Ab sofort gibt es nur noch Fairtrade-Kaffee bei der Deutschen Bahn

Deutsche Bahn serviert ab April 2017 Fairtrade Kaffee
Foto: © Deutsche Bahn AG / Pablo Castganola

Seit dem 1. April bietet die Deutsche Bahn (DB) nur noch Fairtrade-zertifizierten Kaffee in ihren Fernverkehrszügen an: kein Aprilscherz, sondern ein wichtiger Schritt eines großen Unternehmens.

Wer lange mit der Bahn reist, der hat früher oder später Lust auf einen Kaffee – nicht umsonst gehört dieser zu den wichtigsten Produkten an Bord von ICE und IC: Letztes Jahr schenkten die DB-Mitarbeiter über zehn Millionen Tassen Kaffee aus.

Auch Schokolade und Tee werden fair

Seit April bietet die Deutsche Bahn in ihren ICE- und IC-Zügen nur noch Fairtrade-zertifizierten Kaffee an, auch Trinkschokolade und Tee sind laut DB auf fair gehandelte Rohstoffe umgestellt. Damit werde die DB, laut eigener Aussage, zu einem der größten gastronomischen Anbieter von fair gehandeltem Kaffee.

„Tausende von Kaffeebauern in Südamerika freuen sich darauf, dass Bahnreisende nun fairen Kaffee trinken. Die gesicherten kostendeckenden Preise und Prämien werden dringend benötigt, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen und soziale Gerechtigkeit zu fördern“, so Dieter Overath von der Lizenzorganisation Transfair.

Es bleibt das Becherproblem

Auch neu seit April: Wer den eigenen Mehrwegbecher mitbringt, erhält 20 Cent Preisnachlass auf Tee, Kaffee oder heiße Schokolade im DB-Bordbistro.

Fairtrade-Kaffees gibt es zu kaufen in Supermärkten, Bio- und Weltläden, beim Discounter und in Drogerien. Nicht nur die Deutsche Bahn ist umgestiegen: Mittlerweile bieten zahlreiche Cafés, Kaffeehausketten, Bäckereien und Hotels Fairtrade-Kaffee an. Beim neuen DB-Konkurrenten Locomore gibt es nicht nur fairen Kaffee im Bordbistro, das Essen im Bordbistro ist ausschließlich biologisch. Die Deutsche Bahn bietet zunehmend ebenfalls Gerichte mit Bio-Zutaten.

Deutsche Bahn serviert ab April 2017 Fairtrade Kaffee
Für den mitgebrachten Mehrwegbecher gibt es 20 Cent Rabatt. (Foto: © Deutsche Bahn AG / Pablo Castganola)

Wir finden: Die Umstellung der Deutschen Bahn auf Fairtrade-Kaffee ist ein wichtiger Schritt und ein positives Zeichen an andere große Kaffeeabnehmer. Wünschenswert wäre zudem ein Verbot oder zumindest ein geringerer Verbrauch von Wegwerfbechern im Bordbistro. Denn inwieweit der Preisnachlass Reisende motiviert, eigene Mehrwegbecher mitzubringen, bleibt abzuwarten.

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(3) Kommentare

  1. Bin überrascht, zumal meine aktive Bahnnutzung schon über 10 Jahre zurück liegt.

    Die Bahn stellt erst jetzt um? Wow, wie innovativ. Im Grund müsste ich enttäuscht sein, andererseits fiele ich so oder so aus der Zielgruppe, zuhause Tee (oder Kaffee) in eine 1 Liter Thermoskanne zu füllen ist wohl heute noch „uncool“, kann mich erinnern, dass Mitnahme Kaffee und – Essen an Bahnhöfen der Renner war. Renner, weil das lange Anstehen und die notgedrungene Eile zum einfahrenden Zug aus Anstehern Rennende gemacht hat, die Gesundheitskassen freut das natürlich, mehr Bewegung gehört gefördert.

  2. hallo Tufkar, du lebst offensichtlich in einer viel fortschrittlicheren Gegend.. leider ist die Bahn in meiner Realität damit durchaus noch Vorreiter, fairen Kaffee muss man hier mit der Lupe suchen… und findet ihn am ehesten in „einschlägigen“ (Bio/öko..) Betrieben, die also nicht den Mainstream ansprechen. (Sehen wir mal von Starbucks ab.)

  3. ich find’s super! wenn man viel bahn fährt, gönnt man sich doch auch mehr vom „gastronomischen angebot“. Und das finde ich, dafür dass es ein „rollendes Restaurant“ ist, schon garnicht schlecht. Klar gibt es noch verbesserungspotential, aber mit dem fairen kaffee & tee wurde nun ein entscheidender Anteil gehoben. Ein verbot von einwegbechern.. naja, so realistisch ist das nicht gerade. De facto kosten die Becher nun immerhin 20 ct, und das ist doch ein guter Anreiz. Ein bißchen Verantwortung darf die Kundschaft schon auch tragen. Da halte ich es für naheliegender, die Milch auf Biomilch umzustellen. Nun darf man aber erstmal gespannt sein, wie die Kundschaft den fairen Kaffee annimmt.

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