Pflanzenmilch als Milchersatz: Die besten pflanzlichen Alternativen zu Kuhmilch

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Vieles spricht für pflanzlichen Milchersatz. Utopia stellt die besten pflanzlichen Alternativen zu Milch vor: Hafermilch, Mandelmilch, Sojamilch, Getreidemilch … Außerdem zeigen wir dir, welche Pflanzendrinks für Kaffee, Müsli oder zum Kochen taugen.

Im Beitrag 5 Argumente gegen Milch sprechen wir schwere Fragen an: Ist Kuhmilch eher ungesund als gesund? Ist sie ethisch vertretbar? Wieso „brauchen“ wir angeblich Kuhmilch, wenn in Wirklichkeit ein Großteil der Weltbevölkerung lak­to­se­in­to­le­rant ist?

Milch zu kaufen ist nur noch für wenige eine Selbstverständlichkeit, über die man mal nachdenken kann. Doch jeder kann auch einfach mal anfangen, eine der pflanzlichen Milch-Alternativen auszuprobieren. Denn es gibt viel mehr als nur eine!

Hafer-Pflanzenmilch: regionaler Milchersatz

Hafermilch
Hafermilch vom Hofgut Storzeln

Manchem gilt heute Hafermilch als bester Milchersatz, sowohl geschmacklich als auch aus nachhaltiger Sicht. Im konventionellen Supermarkt gibt es Hafermilch noch nicht immer, in Bioläden, Biosupermärkten und Reformhäusern findest du eine große Auswahl (etwa Alnatura, Provamel, Natumi, dm Bio, Hofgut Stoerzeln). Seltener als Hafermilch findet man auch Dinkelmilch und Hirsemilch.

Hafermilch empfiehlt sich als Milchersatz, weil sie keine Laktose, kein Milcheiweiß und keine Sojabestandteile enthält. Allerdings enthält Hafermilch Gluten (eine glutenfreie Variante in der Pfandflasche gibt es von Voelkl) und ist auch ziemlich kalorienhaltig (allerdings weniger als Kuhmilch). Zugleich ist Hafermilch als Milchalternative ziemlich arm an Nährstoffen und Proteinen.

Für Hafermilch spricht seine gute Ökobilanz. Der Anbau kommt meist ohne Herbizide aus, es gibt viel Hafer aus Bio-Anbau. Hafer kann bei uns zudem aus regionalem Anbau kommen – ob das im einzelnen immer der Fall ist, muss man bei jedem Produkt natürlich selbst prüfen. Der Haferdrink von Hofgut Storzeln (s. Bild) kommt zum Beispiel vom Bodensee. Bei Ökotest erhielten viele Hafermilchprodukte ein „sehr gut“.

Geschmack: Bei der Herstellung wird Getreidestärke in Zucker umgewandelt – darum schmeckt Getreidemilch auch ungezuckert leicht süßlich. Hafermilch, Dinkel- und Hirsedrinks eignen sich als Kuhmilch-Ersatz zum Kochen und Backen. Ihre Süße macht sich außerdem gut im Müsli – genau wie Reismilch. Hafermilch schmeckt im Kaffee zwar etwas getreidig, aber eigentlich sehr angenehm.

Worauf achten? Achte bei Hafermilch auf das EU-Bio-Siegel, besser noch Siegel namhafter Bio-Anbauverbände wie z.B. Bioland. Achte auf Angaben zur regionalen Herkunft, idealerweise Deutschland oder wenigstens EU. Viele Hersteller setzen Getreidemilch Calcium oder andere Inhaltsstoffe zu, auch hier signalisiert das Bio-Siegel, dass die Zusätze im vernünftigen Rahmen bleiben.

Beispiele:

  • Oatly Bio Haferdrink (erhältlich** bei Rewe)
  • Allos Hafer Drink Naturell Bio (erhältlich** bei vekoop)
  • Provamel Haferdrink ohne Zucker Bio (erhältlich** bei vekoop)

Preis: ca. 1 bis 3 Euro pro Liter
Mehr Infos: Alles über Hafermilch – Hafermilch selber machen: einfaches Rezept

Alles über Hafermilch als Milchersatz

Mandelmilch: die geschmackvolle Milchalternative

Milchersatz: Mandelmilch
Milchersatz: Mandelmilch (Foto: © Provamel)

Mandelmilch ist in den USA längst Trend, auch bei uns ist sie als Milchersatz schon fast so populär wie Sojamilch. Zu kaufen gibt es Mandelmilch in den meisten Bioläden und Reformhäusern. Seltener gibt es auch andere Milch-Alternativen aus Nüssen, zum Beispiel Haselnussmilch oder Cashewmilch.

Mandelmilch enthält im Vergleich zu Kuh- und Getreidemilch nur sehr wenig Eiweiß und auch kaum Calcium. Dafür bietet Mandelmilch reichlich Spurenelemente, Vitamine und relativ wenig Fett.

Zusammengenommen sind Mandeldrinks eine durchaus gesunde Milchalternative. Im Vergleich dazu ist Haselnussmilch fett, nämlich ebenso fett wie Kuhmilch.

Geschmack: Mandelmilch gilt als hervorragender Milchersatz beim Backen. Das leicht nussige Aroma bereichert je nach Geschmack auch jedes Müsli. Im Kaffee neigt Mandelmilch zur flockigen Konsistenz, wir raten eher ab. Haselnussdrinks sind vielleicht mehr eine Alternative zu Kakao als zu Milch: Sie schmeckt pur schön nussig, ist dafür aber längst nicht so zuckrig (außer mit Zuckerzusatz).

Worauf achten? Besonders nachhaltig ist Mandelmilch nicht: Mandeln brauchen viel Wasser, die Anbaugebiete liegen in trockenen Regionen, die Transportwege sind meist lang und die Herkunft der Mandeln (Kalifornien oder Italien) ist bei verarbeiteten Produkten nicht mehr zu erkennen. Betrachte es als Lebensmittel, nicht als Getränk. Achte unbedingt auf Bio-Produkte, etwa von Alnatura, dm Bio, Provamel. Vorsicht: Nuss- und Mandelmilch wird manchmal Zucker zugesetzt!

Inzwischen gibt es viele Produkte auf Mandelbasis, neu zum Beispiel veganen Mozzarella namens Mondarella. Und: Du kannst Mandelmilch selber machen.

Beispiele:

  • Provamel Mandel Drink ungesüßt Bio (erhältlich** bei vekoop)
  • Soyatoo Milli Mandel-Drink Bio (erhältlich** bei vekoop)
  • Allos Mandel Drink Bio (erhältlich** bei vekoop)

Preis: ca. 2,50 Euro pro Liter Mandelmilch oder Haselnussmilch
Mehr Infos: Alles über Mandelmilch

Alles über Mandelmilch als Milchersatz

Sojamilch: der klassische Milchersatz

Milchersatz: Sojamilch
Bio-Sojamilch von Alnatura (Foto: © Alnatura)

Sojamilch ist die bekannteste Milch-Alternative, aber auch eine sehr umstrittene. In Bio-Läden und Reformhäusern gibt es Sojadrinks bei uns schon seit vielen Jahren, inzwischen findet man Sojamilch auch in jedem Supermarkt und in Drogeriemärkten. Sie dienen vielen, die vegan leben wollen, als Eiweiß-Lieferant.

Sojadrinks enthalten gesunde Stoffe wie Folsäure und pflanzliche Proteine – und kein Cholesterin. Allerdings ist der Gehalt an Calcium geringer als bei Kuhmilch, darum bieten die meisten Hersteller inzwischen Sojamilch mit zugesetztem Calcium an. Strittig sind „Isoflavone“- pflanzliche Hormone, die dem weiblichen Sexualhormon Östrogen ähneln. In Asien glaubt man, dass sie vor Krebs schützen und gegen Beschwerden in den Wechseljahren helfen. Hierzulande spricht man vorsorglich von einer „unklaren Wirkung“ und das Bundesinstitut für Risikoforschung rät, Säuglingen und Kleinkindern keine Sojamilch zu geben. Mehr im Beitrag Sojamilch und Kuhmilch im Vergleich – was ist gesund?

Geschmack: An Sojamilch pur scheiden sich die Geister. Die einen schätzen den getreidigen, teils auch nussigen Geschmack, den anderen schmeckt Sojamilch zu penetrant nach Bohnen. Häufig gelobt wird Sojamilch als Ersatz im Kaffee – auch weil man sie gut aufschäumen kann. Viele Hersteller haben süße Sojadrinks in den Geschmacksrichtungen Vanille und Kakao im Programm. Es gibt auch Soja-Joghurt.

Worauf achten? Etwa die Hälfte des weltweit produzierten Sojas stammt aus Südamerika. Vor allem in Brasilien und Argentinien werden riesige Flächen Regenwald abgeholzt, um Platz für die Sojaproduktion zu schaffen. Wir empfehlen deshalb nur Sojamilch mit Soja aus Europa. Das Bio-Siegel schützt zudem vor Gentechnik.

Beispiele:

  • Natumi Soja Drink Bio (erhältlich** bei purenature)
  • Provamel Sojadrink Calcium Bio (erhältlich** bei alles-vegetarisch)
  • Soyatoo Milli Natural Sojakeim-Drink Bio (erhältlich** bei vekoop)

Preis: ca. 1 Euro pro Liter Sojamilch
Mehr Infos: Alles über SojamilchKuh- und Sojamilch im Vergleich

Alles über Sojamilch als Milchersatz

Pflanzenmilch aus Getreide

Noch eine Alternative zu Kuhmilch: Getreidemilch und Getreidedrinks. Die werden aus klassischen Getreidesorten wie Dinkel, Hafer (siehe oben), Roggen zubereitet und eignen sich vor allem für Milchallergiker. Selten kommt sie tatsächlich als „Getreidemilch“ bzw. „Getreidedrink“ daher, meist ist sie eben Hafermilch oder Dinkelmilch.

Je nach Sorte ist Getreidemilch kein glutenfreies Lebensmittel. Die Nährstoffe sind okay, Proteine kaum enthalten  – der Name klingt gesünder, als es ist. Ökologisch hat diese Milchalternative aber den Vorteil, das sie vergleichsweise regional produziert werden kann. Diesen Milchersatz gibt es in besseren Supermärkten, in Reformhäusern und in Bioläden.

Geschmack: Zu Müsli passt Kuhmilch-Ersatz aus Getreide naturgemäß besonders gut. Auch in Kaffee und Tee schmecken Getreidemilchsorten meist gut, sofern man eben den getreidigen Geschmack mag. Für Milchschaum braucht man spezielle Sorten wie Oatly oder Dinkelmilch.

Worauf achten? Achte auf Bio-Anbau und eine möglichst regionale Herkunft und studiere die Lebensmittel-Zutatenliste, denn hier wird zuweilen etwas viel Zucker oder anderes hinzugefügt.

Beispiele:

  • Natumi Dinkel Drink (erhältlich** bei purenature)
  • Allos Reis Dinkel Mandel Drink Bio (erhältlich** bei vekoop)

Preis: ca. 1 bis 3 Euro pro Liter
Mehr Infos: Alles über Getreidemilch

Alles über Getreidemilch als Milchersatz

Hanfmilch: als Milchalternative ein Geheimtipp

Hanfmilch von der österreichischen Firma Frenkenberger
Hanfmilch von der österreichischen Firma Frenkenberger

Hanfmilch, das verheisst irgendwie psychoaktive Bewusstseinserweiterungen. Doch viele, die sich das erhofft haben, wurden enttäuscht: Hanfmilch wird aus Hanfsamen hergestellt, nicht aber aus den Blüten oder Blättern der Hanfpflanze, daher gibt’s hier keinen Milchrausch. In Großbritannien ist Hanfmilch weit verbreitet, bei uns ist die Milch-Alternative noch nicht sonderlich bekannt. Zu kaufen gibt es sie in manchen Bio-Läden und Reformhäusern sowie teilweise in Supermarkt-Filialen. Sie ist allerdings ziemlich teuer.

Hanfmilch enthält kaum ungesundes Fett, dafür wertvolle Omega3- Fettsäuren und pflanzliches Protein. Bio ist EcoMil, ein Hanfdrink aus Spanien, den es zum Beispiel bei Alnatura oder im Onlineshop von Veganz gibt. Nicht-Bio sind „Frenkenberger Hanfprodukte“, die keinerlei Zusatzstoffe verwenden und im Glas kommen, und „Good Hemp“ im Tetrapack.

Geschmack: Im Kaffee schmeckt Hanfmilch fast wie fettarme Kuhmilch. Man kann sie auch gut pur trinken, dann kommt ein leicht nussiges Aroma durch.

Worauf achten? Das Angebot ist derzeit noch sehr klein. Solltest du eine Auswahl vorfinden, achte auf Bio-Anbau und eine möglichst regionale Herkunft.

Beispiele:

  • EcoMil Hanfdrink ohne Zuckerzusatz (erhältlich** bei Purenature)
  • Good Hemp Milk

Preis: ca. 3 bis 6 Euro pro Liter Hanfmilch

Mehr Infos: Alles über Hanfmilch

Alles über Hanfmilch als Milchersatz

Reismilch: als Alternative zu Milch eher mau

Eigentlich ist auch Reismilch eine Getreidemilch, weil sie aber zu den beliebtesten und am weitesten verbreitetsten pflanzlicher Milchersatz-Drinks gehört, führen wir sie hier gesondert auf.

Reismilch ist reich an Kalorien und arm an Nährstoffen. Das macht sie nicht gerade zu einem empfehlenswerten Ersatz für Milch. Immerhin ist sie laktosefrei, milcheiweißfrei und auch glutenfrei, daher eignet sich Reismilch als Milchalternative vor allem für Allergiker.

Geschmack: Reismilch ist eine ziemlich dünne Milch, optisch nicht sonderlich schön, geschmacklich eher neutral mit einer süßlichen Note. Wegen der eignet sich Reismilch als Milchersatz für Süßspeisen aller Art, vom Grießbrei bis zum Kuchen. Für Kaffee empfehlen wir Reismilch eher nicht.

Worauf achten? Auch bei Reismilch unbedingt auf Bio-Erzeugung achten. Bei kleinen Kindern sollte man auf Reismilch verzichten (siehe BfR über Reisprodukte)

Beispiele:

  • Allos Reis Drink Naturell Bio
  • Provamel Reisdrink Bio (erhältlich** bei alles-vegetarisch)
  • Berief Bio Reis-Drink Natur

Preis: ca. 2 Euro pro Liter Reismilch
Mehr Infos: Alles über Reismilch

Alles über Reismilch als Milchersatz

Lupinenmilch: der Milchersatz der Zukunft?

Lupinenmilch Lupinendrink Made With Luve
(Foto © Prolupin / Made with Luve)

Süßlupinen sind einer der Hoffnungsträger der pflanzlichen Ernährung. Sie können regional, also in Europa oder Deutschland angebaut werden. Sie enthalten viel Protein, sogar mehr als Sojabohnen. Lupinen werden daher bereits für pflanzliche Fleischersatzprodukte verwendet. Lies dazu den Beitrag Produkte aus Lupine: So vielseitig ist die regionale Soja-Alternative.

Doch auch als pflanzlicher Milchersatz kann die Lupine dienen: Die Hülsenfrüchte werden dazu getrocknet, eingeweicht, gemahlen und der Brei ausgepresst. Lupinenmilch wäre geradezu ideal, denn sie enthält weder Gluten, noch Laktose, Milcheiweiß oder Sojaproteine. Zugleich kann Lupinenmilch Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Calcium und Eisen enthalten.

Allerdings gibt es derzeit kaum Hersteller von Lupinenmilch. Uns bekannt sind nur der Made with Luve Lupinendrink, der allerdings nur einen Lupinenanteil von 2,3 Prozent hat, und der Süßlupinen-Drink Milli! Lupine der Marke Soyatoo! (Bio) mit immerhin 10 Prozent Lupinensamen.

Geschmack: Nicht wie Milch, aber relativ geschmacksneutral.

Worauf achten? Das Angebot ist derzeit zu klein, um eine echte Wahl zu haben. Solltest du eine Auswahl vorfinden, achte auf eine möglichst regionale Herkunft und möglichst wenig Inhaltsstoffe, die über das Notwendige hinausgehen. Der Made With Luve Lupinendrink ist gezuckert. Der Milli! Lupinendrink gefällt uns wegen des EU-Bio-Siegels und einer kürzeren Zutatenliste besser.

Beispiele:

  • Made with Luve Lupinen Drink Natur (erhältlich** bei alles-vegetarisch)
  • Soyatoo Milli Lupinen Drink (erhältlich** bei Vekoop)

Preis: ca. 2,50 bis 3,00 Euro pro Liter Lupinenmilch
Mehr Infos: Alles über Lupinenmilch

Alles über Lupinenmilch als Milchersatz

Erbsenmilch: hippe Alternative

Der vegane Milchersatz aus Erbsen (die übrigens gelb sind, nicht grün) ist in der Regel laktose-, gluten-, soja-, nuss- und gentechnikfrei und enthält keinerlei Milcheiweiß. 2016 startete das US-Startup Ripple Fods den Trend, seit April 2019 gibt es die Erbsenmilch auch auf den deutschen Markt.

Die Milchalternative aus Erbsen ist je nach Anbieter meist in verschiedenen Sorten zu haben, gesüßt und ungesüßt, teils auch aromatisiert (z.B. Kakao, Vanille, Kaffee von „Princess and the Pea“) oder für spezielle Zwecke (Barista Edition von „Happea“ oder „Vly“). Vly kannst du online z.B. bei Rewe kaufen**.

Geschmack: Wir haben „Princess and the Pea“ probiert und finden die Erbsenmilch etwas dickflüssig, eher wie ein Milchshake. Die einen mochten den pflanzlichen Milchersatz sehr, andere weniger – einfach mal ausprobieren, es ist ganz was anderes als zum Beispiel Hafermilch. Details im Beitrag Erbsenmilch: Anleitung und Wissenswertes zum Milchersatz.

Worauf achten? Für Erbsenmilch spricht, dass man kein Produkt aus Massentierhaltung mit Tierquälerei zu sich nimmt. Zudem können die Erbsen für die Pflanzenmilch in Europa angebaut werden. Allerdings ist Erbsenmilch ein hoch verarbeitetes Produkt mit vielen Bestandteilen und Verarbeitungsschritten, deren echte Öko-Bilanz am Ende noch nicht bekannt ist.

Beispiel:

Preis: ca. 3 Euro (Princess and the Pea, Happea)
Mehr Infos: Erbsenmilch als veganer Milchersatz.

Alles über Erbsenmilch als Milchersatz

Die Ökobilanz beliebter Milchalternativen im Vergleich

Ganz klar: Pflanzenmilch ist besser für die Umwelt als Kuhmilch. Doch welcher Milchersatz ist der nachhaltigste? Das haben zwei Wissenschaftler der Universität Oxford berechnet. Das Ernährungsportal „Food unfolded“ hat mit ihnen gesprochen und die Ergebnisse vorgestellt.

Ökobilanz Pflanzenmilch vs. Kuhmilch, CO2-Emissionen

Bei ihren Berechnungen unterschieden die Wissenschaftler zwischen den anfallenden CO2-Emissionen, dem Wasserverbrauch und der benötigten Landfläche. So wird für einen Liter Mandelmilch weniger CO2 ausgestoßen als für die gleiche Menge Hafer-, Soja- oder Kuhmilch. Auch der Landverbrauch ist geringer. Allerdings wird für die Herstellung von Mandelmilch im Vergleich zu Sojamilch mehr als die 13-fache Menge Wasser benötigt. Da Mandeln in trockenen Regionen angebaut werden, ist das ein wichtiger Aspekt.

Ökobilanz Pflanzenmilch vs. Kuhmilch, Wasserverbrauch

Soja- und Hafermilch schneiden im Vergleich ähnlich gut ab. Der Wasser- und Landverbrauch ist bei Sojamilch geringer, dafür sind die CO2-Emissionen pro Liter etwas höher. Soja- und Hafermilch aus europäischem Bio-Anbau kann man also guten Gewissens genießen.

Ökobilanz Pflanzenmilch vs. Kuhmilch, Landverbrauch

Mehr erfahren:

Übrigens: Auf Wunsch der Milchindustrie darf sich kein pflanzlicher Milchersatz „-milch“ nennen. „Die Bezeichnung ‚Milch‘ ist ausschließlich dem durch ein- oder mehrmaliges Melken gewonnenen Erzeugnis der normalen Eutersekretion, ohne jeglichen Zusatz oder Entzug, vorbehalten“, heißt es dazu hier.

Handel und Anbieter werden daher bei Milch-Alternativen zu Fantasienamen wie „-drink“ oder „-getränk“ gezwungen (Sonnenmilch und ähnliches darf weiterhin Milch heißen). Das gilt aber nur für die „Vermarktung“. In diesem Beitrag verwenden wir den Begriff lobbybefreit – wie ihn die normalen Konsument*innen eben auch verwenden.

Welche vegane Milchalternative nutzt ihr wofür? Welcher Milchersatz schmeckt euch – und mit welchem könnt ihr so gar nichts anfangen? Wo verwendet ihr was am liebsten? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Wie sieht das in Deutschland aus?

Sind Pflanzenmilchtrinker*innen Exot*innen? Ja, das zeigte eine repräsentative Umfrage (2000 Teilnehmer) im Auftrag von TÜV SÜD vom Juni 2020.

Über die Hälfte der Befragten (57 %) konsumiert demnach aktuell keine pflanzlichen Alternativen zu Milch und Milchprodukten. 29 % tun dies gelegentlich oder häufig (9 %), aber nur 4 % geben an, Kuhmilch derzeit schon vollständig durch pflanzliche Alternativen zu ersetzen.

Am beliebtesten sind pflanzliche Milchalternativen auf Basis von Mandeln (54 %), Hafer (48 %) und Soja (43 %). Verbraucher*innen, die bereits heute pflanzliche Milchalternativen nutzen und ihren Konsum künftig noch ausweiten wollen, nennen dafür an erster Stelle gesundheitliche Gründe (57 %) sowie ökologische (46 %) und ethische (28 %) Motive.

Unter den 18- bis 24-jährigen ist die Bereitschaft, künftig mehr pflanzliche Milchalternativen zu konsumieren am größten, fast jede*r Zweite (48 %) plant dies. Von allen Befragten gab jede*r Vierte (25 %) an, den Konsum pflanzlicher Milchalternativen künftig steigern zu wollen, dabei aber weiterhin auch Milch und Milchprodukte aus Kuhmilch zu verzehren.

Für die jüngere Generation sind die gesundheitlichen Gründe weniger ausschlaggebend als für die älteren Befragten. Ökologische Gründe werden bei Personen unter 34 Jahren am häufigsten unter allen Altersgruppen angegeben. Unabhängig vom Alter der Befragten zeigt sich laut TÜV Süd, dass die neuen pflanzenbasierten Alternativen das vorhandene Angebot aus Kuhmilch zwar ergänzen, aber bei weitem nicht ersetzen.

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(219) Kommentare

  1. Interessanter Artikel, Ich kannte Lupinen Milch noch nicht. Ich vermisse Kokusmilch.
    Zu Kaffee gefällt mir diese in der Mischung mit Reismilch von Allos. Ebenso der Haferdrink mit Mandel gemischt. Allerdings flockt auch dieser. 🙁

  2. 1) bei ca. 1 bis 2 Euro pro Liter Sojamilch bin ich auf folgende, günstigere Alternative mit viel weniger Verpackungsmüll und geringerem ökol. „Fußabdruck“ gekommen: Ich rühre mir meine „Milch“ direkt selber aus Sojamehl+Wasser, zB ins Müsli oder den Pfannkuchen.
    2) Für Cappuccino habe ich ‚Fast-Veganer‘ noch keine geschmacklich mir passende Alternative zu Milch gefunden 🙁 Den öfter getrunkenen Kaffee trinke ich aber mittlerweile schwarz

  3. Wenn Sie schreiben „Etwa die Hälfte des weltweit produzierten Sojas stammt aus Südamerika. Vor allem in Brasilien und Argentinien werden riesige Flächen Regenwald abgeholzt, um Platz für die Sojaproduktion zu schaffen.“ sollten Sie auch erwähnen, das davon der allergrösste Teil zur Fütterung von europäischem Vieh, zwecks Fleisch und Milchproduktion verwendet wird.
    Die allermeisten Sojadrinks sind nämlich aus mitteleuropaischem Soja (Italien Österreich, Frankreich und Deutschland, steht auf vielen Packungen drauf !) hergestellt und damit mehr „regional“ als manche Kuhmilch sind.

  4. Wir benutzen gerne Hafermilch. Aber ich ärger mich immer wider, dass alle Produkte (bis auf Hafermilch von Allos) im Tetra-Pack kommen, keins in Pfand-Glasflaschen.
    Wie sieht es denn mit dem CO2 Abdruck aus, wenn man die Verpackung mit betrachtet (im Vergleich zu Kuhmilch aus der Flasche)?