Kein Witz: Kühe sollen dank VR-Brillen mehr Milch geben

Foto: Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung der Region Moskau

Ein Betrieb in der Nähe von Moskau lässt seine Kühe seit kurzem Virtual-Reality-Brillen tragen – um die Milchproduktion anzuregen. Die Brille wurde speziell für Kühe entwickelt und zeigt den Tieren ein Sommerfeld.

Es ist ein merkwürdiges Bild: Eine Kuh mit einem schwarzen, futuristisch aussehenden Kasten vor den Augen, die offenbar vor einem großen Stall steht. Das Bild stammt von der RusMoko Farm in der Nähe von Moskau. Die Farm testet aktuell, ob sich mit Virtual-Reality-Brillen (VR-Brillen) die Milchproduktion verbessern lässt.

Das „Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung der Region Moskau“ erklärt den Hintergrund: Studien hätten gezeigt, dass Kühe in einer positiven, ruhigen Atmosphäre mehr Milch produzieren und sich sogar die Milchqualität verbessern könne. In Vororten von Moskau würden Betriebe deswegen bereits klassische Musik spielen.

Die VR-Brille wurde an Kuhköpfe angepasst

Die Idee, Kühe mit VR-Brillen auszustatten, ist allerdings neu. Die Hersteller haben sich unter anderem von Tierärzten beraten lassen und die Brille an den größeren Kuhkopf angepasst. Außerdem spielten Überlegungen zum Sehvermögen von Kühen eine Rolle – die Tiere sehen etwa Rottöne besser als Gün- und Blautöne.

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Kuh mit VR-Brille. (Foto: Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung der Region Moskau)

Kühe, die eine VR-Brille tragen, sehen ein Sommerfeld. Wieso die Entwickler dieses Bild ausgewählt haben, schreibt das Ministerium allerdings nicht. Unklar ist außerdem, wo die Kühe stehen, wenn sie diese Bilder sehen – und ob sie sich frei bewegen können.

Lieber bessere Haltungsbedingungen für Kühe statt VR-Brille

Bislang ist die Farm mit den Brillen offenbar zufrieden. Während der ersten Tests ließ sich ein „Rückgang der Angstzustände“ feststellen, schreibt das Ministerium. Außerdem sei die allgemeine emotionale Stimmung der Herde angestiegen. Künftige Untersuchungen sollen prüfen, ob sich auch die Milchqualität und Menge verändert. Falls die Ergebnisse positiv sind, könnten bald noch mehr Kühe VR-Brillen tragen.

Utopia meint: Anbindehaltung, Trennung von den Kälbern und sterile Massenfabriken: Es ist ja erfreulich, wenn Betriebe sich Gedanken machen, wie sie das Leben der Kühe angenehmer gestalten können. Die Betreiber der RusMoko-Farm haben aber dabei aber offenbar selbst den Bezug zur Realität verloren. Sie setzen den Kühen eine Brille auf und lassen sie in einer Scheinwelt leben – anstatt die Haltungsbedingungen zu verbessern. Hoffentlich setzt sich das System nicht durch.

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(4) Kommentare

  1. Lustig sieht’s ja aus, aber ich frage mich echt, wo das alles noch hinführen soll….
    Sind das die sonderbaren letzten Zuckungen einer untergehenden Gesellschaft?
    Mit Hilfe von virtueller Realität über die irrsinnigen realen Entwicklungen hinwegzutäuschen?

  2. Es ist ein Zeichen eines weltweit zunehmenden Transhumanismus.
    Wenn das Bewusstsein für das technisch machbare zunimmt, nimmt das Herzgefühl ab.
    Wenn die Menschen selbst von Kindesbeinen auf die virtuelle Realität programmiert werden, lassen Mitgefühl um Empathie deutlich nach.

    Ich sehe es auch als den Anfang vom Ende einer menschlichen Gesellschaft.

    Gier und Unterdrückung nehmen ungeahnte Ausmaße an.

    Rette sich, (wer kann?)

  3. Wenn ich denke der von mir erlebte Wahnsinn lässt sich nicht mehr überbieten, brauche ich nur die neuesten “UTOPIA-Nachrichten” lesen.

    Als nächstes wird dann vermutlich die virtuelle Realität in die Schweinezuchthochhäuser der Welt kommen.
    Es könnte damit getestet werden, ob das Fleisch besser schmeckt und vielleicht könnte man auf Antidepressiva und diverse andere Medikamente verzichten oder dessen Gebrauch drastisch einschränken.

    Nebenbei könnten die Tiere dann sehen, wie ihr Leben auch sein könnte.

    Großangelegte Menschenversuche haben bekanntlich schon damit stattgefunden.

    Also bitte, das soll kein Witz sein, verkneifen sie sich doch ihr Lachen.

  4. ja, das sind die letzten zuckungen des systems.

    die neue digitalisierungwelle wird nicht ökologisch. im gegenteil: sie wird den kollaps der natur beschleunigen …