilität müssen wir dann wohl auch die individuelle Mobilität überdenken – und uns mehr in Richtung selbstfahrender Autos und Carsharing-Konzepte bewegen.

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(8) Kommentare

  1. Es wäre toll, wenn Elektroautos tatsächlich erschwinglicher werden – aber neben dem Preis war der Hauptgrund, warum ich mich vor 1,5 Jahren dann doch lieber erstmal für Gas entschieden habe, die Frage, wie lade ich (mit einer Mietwohnung im Dachgeschoss) das Fahrzeug überhaupt auf?

    Wer keine Garage mit eigener Stromversorgung hat oder wenigstens im Erdgeschoss wohnt, ist auf öffentliche E-Tankstellen angewiesen. Leider wohne ich eher ländlich, weder in der Nähe meines Wohnortes noch meiner Arbeitsstelle gibt es eine. Und einmal die Woche einen Tag in der nächsten Stadt verbringen zu müssen, um das Auto zu laden, ist für mich nicht praktikabel.
    Es muss also auch das Tankstellennetz ausgebaut werden.

  2. Das ist genau das Thema, worüber ich mich wundere, dass es so wenig angesprochen wird. Genau dort, wo E-Autos am meisten Sinn machen, also in dicht besiedelten Städten, hat kaum einer die Möglichkeit, die Autos zu laden. Und niemand spricht die Thematik an, das wundert mich.

    Wenn ich noch so sehr wollte, ich kann mir kein E-Auto kaufen, weil ich es nirgends aufladen könnte.
    Ideen hätte ich dabei genug, vom Umbau der Laternenmasten bis zur Integrierung von Ladestationen in die Bordsteinkanten. ;-).
    Sobald sich in den Städten hier einmal was ernsthaft täte, werden – da bin ich ganz sicher – auch die Verkaufszahlen der Elektro-Autos in die Höhe schnellen.

  3. Das Individuelle Motorisierte Fortbewegungsmittel ist keine Lösung unserer Mobilität, auch nicht mit E-Antrieb. Der Energieverbrauch bleibt (fast) der gleiche, es ist nur eine andere Energie. Unser Verbrauch pro Kilogramm Körpergewicht ist Saurierlike und nicht Verträglich mit einer ökologischen Lebensweise. Hier werden wir wohl radikaler Umdenken müssen – ob uns das gefällt oder nicht. Wir müssen uns bewusst sein, dass alle diese Lösungen aus der Erfahrungskiste der Grossindustrie und des Grosskapitals kommt. Damit dies weiterhin sich so vermehren kann werden solche Produkte entwickelt (und von der Politik gefördert) die das System erhält – und das hat eben einen eingebauten Fehler und der hat eine Utopie und die heisst „Ewiges Wachstum“. Und das geht auf Kosten unserer Nachfahren oder besser Nachgeher.innen…..

  4. Das ist eine kluge und auf den Punkt gebrachte Zusammenfassung. Ich persönlich wäre gerne optimistischer, was das Veränderungsbereitschaftspotential von uns Menschen angeht. Es ist sehr schwer, bedeutet Verzicht und kostet Kraft, wirkliche – und ich meine wirkliche- Veränderungen gegen die herrschenden Kräfte zu erkämpfen. Mir kommt das Bild von bepflanzten, „recycleten“ Stand-WCs im Vorgarten in den Sinn. Wie weit war das nochmal gedacht? Es ist wie das Verbreitern der Autobahn anstatt der Reduzierung der Autos. Es muss mit klarem Kopf oben im System angefangen werden, oder eine Revolutionsbereitschaft bei der Basis vorhanden sein. Beides sehe ich allerdings leider nicht. Also fahre ich mit sehr schlechtem Gewissen Diesel anstatt überteuerte Elektroautos mit Atomstrom. Usw., usw., … Wenn ich an solchen kleinteiligen, schlecht gemachten Gewissensberuhigungen teilnehme, fühle ich mich eher benutzt anstatt bewusst. Ich weiß auch, dass diese Haltung jede Menge Angriffsfläche für Gegenkritik bietet. Aber so ist mein Gefühl.

  5. … das angesprochene Problem „Ladestationen“ für eAutos müsste eigentlich vom Bund, also „öffentlich“ angestoßen werden, aber die derzeitige Bundesregierung ist doch eher ein Bremser der Energiewende, da sie von den Lobbyisten der fossilen Wirtschaft unterwandert ist … Energiewende groß angekündigt, aber dann wieder ausgebremst – leider.

  6. Hat die Gesellschaft die Tankstellen gebaut?….Warum sollte dies beim E-MIV der Fall sein? Das gehört eben zu den „wahren“ Kosten dieser Mobilitätsform.

  7. das große wunschdenken ist die e-beweglichkeit im sinne der forschenden konzerne.
    auf nicht vorbereiteten wegen kann ich mir eine fortbewegung mit e-kraft nicht vorstellen. jetzt schon wird mehr fruchtbares land mit gewinn-verherrlichung vernichtet, als es uns gut tut. eigentlich sollten wir den weg zurück gehen. im wahrsten sinn des letzten wortes.

  8. Ich kann mir die Städte nicht mit Millionen von Steckdosen für E-Autos und ihren Kabeln vorstellen. Das bisherige Konzept der Tankstelle erscheint mir da praktikabler.
    Ich denke, Mobilität mit extrem leichten Fahrzeugen, die nicht zu schnell fahren und deswegen nicht gepanzert sein müssen und die mit was auch immer zentral getankt werden, dies wäre für Städte sinnvoll. Das e-bike ist für die Stadt&Umgebung schon genial. Diese noch ein wenig in Richtung Leichtkraftrad weiterentwickelt – Zweisitzer + Platz für 100L Gepäck und ab geht die Post. Hauptsache der Akku taugt zum Herausnehmen und Laden in Keller oder Wohnung.

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