Keine Förderung für vegane Produkte: Veganz verfasst offenen Brief

Veganz erhält keine Förderung für eine neue Produktionsstätte.
Foto: CCO Public Domain / Pixabay - AnnaER

Der Hersteller von veganen Lebensmitteln Veganz hat einen offenen Brief an den Bundesminister für Wirtschaft und Energie Peter Altmaier verfasst. Grund dafür ist eine verwehrte Förderung einer Produktionsstätte.

Es sollte die größte Produktionsstätte für pflanzliche Produkte in Europa werden. Um das Projekt zu realisieren, benötigen die Mitarbeiter:innen von Veganz eine Förderung. Die wurde ihnen allerdings nicht gegeben, weil pflanzliche Alternativen im Gegensatz zu tierischen Erzeugnissen nicht förderbar seien. In einem offenen Brief bittet der Vorstand um einen Ausnahmetatbestand.

Ganz konkret hatte sich Veganz um eine gewerbliche Förderung des Landes Brandenburg beworben. Am 01. März 2021 trat ein Koordinierungsrahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ in Kraft. Zusätzlich hatte sich Veganz um eine Förderung durch die Investitionsbank Land Brandenburg bemüht. Und erhielt die Absage:

„Die Verarbeitung und Vermarktung von Milch oder Milcherzeugnisse imitierenden oder substituierenden Erzeugnissen gemäß Artikel 3 Absatz 2 der Verordnung (EWG) Nr. 1898/87 des Rates (ABl. EG Nr. L 182 vom 3.7.1987, S. 36) ist ausgeschlossen“. Mündlich wurde Vertreter:innen von Veganz der Hinweis gegeben, dass der Wirtschaftsminister eine Ausnahmeregelung schaffen könne.

Wirtschaftswachstum und Klimaschutz müssen Hand in Hand gehen

Im offenen Brief an Peter Altmaier zeigt der Vorstand von Veganz fassungslos, dass er keine Förderung erhalten hat, denn: „Wirtschaftswachstum und Klimaschutz lassen sich nur durch konsequentes und kongruentes Verhalten erreichen“. Mit der Herstellung von veganen Produkten in dieser Produktionsstätte könnte das Unternehmen im Jahr 2026 bis zu 17,26 Millionen Tonnen CO2 sparen – im Vergleich zu den Produkten tierischer Landwirtschaft.

Lies dazu weiter: CO2-Fußabdruck: Die Fakten zum CO2-Footprint

Um den konkreten Umwelteinfluss der Veganz-Produkte in den Bereichen CO2, Wasser, Tierwohl und Entwaldung zu bestimmen, lässt das Unternehmen alle Produkte im Sortiment einer unabhängigen Produktlebenszyklusanalyse durch das Schweizer Institut Eaternity unterziehen.

Dass durch die verweigerte Förderung auch der enorme Hebel für den Umweltschutz der Bevölkerung verweigert wurde, ist ebenfalls ein Vorwurf des Veganz-Vorstandes. „Anhängige Investitionen wie eine energieeffiziente Produktion nach neuesten Standards und der Aufbau eines neuen regionalen Landwirtschaftsbetriebs für die Rohstoffproduktion entfallen damit ebenso“.

Veganismus ist keine Seltenheit mehr. Laut dem BMEL-Ernährungsreport 2021 ist der Umsatz für pflanzliche Produkte im Vergleich zum Vorjahr um 93 % gewachsen.

Die Forderung seitens Veganz lautet daher wie folgt:

  • Einen Ausnahmetatbestand für die Förderung der Produktionsstätte bereits heute.
  • Die Novellierung des Förderausschlusses im Rahmen des neuen Koordinierungsrahmens umzusetzen und den Weg freizumachen für weitere Investitionen im Bereich nachhaltiger Lebensmittel.
  • Weitere Barrieren zu beseitigen, die einem freien Wettbewerb zwischen Herstellern konventioneller Produkte und veganer Produkte im Wege stehen.

Utopia meint: Angesichts der voranschreitenden Klimakrise sollte die Produktion von pflanzlichen Lebensmitteln gefördert werden. Denn so können wir wertvolle Ressourcen sparen. Es ist daher absurd, dass Massentierhaltung subventioniert wird. Denn ein verringerter Konsum von tierischen Produkten leistet einen erheblichen Beitrag gegen Hunger auf der Welt und zum Klimaschutz.

Lies gerne dazu hier weiter: Vegane Ernährung: Vorteile, Regeln und was du beachten musst

Jedoch ist es mit der Produktion von allein pflanzlichen Lebensmitteln nicht getan. Bio, Fairtrade und die bewusste Wahl von Verpackungen tragen einen entscheidenden Beitrag für ein umweltfreundliches Produkt. Die Produkte von Veganz sind bereits zu 75 Prozent Bio-zertifiziert und die Innenfolie der Verpackungen ist kompostierbar. Das ist lobenswert – und natürlich hoffen wird, dass der Anteil an Bio-zertifizierten Produkten noch größer wird, die Produkte fair gehandelt werden und sich Veganz weiterhin anstrengt auf kompostierbare Verpackungen umzusteigen.

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