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Fairtrade Kaffee kaufen: So einfach findest du ihn überall!

Hier gibt's Fair-Trade-Kaffee
Foto: © Wolkenmaus - Fotolia.com

Fairtrade-Kaffee zu kaufen war nie leichter als heute. Utopia hat den Check gemacht und nennt vielfältige Einkaufsmöglichkeiten für guten Fairtrade-Kaffee.

Wer Fairtrade-Kaffee kaufen und genießen will, hat es nicht leicht: Es gibt inzwischen Hunderte von Sorten. Utopia rät, mindestens Bio-Kaffee zu kaufen, besser noch fair gehandelten Kaffee, am besten Kaffee, der sowohl Bio als auch Fair ist. Wer noch Gründe braucht: hier fünf davonSiegel und Zeichen weisen bei Kaffee darauf hin, ob er Bio ist und fair gehandelt wurde. Die Labels Fairtrade, Gepa fair+, Naturland fair sind aus Sicht der Utopia-Redaktion verlässlich und bei Fairtrade-Kaffee zugleich hinreichend gut verbreitet.

Das Fairtrade‐Siegel
Das Fairtrade‐Siegel (© TransFair e.V.)

Fairtrade: Das Fairtrade-Siegel kennzeichnet Waren aus fairem Handel. Es gilt als sehr vertrauenswürdig und ist zugleich das am weitesten verbreitete Kennzeichen für Fair-Trade-Kaffee. Kleinbauern erhalten einen garantiert kostendenkenden Preis für ihre Waren, auch wenn Weltmarktpreise schwanken. Eine zusätzliche Fairtrade-Prämie wird in gemeinschaftliche Projekte gesteckt. Bestimmte Pestizide sind verboten, ökologische Bewirtschaftung wird belohnt, man strebt langfristige Handelsbeziehungen an. Fairtrade-Kaffee gibt es inzwischen nahezu überall, auch beim Discounter, denn es gehört zu den Grundsätzen, den Produzenten den Zugang zu Märkten zu ermöglichen. Hinter dem Siegel steht in Deutschland der Verein TransFair, der wiederum von über 30 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, Kirche, Sozialarbeit, Verbraucherschutz, Genossenschaftswesen, Bildung, Politik und Umwelt getragen wird. Zuletzt waren 65 % der „Fairtrade“-Produkte gleichzeitig auch Bio.

Naturland Fair
Naturland Fair (© Naturland)

Naturland Fair: Das Siegel Naturland Fair kommt vom Bio-Anbauverband Naturland. Das bedeutet praktischerweise, dass 100% der Naturland-Fair-zertifizierten Produkte automatisch auch Bio sind. Das Label stellt ethisch wie ökologisch hohe Anforderungen an die gelabelten Produkte und geht auch neue Wege, etwa bei „fairer Milch“ aus der Region. Gerechte Bezahlung, keine Kinderarbeit, verlässliche Handelsbeziehungen, partnerschaftliche Preisfindung, regionaler Rohstoffbezug und Vorrang für Betriebsmittel und Rohstoffe aus der Region gehören zur den Kriterien. Kaffee mit dem Siegel Naturland Fair ist allerdings nicht weit verbreitet.

Fairtrade-Kaffee: Auch erkennbar am Gepa fair+ Zeichen
Gepa fair+ Zeichen (Zeichen © GEPA)

Gepa / Gepa fair+: Gepa ist kein Siegel, sondern der Name eines Fairhandelsunternehmens mit langer Tradition und zugleich eine Marke für dessen Produkte. Gepa richtet sich nach den Standards der Fairtrade International Labelling Organization (FLO) und ist Mitglied der World Fair Trade Organization (WFTO). Infolgedessen erfüllen Gepa-Produkte mindestens Fairtrade-Kriterien. Gemeinhin gelten das Gepa-Logo oder das abgebildete Zeichen Gepa fair+ vielen schon als Gütesiegel und als strenger als andere Hinweise. Das Produkt ist aber eben meist auch teurer. Die christlich geprägte Gepa versucht, den fairen Gedanken auch auf andere Bereiche auszuweiten (etwa Milch in der Schokolade) und arbeitet daran, eine Messung seiner CO2-Fußabdrücke vorzunehmen. Den Anteil Bio-zertifizierter Produkte gibt Gepa mit 75% an.

Andere vertrauenswürdige Siegel und Hinweise: Es gibt noch weitere interessante Anbieter, Siegel und Kennzeichnungen, die entweder eine nur geringe Verbreitung haben oder die für den Verbraucher nicht sichtbar werde. Rapunzel Hand in Hand kombiniert, ähnlich wie Naturland Fair, Fairhandels- mit Bio-Siegel, ist aber nicht besonders verbreitet und nur in Bio-Läden zu finden. El Puente ist ein vertrauenswürdiger Fairhandels-Importeur mit langer Tradition, allerdings ohne Siegel und meist nur in speziellen Weltläden (siehe unten) zu haben.

Schwache Siegel: Ein bei Kaffee nicht besonders verbreitetes Siegel ist Rainforest Alliance, mit dem zum Beispiel der Mac-Donalds-Kaffee zertifiziert ist. Es hat vor allem ökonomische Nachhaltigkeit im Auge –im Mai 2016 kritisierte Oxfam Rainforest Alliance in der Studie: „Süße Früchte, bittere Wahrheit“ (hier: RA-Stellungnahme). UTZ gilt als recht industrienahes, eher ökonomische Aspekte förderndes Siegel (typisch bei Discountern), was aber nicht bedeutet, dass es nichts bewirken würde: Auch geht es darum, dass Kaffeebauern von ihrer Arbeit leben können sollen – weil sie sonst nämlich keinen Kaffee mehr anbauen. Utopia hält diese Siegel aber für im Vergleich schwach.

Man darf es sich ohnehin nicht zu einfach machen und das eine einfach für „besser als das andere“ halten: Die verschiedenen Siegel und Zeichen stehen für unterschiedlich geprägte Methoden, einen faireren Handel herbeizuführen, und sie ermöglichen es uns Kunden, angepasst an unsere Möglichkeiten, fairer einzukaufen. Auch Stiftung Warentest hat die verschiedenen Nachhaltigkeitssiegel unter die Lupe genommen- mehr dazu: Welchem Siegel für Nachhaltigkeit kannst du trauen?

Hier sind die Möglichkeiten, fairen Kaffee einzukaufen:

Fairtrade-Kaffee im Discounter-Markt kaufen

Discounter wie Aldi und Lidl kaufen möglichst billig ein, um billige Preise bieten zu können. Folgen die Lieferanten dieser Niedrigpreislogik, widerspricht das eigentlich dem Grundgedanken des fairen Handels. Dennoch wissen auch die Discounter, dass Kunden heute mehr verlangen als die billigste Bohne. Fast alle haben daher inzwischen Kaffee im Angebot, der Bio und Fair ist. Beispiele:

  • Aldi Süd: One World Fairtrade Bio Caffé Crema (ganze Bohne). Bio, Fairtrade (Transfair), Preis: 9,49 Euro/kg.
  • Aldi Nord: Moreno Bio Caffè Crema (ganze Bohne). Bio, Fairtrade (Transfair), Preis: 9,89 Euro/kg.
  • Lidl: Fairglobe Transfair Bio Café del Mundo (gemahlen, auch als Pads). Bio, Fairtrade (Transfair), Preis: 5,49 Euro/500g (=10,98 Euro/kg).
  • Penny: Natur gut Hochlandkaffee (gemahlen). Bio, Fairtrade (Transfair), Preis: 5,49 Euro/500g (=10,98 Euro/kg).
  • Netto: Café Latina. Bio, Fairtrade (Transfair), Preis: ca. 10,49 Euro/kg.

    Günstiger Einstieg beim Fairtrade-Kaffee: Lidl, Rewe und Aldi-Sued bieten das Kilogramm ab 10 Euro
    Günstiger Einstieg beim Fairtrade-Kaffee: Lidl, Rewe und Aldi-Sued bieten das Kilogramm ab 10 Euro (Fotos: © Lidl, Rewe, Aldi)

Bio-Fairtrade-Kaffee im Supermarkt kaufen

Supermärkte fahren beim Fairtrade-Kaffee zweigleisig: Sie produzieren billige Eigenmarken, um mit Discountern zu konkurrieren, stellen aber auch teurere Markenprodukte ins Regal und meist auch Bio-Produkte. Für uns ergibt sich der Vorteil, dass man vielen Supermärkten sowohl bio-faire Eigenmarken als auch namhafte Anbieter wie Gepa finden kann. Beispiele für Eigenmarken:

  • Edeka: Edeka Bio Caffé Crema** (ganze Bohne). Bio, Fairtrade (Transfair), Preis: ca. 10,59 Euro/kg.
  • Rewe: Rewe Feine Welt Incahuasi Crema** (gemahlen oder Bohne). Bio, Fairtrade (Transfair), Preis: ca. 13,49 Euro/kg (Bohnen) bzw. 4,99 Euro/500g (gemahlen, 2 x 250g).
  • Real: Bio Röstkaffee (gemahlen oder Bohne, auch Pads). Bio, Fairtrade (Transfair), Preis: 5,49 Euro/500g (=10,98 Euro/kg).
  • Kaufland: K-BIO Kaffee (gemahlen). Bio, Fairtrade (Transfair), Preis: 4,79 Euro/ 500g (= 9,58 Euro/kg)

Darüber hinaus haben Rewe- und Edeka-Supermärkte auch andere Bio-Fair-Trade-Kaffeesorten im Sortiment, teils auch Gepa-Kaffee (abhängig von der Filiale).

Fairtrade-Kaffee in der Drogerie kaufen

Auch einige Drogerien führen Fairtrade-Kaffee im Sortiment:

  • Müller: BIO PRIMO Fairtrade Kaffeepads (18 Stück). Bio, Fairtrade (Transfair), Preis: 1,65 Euro/ 126g (= 1,31 Euro/ 100g)
  • Rossmann: enerBiO Bio Café de Perú (gemahlen). Bio, Fairtrade (Transfair), Preis: 5,29 Euro/ 500g (=10,58 Euro/ kg)

Fairer Kaffee im Coffee-Shop kaufen

Auch im Coffee-Shop kann man heute Fairtrade-Kaffee trinken:

  • Tchibo** verkauft zum einen die Rainforest-Alliance-zertifizierte Reihe „Privat Kaffee“, zum anderen gibt’s es die Tchibo Barista Caffè Crema und Espresso (ganze Bohne) mit Fairtrade-Siegel von Transfair, aber nicht bio. Preis: 13,99 Euro/kg.
  • Starbucks bietet schon seit mehreren Jahren fairen Kaffee an, für eine Coffee-Shop-Kette ist das keineswegs selbstverständlich. Welche Sorte genau das sind, entnimmt man diesem PDF. Eine Bio-Zertifizierung fehlt aber noch. Und natürlich ist hier der Coffee to go Becher ein Problem.
  • In den McCafés von McDonalds wird Kaffee ausgeschenkt, der von der Rainforest Alliance zertifiziert ist. Das gilt – nach eigener Angabe – aber nur für die Kaffeemischungen Espresso und Café Crema.
  • Auch in den Board-Restaurants der Deutschen Bahn – genauer gesagt im ICE und im IC – wird seit April 2017 nur noch fairer Kaffee ausgeschenkt. Auch Trinkschokolade und Tees tragen alle das Transfair-Siegel. Mehr Informationen: Ab sofort gibt es nur noch Fairtrade-Kaffee bei der Deutschen Bahn

Weitere gastronomische Betriebe mit Fairtrade-Produkten kann man über den Gastro- und Blumen-Finder von Fairtrade Deutschland finden.

Tchibo Barista Fairtrade-Kaffee: Die Barista-Linie für Vollautomaten gibt es ab 13 Euro/Kilo
Tchibo Barista Fairtrade-Kaffee: Die Barista-Linie für Vollautomaten gibt es ab 13 Euro/Kilo (Foto: © Tchibo)

Fairtrade-Kaffee im Biohandel kaufen

Bio ist nicht automatisch fair und umgekehrt, dennoch stehen sich die beiden Philosophien relativ nah. Daher findet man in Bioläden immer auch fairen Bio-Kaffee.

Fairtrade-Kaffee im Weltladen kaufen

Die Weltläden, früher auch „Dritte Welt Läden“, sind die eigentlichen Pioniere des fairen Handels und verkaufen schon seit über 40 Jahren faire Produkte und Fairtrade-Kaffee. Aus Konsumentensicht haben sie zwei Probleme: Es gibt nicht genug Weltläden und Produkte tragen nicht immer „Siegel“, obwohl sie fair gehandelt wurden. Doch letzteres liegt meist nur daran, dass diese Läden kleine Partner und direkte Handlesbeziehungen bevorzugen – prinzipiell ist alles im Weltladen auf irgendeine Weise fair gehandelt.

Fairer Kaffee von Coffee Circle
Coffee Circle: Berliner Startup mit direktem Kontakt zu den Kaffeebauern (Foto: © Coffee Circle)

Fairtrade-Kaffee im Online-Shop kaufen

Wer in seiner Stadt, regional, vor Ort nicht findet, was er haben will, kann für Fairtrade-Kaffee auch einen Online-Shop** bemühen.

  • Gepa: Die Gepa betreibt auf www.gepa-shop.de einen sehr soliden Shop, indem es jede Menge fair gehandelten Kaffee und anderes gibt. Nicht alle, aber die meisten Kaffeesorten dort sind auch Bio. Ein Klassiker ist der gemahlene Gepa Bio Café Organico (Bio, Gepa+) für 8,99 Euro/500g (=17,98Euro/kg). Der Gepa-Shop bietet neben Fairtrade-Kaffee auch Espresso und Pads.
  • El Puente: Das Unternehmen handelt schon sehr lange fair mit verschiedenen Waren und betreibt auch einen eigenen Shop mit Fairtrade-Kaffee.
  • Coffee Circle: Das Berliner Unternehmen ist ein Beispiel für Kaffee-Startups, die versuchen, biologischen angebauten Kaffee im direkten Kontakt zu den Kaffeebauern der Kooperativen fair zu handeln. Das Kaffee-Startup betreibt einen eigenen Shop auf www.coffeecircle.com.
  • Mount Hagen: Die zum traditionsreichen Kaffeehändler Wertform gehörende Marke ist überwiegend Fairtrade-zertifiziert und besitzt außerdem das Naturland-Biosiegel. Die Produkte gibt’s im Biohandel, den Fairtrade-Kaffee auch im eigenen Shop.

Fazit: Fairtrade-Kaffee trinken!

Wir schreiben selbstverständlich niemandem vor, welchen Kaffee er trinken oder dass er überhaupt Fairtrade-Kaffee trinken soll. Wer aber zu den bewussten Kaffeetrinkern gehört, also ohnehin nicht in erster Linie auf den Preis schaut, sollte auch einmal Bio- und Fairtrade-Kaffee kaufen und ausprobieren. Denn die sind sozialer, nachhaltiger und für alle Beteiligten auch gesünder – eben fairer für alle.

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(19) Kommentare

  1. Leider wird auch bei Utopia immer wieder „Fairtrade“ mit dem Fairen Handel (Fair Trade) gleichgesetzt. „Fairtrade“ ist der Name des Siegels, das von der Siegel-Organisation „Transfair“ vergeben wird. Es ist zweifellos am bekanntesten in der Szene. Daneben gibt es vor allem in den ca. 800 Weltläden in Deutschland Produkte (Lebensmittel und Kunsthandwerk) von Importeuren, die sich zu 100% auf Fairen Handel verpflichtet haben. Siehe auch Broschüre „100% fair“ des „Forum Fairer Handel“ ( http://www.forum-fairer-handel.de/fileadmin/user_upload/dateien/publikationen/materialien_des_ffh/2018_FFH_100-Prozent-Fair_Kompakt_Web.pdf )
    Wir im Weltladen Koblenz führen z.B. Kaffees von Gepa, El Puente, dwp und Kaffaland, alle fair gehandelt, meist bio- und naturland-fair zertifiziert. Die Weltläden und die vielen anderen Akteure des Fairen Handels würden sich freuen, wenn Utopia hier etwas genauer hinschauen und Fairtrade nur in Verbindung mit den damit gesiegelten Produkten verwenden und die vielen Fair gehandelten Produkte von dwp, el-puente und co. auch die entsprechende Beachtung finden würden.
    Heinz Bachschuster, Weltladen Koblenz

  2. Hallo Utopia-Team,
    Danke für diesen umfassenden Beitrag zum Thema Fairtrade-Kaffee kaufen. Ich würde gerne mehr Fair-Trade-Kaffee kaufen und konsumieren, jedoch ist mir wichtig, dass es, zwischen Hersteller/Kaffee-Bauer und mir, so wenig wie möglich Mitverdiener gibt. Diesbezüglich verwirrt mich der Artikel leider mehr, als er Klarheit schafft, da er suggeriert, dass ich einfach im Aldi „fairen“ Kaffee kaufen kann, also beim täglichen/wöchentlichen Einkauf fairen Kaffee einfach mitnehmen kann. Ich kann mir weder vorstellen, dass dies bei einem auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Konzern möglich ist, noch meinem Bestreben entspricht. Abschließend muss ich feststellen, dass man sich mit dem Kaffee, den man trinken möchte, sehr intensiv beschäftigen muss, um wirklich Bio und Fair zu handeln und zu genießen.

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