Leider wahr: 9 Bilder über die miesen Ideale unserer Gesellschaft

Foto: Instagram, ©iconeo

Mit klugen Illustrationen macht der Künstler Steffen Kraft die Widersprüche unserer Welt sichtbar: Seine Bilder zeigen den oft erschreckenden Zustand unserer Gesellschaft – und wie selbstverständlich wir damit umgehen. 

Die Bilder von Steffen Kraft sind so einfach wie eindringlich. Eines zeigt ein Hochhaus, an zwei Fenstern steht jeweils eine Person. Beide blicken in die Ferne, sie verbindet eine Gedankenblase, in der geschrieben steht: „Ich bin so einsam“. Eine andere Illustration zeigt einen Geschäftsmann, der auf einer Parkbank sitzt. Neben ihm auf dem Boden hockt ein Bettler. Auch diese beiden Menschen verbindet ein Gedanke: „Ich wünschte, ich hätte mehr Geld“.

Hier die Bilder auf Instagram. Klicke auf die Pfeile im Bild, um weitere Illustrationen zu sehen:

Bilder, die wachrütteln

Mit seinen Bildern zeichnet der Kommunikationsdesigner eine Dystopie – und ist damit gar nicht so weit von der Realität entfernt. Er übt übt Kritik am Zustand unserer Gesellschaft. Seine Themen sind Natur- und Tierschutz, die Klimakrise, soziale Medien und neue Technologien – und wie die Gesellschaft damit umgeht. Die Illustrationen stimmen nachdenklich, rütteln wach und hinterlassen ein mindestens ungutes Gefühl.

Seine Kunst postet Kraft auf Instagram. Dort kommt sie gut an. Die Bilderserie, die auch die oben beschriebenen Illustrationen enthält, hat mehr als 77 Tausend Likes bekommen und knapp 800 Kommentare. „Die beste Kunst, die ich seit langem gesehen habe“, kommentiert jemand. „So wahr, alles davon“, schreibt eine andere Person. „Brilliant“ kommentiert ein weiterer Follower.

Mit Kunst auf Missstände aufmerksam machen

Steffen Kraft, der seine Illustrationen unter dem Künstlernamen Iconeo veröffentlicht, ist in Heidelberg geboren. „Zu einer Zeit, als es nur vier Fernsehprogramme gab und der Winter genug Schnee für ein Iglu bot“, schreibt er auf seiner Webseite. „Die spannendste Aufgabe heutzutage ist es wohl, aufmerksam in der Gegenwart zu leben“, heißt es dort weiter. Mit seiner Kunst könne er auf Missstände aufmerksam machen und Menschen dazu motivieren, bewusster zu leben und freundlicher miteinander umzugehen.

Wer die Drucke verschenken oder für sich selbst haben will, kann sie auf Etsy kaufen.

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(4) Kommentare

  1. Das Bild „jemand anderes wird helfen“ ist ganz treffend, aber welche Ideale das Mehrfamilienhaus-Bild mit den zwei einsamen Personen kritisieren möchte, erschließt sich mir nicht. Dass man keine Ansprüche haben darf, mit wem man sich trifft?
    Außerdem sind die wenigsten Leute wirklich einsam. Meist sind sie nur allein. Das ist aber nicht dasselbe.

  2. Hallo ebinobi,
    zwei Ideen für den Hintergrund des Mehrparteienhauses:
    – Die (eine) Lösung liegt manchmal viel näher/einfacher, als wir denken
    – Zu viel Individualität ist gegen unsere Natur, wir sind – bei aller Degeneration hin zum Narzismus – Lebewesen, die soziale Interaktion brauchen. Körperliche bzw. physische – kein sozial Media. BTW: Wie würden Narzisten ohne Bühne interagieren?

    Ich gebe mal zum Überlegen, ob Menschen einsam sein können, auch wenn sie nicht allein sind?

  3. Natürlich können Menschen auch einsam sein, wenn sie nicht allein sind! Einsamkeit ist eine Geisteshaltung.

    Klar brauchen wir soziale Interaktion. Aber das Ideal ist halt, das Maß dafür selber zu bestimmen. Recht sicher nehmen einige auf der Suche nach diesem richtigen Maß bereits Schaden, aber die Natur hat schon immer mit Versuch und Irrtum gearbeitet, und dabei Millionen von Exemplaren an Ausschuss produziert. Bei fast acht Milliarden Menschen kein Problem.
    Das Bild, über das wir hier reden, hat ja die ungeschriebene Botschaft „Geh einfach zu den anderen Wohnungen und sprich/interagiere (positiv) mit den anderen Einsamen! Dann hat sich Deine Einsamkeit erledigt.“
    Aber so einfach ist das eben nicht bzw. es ist recht weit am Thema vorbei.
    Der Mensch will nicht irgendwelche soziale (und physische) Interaktion, sondern solche mit seinesgleichen. Und wer zu seinesgleichen zählt, möchte er aussuchen. Wollte er schon immer.
    Und die soziale Interaktion mit denen, die er nicht auswählte, war schon immer eher negativ/tödlich.

    Was genau meinten Sie mit der näheren, einfacheren Idee Nr. 1?

  4. Die Überschrift des Artikels passt zudem gar nicht zu den Bildern, wie gleich das erste Bild mit dem Bettler und dem Businessman deutlich macht. Beide streben nach dem gleichen, weil es ihnen zu leben ermöglicht. Genauso geht’s weiter mit dem Bild „die anderen werden schon helfen“. Was hat das mit Idealen zu tun? Sich auf andere zu verlassen, ist kein Ideal, sondern allenfalls eine bequeme Ausweich-Haltung.