Riesenerfolg für Europäische Bürgerinitiative: 1,5 Millionen Menschen wollen Käfighaltung beenden

Bild: © Compassion in World Farming

Die Petition „End the Cage Age“ ist mit einem großartigen Ergebnis zu Ende gegangen: Statt der benötigten einen Million unterschrieben sogar über 1,5 Millionen Menschen die Europäische Bürgerinitiative gegen Käfighaltung für Nutztiere. Nun muss sich die Europäische Kommission damit beschäftigen.

Mit einer Europäischen Bürgerinitiative (EBI) können EU-Bürger die Europäische Kommission quasi dazu „zwingen“, sich mit einem bestimmten Thema zu befassen. Die Voraussetzung: In zwölf Monaten müssen eine Million Bürger aus mindestens sieben EU-Staaten die dazugehörige Petition unterschreiben.

Bis zum 11. September lief eine solche Bürgerinitiative mit dem Titel „End the Cage Age“ – „Beendet die Käfighaltung“. Hunderte Millionen Nutztiere in der europäischen Landwirtschaft leiden den Großteil ihres Lebens in Käfigen, heißt es in der Petition. Die Käfige sind oft so eng, dass die Tiere sich nicht einmal umdrehen können. Tageslicht sehen sie ihr ganzes Leben lang nicht. Die Europäische Bürgerinitiative will diese Zustände ändern: „Wir fordern die Europäische Kommission auf, diese unmenschliche Behandlung von Nutztieren zu beenden.“

Bürgerinitiative gegen Käfighaltung: Das sind die Forderungen

Hühner in industrieller Käfighaltung
Hühner in industrieller Käfighaltung (Foto: Gemeinfrei (ITamar K.))

Initiiert wurde die Kampagne von der internationalen Tierschutzorganisation Compassion in World Farming (CIWF). Mehr als 150 Organisationen aus der EU haben sich dafür in einem Bündnis zusammen geschlossen, darunter die deutschen NGOs Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Slow Food Deutschland, Vier Pfoten, Animal Equality, Provieh und das Deutsche Tierschutzbüro.

„Käfighaltung fügt jedes Jahr einer enormen Zahl von Nutztieren großes Leid zu. Käfighaltung ist grausam und unnötig, da eine tiergerechtere Haltung ohne Käfige rentabel möglich ist“, schreiben sie in ihrer Europäischen Bürgerinitiative.

Konkret fordert die Petition die Europäische Kommission dazu auf, „Rechtsvorschriften“ vorzuschlagen, die verschiedene Arten von Käfighaltung verbieten. Dazu zählen:

  • Käfige für Legehennen, Kaninchen, Junghennen, Masthähnchen, Legetiere, Wachteln, Enten und Gänse
  • Abferkelbuchten für Sauen
  • Kastenhaltung von Sauen
  • Einzelboxen für Kälber

1,5 Millionen Unterschriften: „Das kann die EU-Kommission nicht ignorieren.“

Nun haben rund 1,5 Millionen Menschen europaweit die Petition unterschrieben. Über ein Drittel aller Unterschriften (rund 500.000) soll aus Deutschland stammen. Die Anzahl der gesammelten Unterschriften muss allerdings noch im Rahmen eines offiziellen Prozesses auf ihre Gültigkeit geprüft werden.

„Als Teil des ‚End the Cage Age‘-Bündnisses haben wir Unglaubliches erreicht: Nie zuvor haben sich so viele Menschen für das Wohlergehen der landwirtschaftlich genutzten Tiere stark gemacht“, sagt Konstantinos Tsilimekis, Geschäftsleiter der Albert Schweitzer Stiftung. „Über 1,5 Millionen Europäerinnen und Europäer teilen unsere Ansicht, dass Käfighaltung eine Grausamkeit ist, die abgeschafft gehört. Das kann die EU-Kommission nicht ignorieren.“

Europäische Bürgerinitiative: Wie geht es weiter?

Nun werden zunächst die gesammelten Unterschriften geprüft. Anschließend wird die Bürgerinitiative der Europäischen Kommission vorgelegt. Die Kommission muss sich dann mit den Forderungen zur Abschaffung der Käfighaltung auseinandersetzen. Außerdem werden die Initiatoren der Petition zu einer öffentlichen Anhörung im Europäischen Parlament eingeladen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass automatisch das Verbot für Käfighaltung kommt. Auch wenn die Europäische Bürgerinitiative alle Kriterien erfüllt, hat die Europäische Kommission die Wahl: Sie kann die Vorschläge der Initiative annehmen, ändern oder aber nichts tun.

Zur Aktionsseite „End the Cage Age“

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