Bienenwachs: Alles Wissenswerte zum Kerzen- und Kosmetik-Rohstoff

Bienenwachs Biene Bienenwabe
Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Womby

Bienenwachs ist ein beliebter Rohstoff, der unter anderem in Kosmetik und Kerzen zum Einsatz kommt. Wir verraten dir, wie Bienenwachs gewonnen wird und was du beim Kauf beachten solltest.

Bienenwachs: kostbarer Rohstoff

  • Bienenwachs wird aus den Waben von Honigbienen hergestellt. Die Arbeiterbienen eines Volkes produzieren das zähflüssige Material in Wachsdrüsen am Hinterleib. 
  • Die sechseckigen Wachswaben der Honigbienen haben große Bedeutung für das Bienenvolk. Sie dienen gleichzeitig als Aufzuchtstätte für den Nachwuchs, als Unterschlupf für die Nacht, sowie als Vorratskammer für ihren Honig
  • Für die Wachs-Produktion braucht eine Biene viel Energie. Für jedes abgesonderte Gramm Bienenwachs benötigt eine einzelne Biene zwischen vier und zehn Gramm Honig sowie ein Gramm Blütenstaub (Pollen). Aus diesem Grund ist Bienenwachs als Rohstoff sehr kostbar und relativ teuer im Verkauf. 

Bienenwachs für Kerzen, Kosmetika, Lebensmittel und Möbelpflege

Kerzen aus Bienenwachs.
Kerzen aus Bienenwachs.
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / schnullibiene)

Vor allem früher war Bienenwachs wichtig, um Kerzen herzustellen. Heute spielt Bienenwachs in der Kerzenherstellung nur eine unbedeutende Rolle. Dafür findet es in anderen Bereichen Verwendung:

  1. Bienenwachs in Kosmetika: Bienenwachs kommt heute besonders in Kosmetika und Pharmazeutika zum Einsatz. Es ist wichtiger Bestandteil von vielen Hautcremes, Salben oder Lippenstiften. Bienenwachs verleiht Cremes eine festere Konsistenz und hinterlässt einen angenehmen Duft. Es bildet einen leichten Schutzfilm, hat spendet Feuchtigkeit und schützt deie Haut. Bei juckender oder trockener Haut kann es Linderung schaffen. 
  2. Bienenwachs zur Herstellung von Kerzen: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Bienenwachs in der Kerzenherstellung zum Großteil durch Stearin und Paraffin ersetzt. Heute kannst du Bienenwachskerzen im Biomarkt oder Fachhandel finden – oder du ziehst sie einfach selbst. Ein Vorteil von Bienenwachskerzen ist die lange Brenndauer. Bienenwachs brennt heller als andere Wachsarten. Das Lichtspektrum der Flamme kommt dem der Sonne am nächsten. Bienenwachs ist ein rein natürliches Material, das deine Wohnung mit einem aromatischen Duft erfüllt.
  3. Bienenwachs in der Lebensmittelindustrie: Bienenwachs ist außerdem ein wichtiges Trennungsmittel in der Lebensmittelindustrie. Bei der Herstellung von Süßwaren wird es häufig als Überzugmittel verwendet. 
  4. Bienenwachs zur Möbelpflege: Feuchtigkeitsspendendes Bienenwachs kannst du außerdem zur Pflege deiner Holzmöbel verwenden. Poliere die Oberflächen mit dem Wachs und lasse es gut einziehen. Bienenwachs verleiht dem Holz einen schönen Glanz und schützt es vor Austrocknung und Nässe. Besonders gut wirkt das Wachs bei unbehandelten, oder frisch restaurierten Hölzern. 

Bienenwachs kaufen: worauf du achten solltest

Imker bei der Arbeit.
Imker bei der Arbeit.
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / mommyhen42)

Mit dem Kauf von reinem Bienenwachs, egal ob pur oder als Kerze, unterstützt du Imker bei ihrer Arbeit. Dies ist wichtig, da sie einen elementaren Beitrag zum Erhalt der bedrohten Honigbienen leisten. Achte jedoch darauf, wo du dein Wachs kaufst: Bienenwachs solltest du unbedingt in Bioqualität kaufen – und am besten auch regional. Nur so kannst du davon ausgehen, dass die Imker ihre Bienenvölker nicht ausbeuten und weder Wachs noch Honig in bedenklicher Massenproduktion herstellen. 

Bio-Wachs von industriellem Wachs unterscheiden

Du kannst Bio-Wachs recht einfach an Geruch und Farbe erkennen:

  • In Fabriken zur Massenproduktion wird das Bienenwachs unter sehr hohem Druck und starker Erhitzung aus den Waben geschleudert. Dabei gehen der charakteristische Honig-Duft und die gelbliche Farbe verloren.
  • Dem Wachs werden anschließend Farbstoffe und Duftöle beigemischt, um die Charakteristik von natürlichem Bienenwachs zu imitieren. 
  • Wenn du nun Bio-Bienenwachs mit industriellem Bienenwachs vergleichst, wird dir bei letzterem ein parfümartiger, synthetischer Duft auffallen. Bienenwachs aus Fabrikproduktion ist außerdem häufig mit einem unnatürlichen Glanz überzogen.

Wachskreislauf in Imkereien

Bienenvolk an verschlossenen Wachswaben.
Bienenvolk an verschlossenen Wachswaben.
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / Pexels)

Innerhalb von Imkereien herrscht ein eigener Wachskreislauf. Durch Bebrüten und Abnutzen nehmen die frischen, hellgelben Bienenwaben im Laufe der Zeit eine immer dunklere Farbe an.

  • Ein Imker sortiert in regelmäßigen Abständen diese alten und schließlich nicht mehr bewohnbaren Waben seiner Bienenvölker aus. Das hält den Bienenstock sauber, schafft Platz und schützt das Volk vor Krankheitserregern.
  • In freier Natur verlassen Bienen instinktiv ihre in die Jahre gekommenen Waben und beginnen an anderer Stelle, neue Bruthöhlen zu bauen. In Imkereien werden die aussortierten Altwaben eingeschmolzen und von Schmutzpartikeln gereinigt.
  • Durch das Erhitzen entsteht wieder reines Bienenwachs. Aus diesem neu gewonnenen Rohstoff kann der Imker neue Mittelwände zum Wabenbau für seinen Bienenstock angießen.
  • Alternativ kann er das gereinigte Wachs seines Volkes aber auch zur Weiterverarbeitung lagern oder verkaufen. 

Bienenwachs und Tierschutz

Honigbiene bei der Abgabe von Honig in die Wabe.
Honigbiene bei der Abgabe von Honig in die Wabe.
(Foto: CC0 Public Domain / Pixabay / ClaraMD)

Möchtest Du mehr für den Erhalt der Bienen tun? Viele Imkereien bieten mittlerweile Bienenpatenschaften an. Mit einem einmaligen oder regelmäßigen Beitrag kannst du eine Patenschaft für ein Bienenvolk übernehmen und sicherst so Bestand und Pflege dieser wertvollen Tiere. Informiere dich über Bienenpatenschaften in deiner Gegend, mittlerweile gibt es deutschlandweit ein gutes Angebot. Eine Bienenpatenschaft eignet sich übrigens auch wunderbar als Geschenk für Freunde und Familie!

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