„Jaus’n Wrap“: die plastikfreie Alternative zur Frischhaltefolie

Jaus'n Wrap: Wachstuch statt Plastik
Foto: © Benedikt Wurth / Jaus'nwrap

Frischhaltefolie und Alufolie sind Einwegprodukte, die viel Müll verursachen. Jetzt gibt es eine neue, langlebige Alternative zu Frischhaltefolie: „Jaus’n Wrap“ ist ein Bienenwachstuch, das in Handarbeit in Österreich in hergestellt wird.

Genau wie bisher in Alu- oder Frischhaltefolie kann man Pausenbrote, angeschnittenes Gemüse, Obst, Käse, Essensreste und Brot ganz einfach in den Jaus’n Wrap einwickeln. Das Bienenwachstuch hält die Lebensmittel frisch und ist dabei immer wieder verwendbar.

Jaus’n Wrap: regional, Bio, Handarbeit

Hergestellt wird der Jaus’n Wrap in einem kleinen Familienbetrieb im Waldviertel in Niederösterreich. Jedes Teil wird dabei von Hand produziert.

Jaus'n Wrap: Wachstuch statt Alu- oder Frischhaltefolie
Wachstuch ist die perfekte Zero-Waste-Alternative zu Alu- oder Frischhaltefolie. (Foto: © Benedikt Wurth / Jaus'nwrap)

Die Basis der nachhaltigen Frischhaltefolie ist ein Baumwollstoff: Dieser ist naturbelassen, ungebleicht, ungefärbt und aus kontrolliert biologischem Anbau. „Für unsere Baumwolle arbeiten wir direkt mit einer kleinen deutschen Baumwollweberei zusammen“, sagt Firmengründer Benedikt Wurth im Gespräch mit Utopia. Der Stoff ist sogar nach dem derzeit strengsten Textilstandard IVN BEST zertifiziert.

Um wasser- und fettabweisende Jaus’n Wraps herzustellen, wird der Baumwollstoff mit Bienenwachs, Baumharz und Jojobaöl behandelt. „Bienenwachs und Baumharz wirken antibakteriell“, erklärt Wurth. Sie sorgen dafür, dass keine schädlichen Bakterien oder Keime am Tuch haften. „Entscheidend ist die richtige Kombination aus Wachs, Harz und Öl, damit der Stoff die richtige Textur hat.“ Die Tücher dürfen weder zu spröde, noch zu fettig sein – das haben Benedikt Wurth und seine Frau Rosa-Maria inzwischen perfektioniert.

Das verwendete Bienenwachs stammt von Bio-zertifizierten Imkern aus der unmittelbaren Umgebung der Jaus’n Wrap-Hersteller. Das Baumharz wird in der Umgebung von Wien von Schwarzkiefern (in Österreich: „Schwarzföhren“) gewonnen – eine traditionelle Handwerkskunst, die sogar von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe gelistet wird. „Wir freuen uns sehr über die Verwendung dieses besonderen Rohstoffs“, sagt Wurth.

Jaus'n Wrap: Wachstuch statt Plastikfolie
Jaus’n Wrap eignet sich zum Transport und zur Lagerung von allen möglichen Lebensmitteln. (Foto: © Benedikt Wurth / Jaus'nwrap)

Der einzige nicht-regionale Rohstoff ist das Jojobaöl, das nach Herstellerangaben die „Geschmeidigkeit“ des Jaus’n Wrap verbessert. Verwendet wird Jojobaöl in Bio-Qualität aus Israel.

Obwohl die verarbeiteten Rohstoffe Bio-zertifiziert sind, tragen die Jaus’n Wraps kein Siegel – weil es sich dabei „weder um ein Lebensmittel, Kosmetik oder ein Kleidungsstück handelt“, erklären die Wurths auf ihrer Website.

Alternative Frischhaltefolie: Jaus’n Wraps verwenden

Der Jaus’n Wrap funktioniert genau wie Frischhaltefolie: Als Hülle, die du um Pausenbrote (in Österreich „Jaus’n“ genannt), angeschnittenes Obst und Gemüse oder Käse wickelst oder auch über Schüsseln spannst. Auch um Brot frisch zu halten, eignet sich das Tuch sehr gut: ganz frisches Brot nur locker einwickeln, wenn es älter wird einfach etwas fester einpacken.

Tipp: Durch die Wärme deiner Hände werden die Wachstücher etwas weicher und haften besser. Theoretisch kann man im Jaus’n Wrap Lebensmittel auch einfrieren, es  wird bei Kälte nur etwas steifer. Zu heiß sollte das Tuch nicht werden, damit das Wachs nicht schmilzt. Die Hersteller raten daher, die Jaus’n Wraps nur zum Auffrischen, d.h. wenn sie nicht mehr so gut haften wie am Anfang, kurz unter heißes Wasser zu halten.

Jaus'n Wrap: Wachstuch – Brot einwickeln
Brot bleibt im Jaus’n Wrap länger frisch als in Plastik. (Foto: © Benedikt Wurth / Jaus'nwrap)

Nach dem Gebrauch kannst du die Wachstücher einfach mit kaltem Wasser abspülen oder abwischen, wieder zusammenfalten und bis zum nächsten Einsatz im Küchenschrank aufbewahren. Die Papphülle, in der sie geliefert werden, eigenet sich gut zum Aufbewahren der Tücher.

Laut Herstellerangaben hält ein Jaus’n Wrap bei halbwegs sorgsamer Behandlung bis zu zwei Jahre.

Nur für strikte Veganer sind die Jaus’n Wraps aufgrund des verwendeten Bienenwachses nichts. Nach eigenen Angaben experimentieren die Hersteller aber bereits mit rein pflanzlichen Wachsen.

Hier gibt es die Bienenwachstücher

Die Jaus’n Wraps gibt es in verschiedenen Größen: von Small (18 mal 18 Zentimter) bis Large (33 mal 33 Zentimeter), im Set und extra groß für Brote. Die einzelnen Tücher kosten zwischen 8 und 19 Euro, im Set 24 bzw. 26 Euro.

Kaufen kann man sie aktuell nur im eigenen Onlineshop. Die Hersteller sind allerdings bereits im Gespräch mit deutschen Onlinehändlern und hoffen zudem, dass ihre Jaus’n Wraps bald im stationären Einzelhandel erhältlich sein werden.

Eine Alternative gibt es bereits jetzt bei Avocado Store**.

Jaus'n Wrap Wachstuch - Heldenmarkt 2017
Jaus’n Wrap: unsere liebste Entdeckung auf dem Heldenmarkt 2017! (Foto: © Utopia)

Utopia meint: Eine wiederverwendbare Frischhaltefolie kann viel unnötigen Müll einsparen und ist darum eine großartige Idee. Jaus’n Wrap ist nicht der erste Hersteller von Bienenwachstüchern: Bee’s Wrap machte bereits vor zwei Jahren auf sich aufmerksam und ist heute in vielen Unverpackt-Läden erhältlich. Aber: Anders als Bee’s Wrap, das in den USA hergestellt wird, wird Jaus’n Wrap aus regionalen Bio-Rohstoffen in Österreich produziert. Kurze Transportwege, Bio-Materialien und Handarbeit – wir hoffen, dass Jaus’n Wrap bald in vielen Läden in Deutschland zu bekommen ist.

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(17) Kommentare

  1. Danke Dirk, das ist ja echt witzig.
    Das mit dem Bügeln soll man bei der Bienenwachs-Variante nicht brauchen.
    Aber ich kann mir vorstellen, daß man damit verhindert, daß es bricht und Risse kriegt.

  2. Hört sich nach einem gut durchdachten Produkt an. Aber ich finde es teuer und überflüssig. Regional ist die Baumwolle sicher auch nicht. 😉

    Wir kommen seit Jahren ohne Folie und auch ohne Wachstücher aus. Brot legen wir einfach in einen Kochtopf. Einfrieren, Aufbewahren und Mitnehmen geht mit Bügelgläsern.

    Und aufgeschnittene Avocados kann man einfach so in den Kühlschrank legen. 😉

    LG ~Anne
    http://www.grueneralltag.de

  3. Wir hatten den großen Jausen Wrap am Wochenende zum Bergwandern als Behälter für die geschmierten Brote dabei. Klappt wunderbar, hält frisch – und muß eben nachher kurz unter kaltem Wasser abgespült werden. Besser als durchweichtes Butterbrotpapier… Parmesan & Co. würde ich darin aber vermutlich nicht einwickeln…

  4. Baumwolle? Was für ein Schwachsinn.
    Wir sollten uns für die Legalisierung von Hanf einsetzen, das wäre wirklich mal nachhaltig. Wächst überall, braucht fast nichts und lässt sich für tausende Dinge verwenden.

  5. „Was für ein Schwachsinn.“
    Schlau wie Du bist, meinst Du also, es sei sinnvoller ein Material einzusetzen, das (noch) gar nicht verfügbar ist?
    Jetzt frag dich mal, wo der Schwachsinn tatsächlich steckt.

  6. Apropos Schwachsinn.
    Schon mal was von kostenlosen Papiertüten gehört, die man im Bioladen als Verpackung mitkriegt???
    Die kann man hinterher bequem zusammenknüllen und auf den Parkplatz schmeißen.
    Avocadoöl aus Israel? Tolle Wurst. Mit oder ohne Palästinenserblut?

  7. Aha, Veganer brauchen also keine befruchteten Blüten. Oder Du findest es ethisch allemal vertretbar, dass Imker die dazu erforderliche Arbeit mit den Bienen für Gotteslohn leisten.

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