Kleber bei Öko-Test: So schneiden Uhu, Pritt und Tesa ab

Fotos: Ökotest; CC0 Public Domain / Unsplash - Brandi Redd

Wie gut ist Kleber zum Basteln wirklich? Öko-Test hat 20 Kleber mit der Auslobung „lösemittelfrei“ auf Problemstoffe getestet und kann viele von ihnen empfehlen. Von vier Flüssigklebern raten die Expert*innen jedoch ab.

Beim Kauf von Kleber achten viele Eltern darauf, dass er frei von Lösemitteln ist. Denn diese Stoffe halten den Kleber in der Verpackung flüssig, verdunsten jedoch bei der Anwendung und der Kleber wird dann hart. Problematisch dabei: Lösemittel können die Augen stark reizen oder zu Halskratzen und Unwohlsein führen. Besonders Kinder sollten daher nicht in den Kontakt mit lösemittelhaltigen Kleber kommen.

Auf den ersten Blick klingt lösemittelfreier Kleber nach einer guten Sache. Doch die Hersteller müssen zwangsläufig ein anderes Konservierungsmittel hinzufügen, damit der Kleber seine Konsistenz behält und vor Schimmel und Bakterien geschützt ist. Diese Konservierungsstoffe „können es aber ganz schön in sich haben“, schreibt Öko-Test. Das Verbraucher-Magazin hat in der Oktober-Ausgabe 2020 insgesamt 20 Klebstoffe getestet – von vier Klebern rät Öko-Test ab.

Kleber im Test: Jeder zweite Klebstoff ist „sehr gut“

Eltern haben auf der Suche nach einem guten Kleber eine große Auswahl: Von den 20 getesteten Klebstoffen haben die Hälfte mit der Bestnote „sehr gut“ abgeschnitten. Darunter befinden sich zum Beispiel:

  • Pritt Bastelkleber (Flüssigkleber)
  • UHU Stic (Klebestift)
  • Edeka Gut & Günstig (Klebestift)

Bei keinem der Testsieger hat Öko-Test bedenkliche Inhaltsstoffe gefunden oder andere Mängel festgestellt.

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Öko-Test: Kleber mit kritischen Konservierungsstoffen

Damit der Kleber lange haltbar ist, kommen verschiedene Konservierungsmittel zum Einsatz. Schon seit einiger Zeit stehen Verbindungen aus der Gruppe der Isothiazolinone in der Kritik. Besonders problematisch sind die beiden Stoffe Chlormethylisothiazolinon (CIT) und Methylisothiazolinon (MIT), da sie Haut und Augen stark reizen und Allergien auslösen können. Zuletzt kritisierte Öko-Test diese Stoffe in Wandfarbe.

Im Kleber-Test haben die Expert*innen im Labor solche Isothiazolinone in zwei Klebstoffen nachgewiesen. Im Rayher Bastelkleber kommt ein Gemisch aus gleich beiden Problemstoffen, CIT und MIT, zum Einsatz. „In Produkten, die in Kinderhände gelangen könnten, sind solche
Stoffe aus unserer Sicht fehl am Platz“, meint Öko-Test und kritisiert auch, dass die Hersteller auf der Verpackung nicht einmal vor der Haut- und Augen-reizenden Gefahr ihres Klebers warnen. Allerdings ist es rechtlich erlaubt, diese Stoffe im Kleber einzusetzen. Dass es auch besser geht, zeigen die vielen Testsieger ohne solche Problemstoffe.

Lösemittelfreie Kleber bei Öko-Test
Kleber dürfen in der Schultasche nicht fehlen – nicht alle lösemittelfreien Kleber bei Öko-Test schnitten jedoch gut ab. (Foto: CC0 Public Domain / Pexels - olia danilevich)

In zwei anderen Klebern hat Öko-Test eine Formaldehyd-Verbindung nachgewiesen. Sie kann die Schleimhäute reizen, Allergien auslösen und durch Einatmen sogar Krebs erzeugen, warnt Öko-Test. Es handele sich um „auffällige Gehalte“ an Formaldehyd, die aber noch innerhalb der rechtlich bindenden Grenzwerte liegen.

Da aber Kleber beim Basteln schnell auch einmal in Kontakt mit der Haut kommen kann, hat Formaldehyd in Kleber nichts verloren, findet Öko-Test. „Erst recht nicht, wenn damit zu rechnen ist, dass auch Kinder die Produkte in die Finger bekommen“. Betroffen ist unter anderem ein Kleber von Kaufland. Der Konzern hat das Produkt vorsorglich aus dem Verkauf genommen, allerdings aus einem anderen Grund: Es befindet sich aus unerklärbaren Gründen Methanol im Kleber.

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Kleber von Pritt und Tesa reizen Haut und Schleimhäute

Im Kleber von Tesa hat Öko-Test Caprolactam gefunden. Der Stoff gilt vor allem beim Einatmen als gesundheitsgefährdend und wurde schon im Kleber-Test 2019 kritisiert. Er kann die Haut und die Schleimhäute stark reizen und steckt in Klebern von Tesa und Pritt. Hersteller Tesa hat angegeben, dass Caprolactam zur Einstellung der klebtechnischen Eigenschaften verwendet wird, laut des Pritt-Herstellters vereinfache Caprolactam die Handhabung.

Ebenfalls bedenklich sind halogenorganische Verbindungen, wie sie in zwei weiteren Klebern nachgewiesen wurden. Diese Verbindungen können Allergien auslösen oder die Schleimhaut reizen. Außerdem reichern sie sich in der Umwelt an – mit bisher unbekannten Folgen.

Alle Details findest du in der Ausgabe 10/2020 von Öko-Test sowie online auf www.ökotest.de.

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