Traurige Gewissheit: Erste Säugetierart durch den Klimawandel ausgestorben

Symbolbild (Foto: CC0 Public Domain / Pixabay)

Seit einigen Jahren wurde sie nicht mehr gesehen, jetzt gilt sie offiziell als „ausgestorben“: die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte. Der Nager ist das erste Säugetier, das durch die Folgen des Klimawandels verschwunden ist.

Die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte ist nach ihrer Heimat benannt, der entlegenen Insel „Bramble Cay“ im äußersten Norden des Great Barrier Reef. Die kleine Insel liegt auf einem Korallenriff und gehört zu Australien. Sie ist unbewohnt, beheimatet aber verschiedene Tierarten.

Das letzte Mal wurde die Mosaikschwanzratte dort allerdings 2009 gesehen. 2014 machten sich Wissenschaftler vor Ort auf die Suche nach der Tierart – fanden aber keinen einzigen der Nager. Schon 2016 erklärte der Bundesstaat Queensland die Tierart daher für ausgestorben. Am Montag bestätigte nun auch das australische Umweltministerium, dass es die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte nicht mehr gibt.

Erstes Säugetier, Bramble Cay, Mosaikschwanzratte, Klimawandel, ausgestorben
Die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte. (Foto: State of Queensland [CC BY 3.0 au], via Wikimedia Commons)

Steigender Meeresspiegel, Überschwemmungen, Stürme

Dass es die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte ausgestorben ist, liegt Wissenschaftlern zufolge am Klimawandel: Die Insel Bramble Cay ist an ihrer höchsten Stelle nur drei Meter hoch. In den letzten Jahren war der Meeresspiegel in dem Gebiet angestiegen, außerdem wurde die Insel mehrfach überschwemmt. Das Wasser zerstörte wohl die Lebensgrundlage für die Tierart.

Auch zyklonische Stürme können mit verantwortlich dafür sein, dass die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte nicht überlebt hat. Sie gilt nun offiziell als erstes Säugetier, das durch den Klimawandel ausgerottet wurde.

Ist die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte nur der Anfang?

Wissenschaftler und Politiker kritisieren, dass die Regierung nicht genug getan hat, um die Tierart zu retten. „Es reicht nicht, eine Spezies auf eine Liste zu setzen“, zitiert der australische „Sidney Morning Herald“ einen Sprecher der Labor-Partei. „Das Aussterben der Bramble-Cay- Mosaikschwanzratte ist eine nationale Tragödie“, sagte Senatorin Janet Rice laut der Zeitung.

Dass nun die erste Säugetierart offiziell ausgestorben ist, zeigt, dass die jahrzehntelangen Warnungen von Wissenschaftlern keine leeren Worte waren. Wenn die Menschheit weiterhin so wenig gegen die Erderwärmung tut, werden wir womöglich noch viel mehr Säugetiere verlieren.

Weiterlesen auf Utopia.de:

Gefällt dir dieser Beitrag?

Vielen Dank für deine Stimme!

Schlagwörter:

(5) Kommentare

  1. „Erste Säugetierart durch den Klimawandelausgestorben“ ist eine dramatisch wirkende Schlagzeile, aber Klimawandel hin oder her sollte man sich mal die Fakten vor Augen führen:

    Die winzige Koralleninsel Bramble Cay hat die Fläche von etwa vier Fußballfeldern, liegt an der höchsten Stelle nur 3 Meter über dem Meeresspiegel und ist gerade mal zu Hälfte mit krautartigen Pflanzen bewachsen.

    Wie und wann auch immer jemals ein trächtige Ratte oder ein Pärchen auf diese Insel gekommen sein mag: Bramble Cay ist so ein elend karges Fleckchen Erde, dass die Ratten notgedrungen zu Vegetariern wurden, weil es da sonst nichts zu beißen gibt. Es war somit allein eine glückliche Fügung der Evolution, dass die Ratten dort überhaupt eine Zeitlang überlebt haben, bis sie 1924 als endemische Art identifiziert wurden.

    So flache Korallen-Cays werden immer wieder von Wirbelstürmen überflutet und danach sind sie sprichwörtlich platt gemacht. Es kommt vor, dass jahrzehntelang Ruhe ist, und sich die Vegetation entwickelt, aber dann treten vermehrt Wirbelstürme auf und die Insel versalzt derartig, dass nichts mehr wächst. EIN großer Wirbelsturm reicht.

    Die Existenz dieser endemischen Rattenart war eine Verkettung glücklicher Umstände. Ihr Aussterben ist meiner Meinung ein evolutionärer Zufall.

  2. Danke auch, Christoph für den guten Kommentar. Als ich den Artikel gelesen habe, konnte ich es kaum glauben und hab den Kopf geschüttelt als ich das Bild sah. Wir Menschen richten auf dieser unserer schönen Erde katastrophales Unheil an. Aber mit einer solchen Headline macht man sich nach meinem dafürhalten lächerlich. Wenn es eines der besonderen Tiere in Neuseeland gewesen wäre, wie z.B. der Dodo (schon länger ausgestorbener flugunfähiger Vogel aus Mauritius), oder, wie ich schon befürchtet habe, diese kleinen Wale, von denen es nur noch so wenige gibt, weil sie immer in den Schleppnetzen hängen bleiben, aber eine Abart von rattus rattus!
    Als jemand, der dem anthropozentrischen Weltbild mit heftiger Abneigung verbunden ist, schätze ich jedes Lebewesen als wichtig und besonders. Dennoch glaube ich nicht, dass es der Sache dienlich ist, wenn man das Aussterben einer Rattenart auf einer kleinen Insel, die auch einem Tsunami zum Opfer fallen würde, so hoch hängt.

  3. Tja, also nachdem Ratten nicht überall auf Sympathie treffen, ist es offenbar nicht der Rede wert, dass diese Rattenart ausgestorben ist INFOLGE des Klimawandels.
    Ratten sind im Allgemeinen doch eigentlich Überlebenskünstler, aber das ist offenbar auch nicht weiter bemerkenswert, dass es diese Tiere nun nicht mehr gibt.
    Dass diese Rattenart zu einem speziellen Ökosystem gehörte und dort eine Aufgabe hatte … auch offenbar nicht sooo wichtig. Vielleicht fehlt ja einfach nur der „Kuscheltierfaktor“ – sönst gäbe es vermutlich eher einen Aufschrei und die Tatsache, dass diese Tiere Opfer des Klimawandels sind, würde mehr Beachtung finden.

  4. Ich finde, eine Nachricht wie diese sollte uns schon beunruhigen, gleichgültig um welche Tierart es sich dabei handelt. Wir sollten uns bewusst werden, dass dies bereits der Anfang vom Ende sein könnte. Schade nur, dass es nicht die sogenannten Klimaleugner sind, die zuerst aussterben, denn dann wäre vielleicht noch etwas zu retten!

** Links zu Bezugsquellen sind teilweise Affiliate-Links: Wenn ihr hier kauft, unterstützt ihr aktiv Utopia.de, denn wir erhalten dann einen kleinen Teil vom Verkaufserlös.