Child Labour Experiment: Video entlarvt die Doppelmoral der Modekonzerne

Screenshot: Fashion REvolution

Die Organisation Fashion Revolution hat ein aufschlussreiches Experiment durchgeführt: In den Lieferketten vieler Modekonzerne ist Kinderarbeit an der Tagesordnung – wie reagieren die Marken, wenn Kinder in Europa ihre Arbeitskraft anbieten? Das Ergebnis ist nicht überraschend, doch es verrät viel über die Doppelmoral der Branche.

Fashion Revolution setzt sich mit gezielten Aktionen – wie dem Fashion Revolution Day und dem Hashtag #whomademyclothes – für mehr Transparenz, Fairness und Nachhaltigkeit in der globalen Modebranche ein.

Das jetzt veröffentlichte, gut zweiminütige Video zeigt eindrucksvoll, wie die mangelnde Transparenz in der Modeindustrie zu einer Art Doppelmoral führt: Weil niemand so genau weiß, wo und wie die Kleider hergestellt werden, scheint man auch wenig über die Menschen dahinter nachzudenken – oder darüber, dass ihnen die selben Rechte zustehen wie uns.„Hast du dich schon einmal gefragt, wer deine Kleider gemacht hat? Gut möglich, dass es ein Kind war. Eines von Millionen, die für die Modeindustrie arbeiten. 16 Stunden am Tag. Unter erbärmlichen Bedingungen. Du kannst das entweder einfach akzeptieren. Oder du kannst etwas dagegen tun.“So beginnt das Video zum „Child Labour Experiment“ (deutsch: Kinderarbeitsexperiment). Kinder bieten daraufhin großen Modemarken an, für sie in zu arbeiten – für wenig Geld, den ganzen Tag über, ohne Pausen, eben so, wie es in vielen Textilfabriken üblich ist. Selbstverständlich werden sie abgelehnt. Doch das „Experiment“ zeigt deutlich, wie schizophren die Modebranche und die in Billiglohnländer ausgelagerte Produktion an sich ist.

Dem Appell des Videos kann man sich nur anschließen: „Modeindustrie: Kinder in der Ersten und der Dritten Welt sind nicht verschieden. Wir lehnen deine Doppelmoral ab. Und wir rufen alle auf, mitzumachen.“

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(2) Kommentare

  1. Danke für diesen Artikel.

    Das Experiment der Organisation Fashion Revolution zeigt sehr anschaulich, dass es gilt, über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken: um diese Doppelmoral zu entlarven.

  2. Interessante Idee, aber meiner Meinung nach die falsche Herangehensweise. Warum werden nur Angestellte befragt, die ohnehin keinen Einfluss auf die Verhaltensweise ihres Unternehmens in anderen Ländern haben – mit Ausnahme der Option Arbeitslosigkeit? Gut und schön ihr könnt natürlich das Gesicht vor Ort damit konfrontieren – Aufklärung ist ja was tolles. Aber worüber gibt uns dieser Ausschnitt Auskunft? Das Ergebnis ist in der Tat nicht überraschend, aber es wirkt wie gewollt. Hier werden Verkäufer vorgeführt, um auf ihre Kosten die Unternehmensspitzen zu kritisieren. Anstatt die „Modemarken“ oder wenigstens die Fillialleiter anzusprechen, die dann auch zur rechtlichen Situation in Deutschland Stellung nehmen könnten – schließlich ist Kinderarbeit in Deutschland bekannterweise verboten. Wie sollten die Angesprochenen also anders reagieren? Möglich, dass das „Experiment“ die angesprochenen Personen zum Umdenken bewegt hat, aber wird sich dadurch etwas ändern, außer dass sich die Arbeitsmoral von jemandem, der nicht kündigen kann, zwangsläufig verschlechtert? Und dann frag‘ ich mich, was habt ihr jetzt eigentlich dagegen getan Fashion Revolution? Vielleicht ist es ein Fehler, aber nach dem Ausschnitt suche ich nicht einmal nach einem längeren Teil dieses Experiments…