Trendsalz „Fleur de Sel“ mit Mikroplastik belastet

Meersalz / Fleur de Sel
Foto: CC0 PD / pixabay.de / delGana

Viele Konsumenten, vor allem Hobbyköche, schwören auf „Fleur de Sel“: Die teure Salzblume soll besonders gut schmecken und wird deshalb für viel Geld verkauft. Jetzt zeigt eine Untersuchung, dass im Fleur de Sel auch Mikroplastik steckt – mehr noch als in normalem Meersalz ohnehin schon.  

Die „Salzblume“ Fleur de Sel entsteht nur an heißen und windstillen Tagen. Sie bildet dann eine hauchdünne Schicht an der Oberfläche spezieller Gewässer. Diese Salzschicht wird in Handarbeit abgeschöpft und so gewonnen und verkauft. Und zwar für viel Geld an eine wachsende Zahl von Hobbyköchen und Feinschmeckern.

In einer Stichprobe hat das NDR-Verbrauchermagazin „Markt“ insgesamt fünf der meistverkauften Sorten aus Supermärkten und Feinkostläden im Labor auf Rückstände von Kunststoffen testen lassen. Es ist die erste Untersuchung dieser Art in Europa – und das Ergebnis sollte uns beunruhigen.

NDR Markt findet Mikroplastik in Fleur de Sel

In allen Proben lag der Mikroplastik-Gehalt zwischen 130 und 1800 Mikrogramm pro Kilogramm. In einem Fall war sogar mit bloßem Auge eine Kunststoff-Faser erkennbar, so das Verbrauchermagazin.

„Plastik im Salz ist eine Konsequenz aus der jahrzehntelangen, leichtfertigen Entsorgung von Kunststoff. Insgesamt hält diese Entwicklung der Gesellschaft den Spiegel vor“, sagt Barbara Scholz-Böttcher vom Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg. „Der Plastikmüll landet in einem sehr hochwertigen Produkt jetzt wieder auf dem Essteller.“

Mikroplastik im Essen: keine Grenzwerte

Für alles Mögliche gibt es Grenzwerte, die fraglich genug sind – für Mikroplastik gibt es nicht mal schwache. Weil der Verzehr von Mikroplastik derzeit noch nicht als schädlich gilt. Das könnte sich aber ändern, denn wir müssen davon ausgehen, dass mit dem Mikroplastik Schadstoffe in den menschlichen Körpern gelangen.

NDR „Markt“ zitiert hierzu Prof. Dr. Edmund Maser vom Institut für Toxikologie und Pharmakologie der Universität Kiel. „Mikroplastik kann sich mit Substanzen wie DDT, Dioxin, aber auch mit Schwermetallen anreichern und die Freisetzung dieser Stoffe im Körper beschleunigen“, so Maser. Am Ende leiden also nicht nur Meereslebewesen, der Schaden kommt mit einiger Wahrscheinlich auch beim Menschen an.

Auch im normalen Meersalz steckt schon Mikroplastik. Doch beim klassischen Meersalz, das durch eine andere Methode gewonnen wird, wurde in der Probe weniger Kunststoff gefunden als im teurer „Fleur de Sel“. Die Produzenten der Salze äußerten sich laut NDR Markt unterschiedlich zu den Recherchen. Die meisten von ihnen verweisen auf ihre Qualitätskontrollen oder halten das Mikroplastik für ungefährlich.

Die Sendung gibts online hier: www.ndr.de

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(1) Kommentar

  1. Überraschend ist diese Meldung nicht wirklich, wenn man die Bilder des herumschiwmmenden Plastiks im Meer sieht und überlegt, wie viele Pflegeprodukte täglich Mikroplastik in den Abfluss spülen… Wenn die Menschen das Meer weiterhin als Nahrungsquelle nutzen wollen, müssen sie auf lange Sicht dringend ihren Umgang mit Plastik ändern! Kurzfristig, frage ich mich jedoch, warum die Hersteller das Produkt so auf den Markt bringen (dürfen)? Wenn die Partikel doch so groß sind, dass man sie sogar mit bloßem Auge erkennen kann, dann bezweifle ich, dass man es vor dem Verkauf nicht entfernen kann indem man es z.B. absiebt.

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